• Autos sollen raus aus Potsdams Innenstadt Rathaus will Stadtmitte mit Tempolimits und Straßensperrungen attraktiver und sicherer machen

Überregionales : Autos sollen raus aus Potsdams Innenstadt Rathaus will Stadtmitte mit Tempolimits und Straßensperrungen attraktiver und sicherer machen

Potsdam - Das Rathaus will den Autoverkehr in der historischen Potsdamer Innenstadt drastisch reduzieren. Das sieht das erste Innenstadt-Verkehrskonzept vor, das die Verwaltung am Mittwoch vorstellte. Über die Pläne müssen Potsdams Stadtverordnete noch entscheiden.

Vorgesehen sind neue Tempolimits und Straßensperrungen – unter anderem eine Tempo-20-Zone zwischen der Einkaufsmeile Brandenburger Straße und der Hegelallee. Ebenso sollen vermehrt Poller verhindern, dass Autos die Fußgängerzone queren. Zudem soll die Flaniermeile in den kommenden Jahren leicht vergrößert werden – sie soll auf den Bereich zwischen Friedrich-Ebert-Straße und Bassinplatz ausgedehnt werden. Geplant sind nach Aussagen von Stadtplanungschef Andreas Goetzmann auch Tempo-30-Limits auf weiteren Strecken in der Innenstadt.

„Unsere Ziele sind, mehr Aufenthaltsqualität in der Innenstadt zu schaffen und die Reduzierung des Autoverkehrs insgesamt“, sagte der für die Innenstadt zuständige Verkehrsplaner Dirk Volkmann. Vorrangig sei ein attraktiver Lebensraum für Menschen in Potsdams Innenstadt. Sie solle nicht Ort für mehr Autos und mehr Durchgangsverkehr sein, so Goetzmann.

Auch gegen einen Schleichweg, den zahlreiche Autofahrer zur Abkürzung von Innenstadtwegen nutzen, will die Bauverwaltung vorgehen: Der Durchgangsverkehr durch die Gutenbergstraße soll unterbunden werden. Dazu würden „geeignete Maßnahmen geprüft“, sagte Volkmann. Möglich wären ein Poller an der Gutenberg-/Ecke Friedrich-Ebert-Straße oder neue Einbahnstraßenregelungen. Das werde nun vertiefend untersucht, hieß es.

Parallel dazu soll in diesem Jahr eine Planungswerkstatt mit Anwohnern und Innenstadthändlern zur „fußgängerfreundlichen Umgestaltung“ der Friedrich-Ebert- Straße zwischen Nauener Tor und Wilhelmgalerie stattfinden – unter anderem wird ein komplettes Parkverbot mit Lieferzonen für Händler erwogen. Damit solle die Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer steigen, so die Planer. Kurzfristig geplant sind rund 160 neue Abstellmöglichkeiten für Fahrräder auf mehr als 20 bestehenden Parkplätzen. Neue Parkhäuser sind dagegen nicht vorgesehen.

Das neue Konzept reiht sich in die von der Potsdamer Bauverwaltung verfolgte Strategie ein, den Autoverkehr zu reduzieren und umweltfreundliche Alternativen zu fördern. Dafür hatten sich zumindest in den vergangenen Jahren stets Mehrheiten im Stadtparlament gefunden. HK