Sport : Weber wirbt für Berlin

Potsdamer Kanutin war Gast im ZDF-Sportstudio

Entweder oder? Nach Auffassung von Franziska Weber ist das nicht der springende Punkt in der Debatte um die deutsche Bewerbung für Olympia 2024. „Es ist nicht unbedingt entscheidend, ob man sich mit Berlin oder Hamburg bewirbt. Wichtig ist, dass die Spiele überhaupt mal wieder nach Deutschland kommen“, sagte die Kanu-Olympiasiegern des KC Potsdam am Samstagabend im ZDF-Sportstudio, wo sie gemeinsam mit Moderator Sven Voss, Alfons Hörmann (Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes) und Sportphilosoph Gunter Gebauer über das Thema diskutierte. Am heutigen Montag soll die Entscheidung fallen, welche der beiden Metropolen ins große Rennen geschickt wird.

Wenn Franziska Weber eine Stimme abgeben dürfte, würde sie für Berlin votieren, erklärte die 25-Jährige. Als Potsdamerin ergriff sie Partei und sprach sich für die Bundeshauptstadt als deutschen Kandidaten aus. Purer Lokalpatriotismus. Schließlich sieht das Berliner Konzept mehrere Veranstaltungsorte in Brandenburg vor – wie die Wettbewerbe im Kanu-Rennsport auf dem Beetzsee in der Havelstadt Brandenburg.

Unabhängig davon, wer schlussendlich ausgewählt wird, machte die dreifache Weltmeisterin einen Vorschlag, wie man innerhalb der Bevölkerung noch mehr Olympia-Begeisterung entfachen könne: „Wenn man den Bürgern klar macht, welche große Bedeutung die Spiele im eigenen Land für uns Athleten hätte, würde man sicherlich noch mehr Leute mit ins Boot holen.“

Apropos Boot: Auf dem Wasser mit einem Paddel in der Hand kennt sich die Kajakfahrerin ja bestens aus. An Land mit dem Ball am Fuß machte sie in der Sendung aber auch eine recht ordentliche Figur. Trotz guter B-Note war ihr jedoch beim Torwandschießen kein Treffer bei den sechs Versuchen vergönnt. Auf fußballerische Qualitäten wird es aber ohnehin nicht mehr in ihrer Sportkarriere ankommen, in der die Sommerspiele 2024 gedanklich noch in weiter Ferne sind. Der Fokus der Kanutin ist auf etwas anderes geschärft: „Jetzt zählt erst mal Rio 2016.“ Tobias Gutsche