Überregionales : BER: Technikchef geht

Jörg Marks verlässt Flughafengesellschaft

Schönefeld - Am unvollendeten BER-Airport für Berlin und Brandenburg wird wieder einmal ein neuer Baumanager gesucht: Der Technikchef Jörg Marks verlässt zum Jahresende die Flughafengesellschaft Berlins, Brandenburgs und des Bundes (FBB), wie das Unternehmen am Donnerstagabend mitteilte.

Der Abgang ist deshalb pikant, weil wegen Marks der frühere Flughafenchef Karsten Mühlenfeld gegen den Widerstand Brandenburgs im März 2017 seinen Stuhl räumen musste. Er hatte Marks nach permanent gerissenen Terminen und der Absage des damaligen BER-Eröffnungstermins 2017 im Frühjahr 2017 zu feuern versucht, was am Berliner Regierungschef Michael Müller (SPD) und dem Bund scheiterte. Stattdessen musste Mühlenfeld gehen. Überraschend kommt der Abflug des früheren Siemens-Regionalmanagers nicht, den Hartmut Mehdorn 2014 zum BER geholt hatte. Schon ein Dreivierteljahr später war auch der neue Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup am gleichen Punkt wie Mühlenfeld, dass er Marks die nötige Durchsetzungskraft für die Fertigstellung des BER nicht mehr zutraute. Im November 2017 entzog er Marks die Zuständigkeit für das BER-Terminal, das seitdem Chefsache ist. Das war noch vor der Bekanntgabe des neuen Eröffnungstermins für den BER, der nun offiziell im Oktober 2020 – Baubeginn war 2006 – den Betrieb aufnehmen soll. Nach Recherchen dieser Zeitung wird es wieder eng, selbst diesen Termin zu halten. Marks war seit November Technikchef für alles außer das BER-Terminal. Er bezog ein Jahresgehalt von 280 000 Euro und war zuständig für das BER-Ausbauprogramm, das Immobilienmanagement, die IT und die Dokumentation, was ihm aber nicht reichte. Das Verhältnis zu Lütke Daldrup, der Marks selbst im Beisein von Journalisten rüffelte, war schwierig. In der FBB-Erklärung hieß es: „Aufgrund mehrerer Umstrukturierungen der FBB GmbH und den damit verbundenen Aufgabenverschiebungen innerhalb der letzten zwei Jahre hat Herr Jörg Marks um Auflösung seines Vertrages als Leiter Technik und Bau gebeten.“ Diesem Wunsch sei die Geschäftsführung nachgekommen. „Die Gesellschaft hat Jörg Marks vieles zu verdanken. Aber jetzt war die Zeit gekommen, sich einvernehmlich zu trennen“, sagte der FBB-Aufsichtsratsvorsitzende Rainer Bretschneider, der auch Brandenburgs BER-Staatssekretär ist, am Abend den PNN zu der Personalie. Lütke Daldrup und Bretschneider hatten schon im Herbst 2017 versucht, das bereits dreiköpfige FBB- Management um einen nötigen Bauchef für den BER zu erweitern, was am Widerstand von Brandenburgs Finanzminister Christian Görke (Linke) scheiterte. Thorsten Metzner

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