• Von Thomas Gantz und Michael Meyer: Merten kommt in Potsdam an

Von Thomas Gantz und Michael Meyer : Merten kommt in Potsdam an

Michael Merten und Volker Knedel wollen den Aufsteiger SC auf Dauer in der Volleyball-Bundesliga der Frauen etablieren / Plaschke und Großner nahmen Abschied

Thomas Gantz Michael Meyer
Neues Trainergespann. Chefcoach Michael Merten (links) und Volker Knedel als sein Assistent wollen mit dem SC Potsdam in der 1. Volleyball-Bundesliga der Frauen erfolgreich sein. Foto Manfred Thomas
Neues Trainergespann. Chefcoach Michael Merten (links) und Volker Knedel als sein Assistent wollen mit dem SC Potsdam in der 1....

Der SC Potsdam geht mit Michael Merten als neuem Cheftrainer in die 1. Volleyball-Bundesliga der Frauen. Der in Planegg bei München geborene 40-jährige wurde gestern Nachmittag in der Sporthalle Heinrich-Mann-Allee offiziell vorgestellt. Merten, der sich vertraglich zunächst für ein Jahr an den SC Potsdam band, wird hauptamtlich tätig sein und in enger Zusammenarbeit mit seinem künftigen Co-Trainer Volker Knedel versuchen, die Potsdamerinnen in der Eliteliga zu etablieren. Seine Verpflichtung war notwendig geworden, weil sowohl der langjährige Coach Knedel – Lehrertrainer an der Potsdamer Sportschule – als auch der zuletzt als Interimstrainer tätige Jürgen Schier – Informatiker bei einem Software-Entwickler – ihre Jobs nicht aufgeben wollen. „Und für die erste Liga benötigen wir einen hauptamtlichen Trainer“, erklärte gestern SC-Geschäftsführer Peter Rieger.

Michael Merten, der die Trainerakademie Köln absolvierte und derzeit eine Wohnung in Potsdam sucht, hat schon einige interessante berufliche Stationen hinter sich. Ab 1997 arbeitete er für fünf Jahre als Männer-Nationaltrainer im Fürstentum Liechtenstein, danach in Österreich beim SSK Feldkirch, mit dessen Frauen er Pokalsieger wurde und im CEV-Pokal international spielte. Ende 2003 kam er zum VC 68 Eichwalde, wo er durch Jugendspiele gegen Potsdams Nachwuchs mit Knedel bekannt wurde. Einem einjährigen Intermezzo als Sportlicher Leiter beim aktuellen deutschen Frauen- Pokalsieger Rote Raben Vilsbiburg folgten zuletzt zwei Jahre beim Männer-Bundesligisten VC Bad Dürrenberg/Spergau. „Nun wollte ich in den Großraum Berlin zurück“, sagt er. In Potsdam baut Merten auf das gute Klima innerhalb des mitgliederstärksten brandenburgischen Sportvereins und dessen Volleyball-Abteilung. „Ich habe gute erste Eindrücke gewonnen und setzte auch auf Synergieeffekte, die sich aus der Zusammenarbeit mit den anderen Abteilungen des Clubs ergeben könnten.“ Im Premierenjahr muss der SC erst einmal nur eines der 15 Teams, die für die kommende Erstliga-Saison gemeldet haben, hinter sich lassen.

Nach einem trainingsfreien Monat Juli, in dem sich die Spielerinnen nach individuellen Vorgaben fit halten, startet am 3. August die Vorbereitung. Die Saison beginnt am 10./11. Oktober mit einem Pokalspiel, in der Woche darauf beginnen die Punktspiele, in die Merten mit einem Aufgebot von mindestens zwölf Spielerinnen gehen will. Tendenziell wird sich das künftige SC-Team je zur Hälfte aus verbliebenen und neuen Spielerinnen zusammensetzen. Ihren Abschied aus dem bisherigen SC-Aufgebot haben mittlerweile Julia Plaschke (künftig SC Potsdam II) und die sich künftig ganz auf den Beach-Bereich konzentrierende Julia Großner genommen. Für die neue Saison muss der Aufsteiger mit einem Mindestetat von 150 000 Euro planen; dies ist eine Vorgabe der Deutschen Volleyball-Liga (DVL). Die Sporthalle Heinrich-Mann-Allee, für die der SC von der DVL zunächst eine einjährige Ausnahmegenehmigung erhielt, soll durch zusätzliche Sitze bis zu 600 Fans Platz bieten.

„Mit Michael Merten und Volker Knedel hat der Verein ein optimales Gespann“, glaubt Martin Fritzenberg, der Präsident des Volleyball-Landesverbandes. Merten, der täglich zweimal trainieren lassen will, möchte auch mit den Nachwuchs-Übungsleitern des SC zusammenarbeiten. „Volker mit seiner langen Arbeit im Verein wird für mich in allen Fragen erster Ansprechpartner sein“, verspricht der neue Chefcoach, der äußerlich sehr ähnlich wirkt, aber etwas jünger und kleiner ist als sein 45-jähriger Vorgänger.