• Wegen Dopingvergehen der Konkurrenz: Potsdamer Geher Hagen Pohle nachträglich U23-Europameister 2013

Wegen Dopingvergehen der Konkurrenz : Potsdamer Geher Hagen Pohle nachträglich U23-Europameister 2013

Erst von Platz drei auf zwei - und nun sogar Erster. Knapp sechs Jahre nach der U23-Europameisterschaft in Finnland wurde Hagen Pohle Gold über 20 Kilometer Gehen zugesprochen, weil andere dopten. Der Athlet des SC Potsdam fragt: "Was bringt die Korrektur?"

Jetzt dreifach vergoldet. Hagen Pohle kann nunmehr auf drei internationale Nachwuchstitel verweisen.
Jetzt dreifach vergoldet. Hagen Pohle kann nunmehr auf drei internationale Nachwuchstitel verweisen.Foto: Bernd Thissen/dpa

Potsdam - Erneut wurde die Platzierung eines Potsdamer Sportlers bei internationalen Meisterschaften korrigiert, weil die Konkurrenz gedopt hat. Seit Freitag ist Geher Hagen Pohle nunmehr U23-Europameister des Jahres 2013 über 20 Kilometer. Das Ziel beim Wettkampf im finnischen Tampere hatte der Aktive des SC Potsdam eigentlich als Dritter überquert. Ein Jahr später schon wurde Sieger Pyotr Bogatyrev wegen Dopings gesperrt und rückwirkend aus der Wertung genommen. Inzwischen folgte das gleiche Prozedere für seinen russischen Landsmann Aleksandr Ivanov, der Rang zwei belegt hatte. 

Betrogen um das Hören der eigenen Nationalhymne und mögliche Sponsoreneinnahmen

Als Konsequenz von Dopingvergehen der Gegner bekamen auch schon andere Spitzenathleten aus Potsdam im Nachhinein eine bessere Endplatzierung zugeschrieben – zum Beispiel Läuferin Claudia Grunwald und Schwimmer Christian Diener (PNN berichteten). Aber Hagen Pohle fragt: „Was bringt einem die nachträgliche Korrektur, außer die Gewissheit, dass Gerechtigkeit siegt.“ Dem 27-Jährigen sei bei der Nachricht über den knapp sechs Jahre verspäteten Titelgewinn nicht klar, wie er reagieren solle, sagt er. „Freude, Wut, Trauer“ – er wisse es nicht. Der Olympiateilnehmer erklärt verärgert, dass er um das Hören der eigenen Nationalhymne betrogen worden sei. Auch seien womöglich bessere Sponsoreneinnahmen für ihn, der zuvor schon Gold bei der U18-WM 2009 und U20-EM 2011 gewonnen hatte, verloren gegangen. Direkt nach dem Rennen in Tampere hatte Pohle resümiert, „dass die Russen noch in einer ganz anderen Liga gehen“. Mittlerweile kenne er die Ursachen dafür. „Es war von Beginn an ein Kampf mit ungleichen Mitteln.“

Nun hofft der Brandenburger auf eine würdige Überreichung seines verdienten Lohns, der goldenen Medaille von der U23-EM 2013. Und er hofft auch, dass es bis dahin nicht fünf Jahre oder gar mehr dauert. Denn die zunächst 2014 zugesprochene Silberplakette wurde ihm nie gegeben. Jetzt ist das auch nicht mehr nötig.