• Auch Daimler in der Diesel-Krise Verkehrsministerium fordert Berichterstattung

Überregionales : Auch Daimler in der Diesel-Krise Verkehrsministerium fordert Berichterstattung

Henrik Mortsiefer

Berlin - Daimler gerät in der Diesel-Affäre immer stärker unter Druck. Nach neuen Vorwürfen gegen den Autohersteller forderte das Bundesverkehrsministerium am Donnerstag Vertreter des Unternehmens zur Berichterstattung auf. Die Untersuchungskommission Volkswagen des Ministeriums habe Daimler zu einer Sondersitzung eingeladen, um den Vorwürfen nachzugehen, teilte das Ministerium mit. Zum Verlauf des Treffens gab es bis zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe keine Informationen.

Nach einem Bericht von „Süddeutscher Zeitung“, NDR und WDR verdächtigen die Ermittler der Staatsanwaltschaft Stuttgart das Unternehmen, fast ein Jahrzehnt lang Fahrzeuge mit zu hohem Schadstoffausstoß in den USA und Europa verkauft zu haben. Der Vorwurf lautet, dass Daimler ähnlich wie Volkswagen die Abgasreinigung von Diesel-Fahrzeugen so manipuliert hatte, dass die Emissionswerte dem Prüfstand der gesetzlichen Norm entsprachen, nicht aber auf der Straße. Das gehe aus einem Durchsuchungsbeschluss des Amtsgerichts Stuttgart hervor, der Grundlage für eine große Razzia vor wenigen Wochen bei Daimler gewesen sei. Betroffen sein sollen mehr als eine Million Diesel-Motoren.

An der Börse sackte die Daimler-Aktie am Donnerstag zeitweise um mehr als vier Prozent ab. Daimler äußerte sich zu den Vorwürfen nicht. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart machte ebenfalls keine Angaben, bestätigte aber, dass gegen zwei konkrete Mitarbeiter des Daimler-Konzerns ermittelt werde. Politiker und Verbraucherschützer reagierten mit Empörung auf die Vorwürfe. Die Vorsitzende des Rechtsausschusses des Bundestags sagte dieser Zeitung: „Zu den 2,5 Millionen VW-Betrogenen könnten jetzt laut Staatsanwaltschaft eine Million Daimler-Geschädigte hinzukommen.“ Henrik Mortsiefer

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