VfL Potsdam : Völlige Ekstase

Die Handballer des VfL Potsdam beenden ihre Niederlagenserie mit einem Heimsieg - und das gegen den als Favoriten der Drittliga-Nordstaffel gehandelten Dessau-Roßlauer HV. Kurz vor Ende der Partie lässt VfL-Torwart Matthias Frank die MBS-Arena beben.

Lukas Kruse
Potsdamer Jubeltraube. Nach Ertönen der Schlusssirene feierten die VfL-Spieler ihren Torwart Matthias Frank (grüner Dress), der bei der letzten Aktion der Partie eine starke Parade zeigte und so den Heimsieg festhielt.
Potsdamer Jubeltraube. Nach Ertönen der Schlusssirene feierten die VfL-Spieler ihren Torwart Matthias Frank (grüner Dress), der...Foto: Julius Frick

Matthias Frank versetzte die Mannschaft und Fans des VfL Potsdam am Freitagabend in völlige Ekstase. Mit einer großartigen Parade bei der letzten Aktion des Spiels sicherte der Torwart des Potsdamer Handball-Drittligisten seinem Team nämlich den 21:20 (11:10)-Heimsieg gegen den Dessau-Roßlauer HV und fand sich kurz nach Spielende inmitten einer euphorisierten VfL-Jubeltraube wieder, die sich um ihn herum bildete. An der Intensität der Freude ließ sich gut erkennen, wie befreiend dieser Erfolg für die Adler war. Sie beendeten schließlich ihre Serie von drei Niederlagen in Folge – und das auch noch gegen den als Favoriten der Nordstaffel gehandelten Klub aus Sachsen-Anhalt.

Neben Matthias Frank, der mit zahlreichen weiteren Paraden glänzte, war Daniel Deutsch ein anderer Protagonist in der an Dramatik und Spannung nicht mehr zu überbietenden Schlussphase der Partie. Der 33 Jahre alte VfL-Rückraumspieler hatte zuvor eine eher unglückliche Figur auf der Platte gemacht, übernahm dann aber als Routinier Verantwortung und netzte mit einem satten Wurf zum entscheidenden 21:20 ein.

Duell auf "handballerisch hohem Niveau"

Den 961 Zuschauer in der MBS-Arena sei ein Duell auf „handballerisch hohem Niveau“ geboten worden, fand Potsdams Trainer Jens Deffke. Der Sieg war für seine Mannschaft nach den Misserfolgen der vergangenen Wochen nicht nur gut für das Selbstbewusstsein, sondern auch hinsichtlich der Positionierung in der Tabelle enorm wichtig. Der VfL bleibt als Tabellenvierter auf Tuchfühlung zu den Spitzenplätzen, liegt fünf Punkte hinter dem führenden SC Magdeburg II und zwei hinter dem Zweiten Dessau-Roßlau, der aber bisher ein Spiel weniger bestritten hat.

Die Brisanz des Aufeinandertreffens der beiden ambitionierten Teams wurde am Freitag von Beginn an deutlich. Es ging emotional zur Sache. Aber dennoch fair. Defensiv arbeiteten die Kontrahenten robust und konzentriert, weshalb nur wenige Tore zugelassen wurden. Erst Mitte der zweiten Halbzeit schaffte es eine Mannschaft, sich zwischenzeitlich etwas abzusetzen. Es waren die Hausherren, die auf 16:12 davonzogen.

Münchberger leistet gute Arbeit als Spielgestalter 

Sehr auffällig agierte auf Potsdamer Seite Yannick Münchberger, der am gestrigen Sonntag 19 Jahre alt wurde. Zwei Tage zuvor war er mit sechs Treffern bester VfL-Torschütze und erntete für die Arbeit als Spielgestalter ein Lob von seinem Trainer. „Yannick hat das Spiel belebt und er hat reifere Entscheidung getroffen als in den Vorwochen“, meinte Deffke.

Münchberger & Co. bewiesen die Reife auch, als die Gäste in der 52. Minute wieder zum 18:18 ausglichen und Potsdams Kreisläufer Christian Schwarz wenige Sekunden später aufgrund seiner dritten Zeitstrafe disqualifiziert wurde. Ge- und entschlossen kämpfte der VfL danach weiter und belohnte sich. „Wir waren heute ein Team und jeder hat sein Teil zu dem Sieg beigetragen“, urteilte Jens Deffke.

VfL: Schulz, M.Frank – Weiß, Schwarz, Dierberg (4), Piske (2), Schmidt (3), Deutsch (2), Münchberger (6), Reuter (3), Schindel, T. Frank (1)

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