Überregionales : Autokonzernen droht Welle von Klagen

Berlin - Die EU-Kommission hat bei der Aufklärung der Kartellvorwürfe gegen fünf deutsche Autokonzerne die Federführung übernommen. Direkt einschalten will sich die Bundesregierung nicht. „Die Kartellbehörden arbeiten aus gutem Grund unabhängig“, sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer am Montag.

Das Bundeskartellamt erklärte, derzeit kein offizielles Verfahren zum Thema zu führen. Es lägen jedoch „Informationen“ zu möglichen Absprachen im technischen Bereich vor. Sollten sich die Vorwürfe gegen die Autohersteller, jahrelang Kartellabsprachen getroffen zu haben, bewahrheiten, hat der Fall nach Einschätzung der Monopolkommission das Potenzial, einer der größten Kartellfälle in der deutschen Geschichte zu werden. Der Vorsitzende des Kommission, Achim Wambach, sagte dieser Zeitung, er rechne mit einer Klagewelle von Kunden und Zulieferern. Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) erwägt bereits Klagen gegen die Autokonzerne wegen möglicher Verstöße gegen Ad-hoc-Pflichten.

Volkswagen rief seine Aufsichtsräte zu einer Sondersitzung am kommenden Mittwoch zusammen. An der Börse gaben die Kurse von BMW, Daimler und Volkswagen am Montag weiter nach. Umweltverbände sowie Grüne und Linke griffen die Regierung und Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) wegen Versäumnissen bei der Kontrolle der Autoindustrie an. hej/mot/dpa

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