• Berlin und Potsdam erfolgreich im Exzellenz-Rennen FU-Berlin wird Eliteuniversität / Brandenburger Wissenschaftler bei vier Forschungsvorhaben dabei

Überregionales : Berlin und Potsdam erfolgreich im Exzellenz-Rennen FU-Berlin wird Eliteuniversität / Brandenburger Wissenschaftler bei vier Forschungsvorhaben dabei

Berlin/Potsdam – Berlin und Potsdam sind erfolgreich aus dem Exzellenz-Wettbewerb für die deutschen Universitäten hervorgegangen. Für Berlin ging der Wettbewerb mit einem ebenso sensationellen wie dramatischen Ergebnis aus. Die Freie Universität (FU) ist im Rennen um die Elite-Universität gekürt worden. Die favorisierte Humboldt-Universität (HU) ist jedoch wie schon in der ersten Wettbewerbsrunde 2006 durchgefallen. Neben der FU-Berlin sind auch die Universitäten in Heidelberg, Freiburg, Konstanz, Aachen und Göttingen erfolgreich. Das entschied gestern ein Gremium aus Wissenschaftlern und Politikern in Bonn. Als weitere Hochschule neben der HU schied auch die Universität Bochum aus.

In den beiden anderen Disziplinen des Wettbewerbs wurden insgesamt vier Forschungsprogramme ausgewählt, an denen Potsdamer Forscher beteiligt sind. An dem Promotionsprogramm (Graduiertenschule) „Berlin-Brandenburg School for Regenerative Therapies“ der HU arbeiten das Institut für Polymerforschung Teltow sowie das Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung Golm mit. In das große Forschungsvorhaben (Exzellenzcluster) „Languages of Emotion“ der FU sind die Universität Potsdam und die Europa Universität Viadrina involviert. Auch ist die Universität Potsdam zusammen mit dem Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung in das Cluster „Unifying Concepts in Catalysis“ integriert. Hinzu kommt das Exzellenzcluster „QUEST – Centre for Quantum Engineering and Space-Time Research“ der Uni Hannover, das vom Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik in Golm mit getragen wird.

Brandenburgs Wissenschaftsministerin Johanna Wanka (CDU) wertete die Beteiligung von Brandenburger Wissenschaftseinrichtungen an den ausgewählten Forschungsvorhaben als Erfolg für das Land. „Die Ergebnisse sind erfreulich, weil sie zeigen, welch hohe Leistungsfähigkeit unsere Wissenschaftslandschaft hat,“ betonte Wanka. Außerdem seien sie „Ausweis guter Kooperationen und Netzwerke“ inner- und außerhalb Brandenburgs.

Der Sieg der FU-Berlin im Elitewettbewerb ist für den FU-Präsident Dieter Lenzen „ein großartiger Erfolg für die gesamte Universität“. „Die Geschichte der FU wird neu geschrieben“, sagte er dieser Zeitung. HU-Präsident Christoph Markschies gratulierte insbesondere der FU – und berief sich darauf, das die HU „erst seit 17 Jahren ein Teil des bundesrepublikanischen Wissenschaftssystems“ sei.

Bundesforschungsminsterin Annette Schavan sagte in Bonn, die Exzellenzinitiative schreibe „Wissenschaftsgeschichte“. Die Forschung an deutschen Universitäten befinde sich nun auf einem internationalen Erfolgskurs. Die Initiative habe „die deutsche Hochschullandschaft umgekrempelt“, sagte Peter Strohschneider, der Vorsitzende des Wissenschaftsrats, der den Wettbewerb gemeinsam mit der Deutschen Forschungsgemeinschaft ausrichtet. Für die Exzellenzinitiative stellen Bund und Länder bis 2011 insgesamt 1,9 Milliarden Euro zur Verfügung.