Überregionales : Ägypten: Tote bei Anschlag auf Christen

Alexandria/Tanta - Am Palmsonntag haben Attentäter zwei koptische Kirchen in Ägypten angegriffen und mindestens 38 Menschen getötet. Vor der Kathedrale in Alexandria sprengte sich ein Selbstmordattentäter in die Luft, nachdem Kopten-Papst Tawadros II. dort die Messe gelesen hatte. Elf Menschen wurden getötet, Tawadros blieb unverletzt. Wenige Stunden zuvor hatte eine Bombe in einer Kirche in Tanta mindestens 27 Menschen getötet. Die Dschihadistenmiliz IS reklamierte die Taten für sich.

Es handelte sich um die blutigsten Anschläge auf die christliche Minderheit in Ägypten seit Langem. Der erste Angriff am Palmsonntag hatte die Mar-Girgis-Kirche in der Stadt Tanta getroffen. „Die Explosion ereignete sich in den vorderen Reihen, in der Nähe des Altars während der Messe“, sagte Vize-Innenminister Tarek Atija der Nachrichtenagentur AFP. Nach Einschätzung des Gouverneurs von Gharbija, Ahmed Deif, könnte es sich auch hier um einen Selbstmordanschlag gehandelt haben. „Kommandos des Islamischen Staats haben die Angriffe auf die beiden Kirchen in Tanta und Alexandria ausgeführt“, erklärte die Agentur Amaq, das Propaganda-Sprachrohr des IS.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verurteilte die Attentate. Während die Gläubigen „friedlich am Palmsonntag Gottesdienst feierten, wurden sie feige ermordet“. Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) erklärte: „Das Kalkül der Täter, einen Keil in das friedliche Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Glaubensrichtungen zu treiben, darf nicht aufgehen.“ AFP

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