Überregionales : Anschlag in Kabul galt offenbar deutscher Botschaft

Berlin - Der verheerende Anschlag in Kabul am 31. Mai mit mehr als 150 Toten richtete sich offenbar gezielt gegen die deutsche Botschaft. Der Fahrer des mit Sprengstoff beladenen Tanklasters habe an der Zufahrt zur Botschaft in der afghanischen Hauptstadt gestoppt und Einlass begehrt, berichtete das Magazin „Focus“ unter Berufung auf Erkenntnisse deutscher Sicherheitsbehörden. Ein Wachmann habe die Zufahrt jedoch verwehrt. Der Fahrer des Tanklasters soll den Angaben zufolge vorgegeben haben, auf dem Botschaftsgelände Altwasser abpumpen zu müssen. Die Rückfrage des Wachmanns habe jedoch ergeben, dass dazu kein Auftrag erteilt worden war. Daraufhin habe der Attentäter die 1000 Kilogramm schwere Sprengladung gezündet. „Wäre der Tanklastzug auf den Vorhof der Botschaft gelangt und dort explodiert, dann wären alle Menschen in dem Gebäude getötet worden“, zitierte „Focus“ einen namentlich nicht genannten deutschen Regierungsbeamten. Durch die Druckwelle der Explosion war das Hauptgebäude der Botschaft trotz der Entfernung noch stark beschädigt worden. Es war allerdings bereits mehrere Wochen vor dem Anschlag wegen seiner exponierten Lage aus Sicherheitsgründen geräumt worden. Deutschlands diplomatische Vertretung war in Wohngebäude auf dem stark abgesicherten Gelände gezogen. Kabul macht das mit den Taliban verbündete Hakkani-Netzwerk für die Tat verantwortlich.

Das Auswärtige Amt wollte den Bericht nicht bestätigen. Die Hintergründe des Anschlags würden „mit Hochdruck“ aufgeklärt, sagte Sprecher Martin Schäfer. Diesen Ermittlungen wolle er nicht vorgreifen. Klar sei aber, dass „diese schreckliche Tat nicht ungesühnt“ bleiben dürfe. Auch der Generalbundesanwalt habe ein Ermittlungsverfahren eröffnet, Experten würden „so bald wie irgend möglich“ nach Afghanistan reisen. AFP

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