• Bombe soll entschärft werden 10 000 Potsdamer müssen die Wohnungen verlassen

Überregionales : Bombe soll entschärft werden 10 000 Potsdamer müssen die Wohnungen verlassen

Potsdam - Am heutigen Dienstag soll unweit des Potsdamer Hauptbahnhofs eine 250-Kilogramm-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft werden. Vor der Entschärfung müssen rund 10 000 Potsdamer bis 7.30 Uhr ihre Wohnungen verlassen. Im Sperrkreis liegen auch drei Pflegeheime, die Grundschulen Rosa Luxemburg in der Burgstraße und Am Humboldtring sowie die Lenné-Gesamtschule, sechs Kitas, das Bildungsforum, das Sport- und Freizeitbad blu, das Filmmuseum, das Potsdam Museum, das Museum Barberini, das Hotel Mercure und der Landtag. Betroffen sind auch die Staatskanzlei in der Heinrich-Mann-Allee und das Flüchtlingsheim im früheren „Kreml“ auf dem Brauhausberg.

Bahnpendler und Autofahrer müssen mit erheblichen Einschränkungen rechnen, denn der Hauptbahnhof und die Lange Brücke liegen im Sperrkreis. Auch Trams und Busse werden umgeleitet oder die Linien unterbrochen. Auf den Internetseiten der Deutschen Bahn, der Verkehrsbetriebe und dem Regiobus sind die betroffenen Linien zu finden.

Insbesondere für die Älteren werden Ausweichquartiere im Jugendkulturzentrum Freiland, im Treffpunkt Freizeit am Neuen Garten und im Bürgerhaus am Schlaatz eingerichtet. Laut Stadt sind etwa 600 Helferinnen und Helfer, unter anderem von der Landeshauptstadt Potsdam, der Berufsfeuerwehr, freiwilligen Feuerwehren, Bundespolizei und Polizei im Einsatz, um den Sperrkreis zu räumen und abzusichern.

Die Stadt hatte im Vorfeld angekündigt, hart gegen Störer vorzugehen. In der Vergangenheit sei es bei Entschärfungen „immer wieder zu Störungen und Verzögerungen durch Passanten gekommen“. Diesmal werde jede Störung angezeigt, teilte das Rathaus mit. Die Ordnungswidrigkeit könne mit einem Bußgeld von bis zu 5000 Euro geahndet werden.

Der Blindgänger, eine Bombe englischer Bauart, war in der vergangenen Woche in etwa drei Meter Tiefe im Nuthepark am Hauptbahnhof gefunden worden (PNN berichteten). Das Areal wird derzeit auf Munition untersucht. Insgesamt handelt es sich um den 188. Weltkriegsprengkörper, der seit 1990 in Potsdam gefunden wurde. Entschärfen soll ihn Sprengmeister Mike Schwitzke vom Kampfmittelbeseitigungsdienst des Landes Brandenburg. jaha/vab