Sport : Wiedersehen mit Pokalschreck

Beim Auswärtsspiel gegen die SGS Essen will Turbine Potsdam für klare Verhältnisse sorgen

Chantal Willers
Fehlt gegen Essen: Lia Wälti, die zuletzt im Mittelfeld agierte.
Fehlt gegen Essen: Lia Wälti, die zuletzt im Mittelfeld agierte.Foto: Oliver Mehlis/dpa

Mit Blick auf die Tabelle ist die Situation für das Bundesligaspiel zwischen der SGS Essen und Turbine Potsdam am morgigen Sonntag eigentlich klar: Turbine braucht im Kampf um die Meisterschaft die drei Punkte, Essen – mit Platz sieben im tabellarischen Niemandsland – könnte mit einem Sieg den Klassenerhalt in trockene Tücher bringen.

Eigentlich eine eindeutige Ausgangslage, zumal Potsdam sich seit Wochen in bester Sieg- und Torlaune zeigt. Doch in dieser Saison hat sich schon gezeigt, dass auf dem Essener Platz die Verhältnisse anders sein können. „Essen ist immer ein schwieriger Gegner, der nicht so leicht ausrechenbar ist“, sagt Tubine-Cheftrainer Bernd Schröder vor der Fahrt ins Ruhrgebiet. Mit Charline Hartmann zieht die Siegerin des UEFA-Womens-Cup von 2009 und DFB-Pokalsiegerin von 2010 bei Essen die Fäden im Mittelfeld. „Sie ist eine erfahrene Spielerin in einer noch jungen, aber taktisch sehr gut eingestellten Mannschaft“, schätzt Schröder den morgigen Gegner ein. Die Erfahrung hat seine Mannschaft gelehrt, die Spiele gegen Essen mit großer Wachsamkeit anzugehen. Denn deren unangnehme Spielweise haben sie schon im September in der zweiten Runde des DFB-Pokals zu spüren bekommen. „Essen ist immer für ein Tor gut und das hat uns im Endeffekt das Weiterkommen im DFB-Pokal gekostet“, sagt Schröder. Die Turbinen schieden mit einer 2:3 (0:0)-Niederlage aus. Im Pokalfinale am 17. Mai trifft Essen in Köln auf den 1. FFC Frankfurt. „Das kann ein Vorteil sein, weil sich Essen schon auf das Finale eine Woche später konzentriert“, meint Schröder.

Doch auch die Potsdamerinnen gehen nach den Länderspieleinsätzen ihrer Nationalspielerinnen aus einer schwierigen Trainingswoche in das Spiel in Essen. Maren Mjelde und Ada Hegerberg waren mit der norwegischen Nationalelf unterwegs, Antonia Göransson spielte mit Schweden, die Schweizerin Lia Wälti war beim Erfolg gegen Island dabei. Mit Tabea Kemme und Jennifer Cramer, die mit der deutschen Nationalmannschaft am Donnerstag einen 9:1-Sieg gegen die Slowakai feierten, fehlten zwei weitere Stammkräfte im Training. „Wir müssen erst schauen, in welchem Zustand die Spielerinnen von ihren Länderspielreisen zurückkommen“, meint Bernd Schröder. Mit Lia Wälti, die sich eine Verletzung der Rückenmuskulatur zuzog, fehlt für die Partie in Essen schon jetzt eine wichtige Leistungsträgerin. „Wir haben in den letzten Wochen zu einem guten System zusammengefunden. Das muss jetzt natürlich wieder geändert werden.“ Ob die in dieser Woche ins Training zurückgekehrte Lisa Evans am Sonntag wieder zur Verfügung steht, sei ebenfalls noch völlig unklar.

Doch egal welche Elf Bernd Schröder morgen auf den Platz schickt, der Auftrag bleib der gleiche „Wir müssen gewinnen, auch wenn das ganz schön schwer wird.“ Chantal Willers

Sonntag, 14:15 Uhr