• VfL Potsdam: Wieder in Schwung

VfL Potsdam : Wieder in Schwung

Die Drittliga-Handballer des VfL Potsdam lassen der Usedom-Pleite einen Heimsieg gegen Bernburg folgen. Ein Youngster und ein Routinier prägen den souveränen Auftritt der Potsdamer besonders.

Treffsicher. Daniel Deutsch erzielte sieben Tore für den VfL Potsdam.
Treffsicher. Daniel Deutsch erzielte sieben Tore für den VfL Potsdam.Foto: Julius Frick

Daniel Deutsch saß am Samstagabend auf einer Holzbank in der sich zunehmend leerenden MBS-Arena und tippte eine Nachricht in sein schwarzes Smartphone. Seiner Familie nach einem Spiel vom Ausgang der Partie zu berichten, sei für den Handballer des VfL Potsdam zwar kein Ritual, sagte er, „aber ab und an mache ich es“. Der Text, den er diesmal verschickte, hätte in etwa so lauten können: „Hey! Haben 34:24 gegen Bernburg gewonnen. Bis auf die Anfangsphase war das sehr souverän von uns.“

Dass die Potsdamer im Duell mit dem SV Anhalt zunächst Probleme hatten und nach sieben Minuten mit 0:4 zurücklagen, sei noch eine Nachwirkung vom vergangenen Wochenende gewesen, meinte Daniel Deutsch. Im ersten Spiel des Jahres 2016 hatte der VfL, Tabellendritter der 3. Liga Nord, bei Schlusslicht Usedom verloren. „Wenn du so nach einer vierwöchigen Pause wieder startest, raubt dir das einfach Sicherheit.“ Dies offenbarte sich zu Beginn gegen Bernburg, als es den Gastgebern vor 737 Zuschauern an Entschlossenheit in der Defensive und Durchsetzungskraft im Angriff fehlte.

"Belebender" Yannik Münchberger

Doch der VfL bekam die Kurve. Dank der Hereinnahme von Yannik Münchberger. Der spielintelligente Youngster, der zuletzt an einer Sprunggelenksblessur laboriert hatte und deshalb erst einmal nicht auf der Platte stand, verlieh den Havelstädtern die Offensivimpulse, die sie zu diesem Zeitpunkt dringend brauchten. Daher nannte Potsdams Cheftrainer Jens Deffke ihn ein „belebendes Element“.

Die von Münchberger ausgehende gesteigerte VfL-Vitalität vor des Gegners Tor ließ das Selbstvertrauen der Adler schrittweise wieder größer werden, was sich zugleich auch in einer deutlich stabileren Abwehrarbeit widerspiegelte. So gelangen in der ersten Halbzeit zwei Läufe mit je 6:0 Toren, die das Deffke-Team bis zum Ertönen der Pausensirene auf 17:10 in Front brachten. Auch im zweiten Durchgang führte Potsdam die Dominanz ungemindert fort. „Den Schwung, den wir nach dem schlechten Start aufgenommen haben“, erzählte der zehnfache Torschütze Yannik Münchberger, „konnten wir die restliche Zeit beibehalten. Wir haben nicht mehr aufgehört zu spielen.“

VfL geht schon wieder in Drittligapause

Einen entscheidenden Part bei dieser zielstrebigen Vorstellung übernahm Daniel Deutsch. Der 34-jährige linke Rückraumspieler stand immer wieder im Mittelpunkt der VfL-Angriffszüge und demonstrierte dabei seine große Erfahrung. Mit viel Ruhe und Übersicht verteilte er den Ball. Durch die geduldig um den Gäste-Kreis pendelnden Pässe von Deutsch & Co. wurde die Abwehrformation des Tabellenneunten clever in Bewegung gebracht und so wie ein Kaugummi auseinandergezogen, der dann irgendwann riss. Sprich, es entstand eine Lücke. Wenn Deutsch mal nicht gerade einen Nebenmann bediente, der den entstehenden Freiraum nutzen konnte, dann suchte er selbst den Abschluss. Sieben Treffer standen für den zweitligaerprobten Rechtshänder, der im Sommer aus Springe zum VfL gekommen war, am Ende zu Buche.

Ein rundum gelungener Abend also für ihn und seine Mannschaft. Wobei er eine Sache „ein bisschen ärgerlich“ fand. Denn gerade jetzt, wo die Potsdamer scheinbar wieder gut in ihren Rhythmus gefunden haben, steht für sie erneut an zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden keine Drittligapartie an. Erst am 14. Februar geht es weiter, daheim gegen Altenholz. „Wir müssen zusehen, dass wir nun nicht gleich wieder aus der Routine kommen“, erklärte Deutsch. Sein Coach Jens Deffke hat derweil schon einen Plan, wie der Schwung diesmal über die Pause hinweg aufrechterhalten werden soll: An einem der beiden Wochenenden möchte er seiner Truppe Spielpraxis durch ein intensives Trainingsmatch geben. 

VfL: Schulz, Twarz, Frank - Weiß, Jacques (2), Schwarz (3), Dieberg (5), Piske (2), Schütz, Deutsch (7), Münchberger (10), Schönebeck, Reuter (4), Schindel (1)

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