• Turbine Potsdam: Holprig in die Rückrunde

Turbine Potsdam : Holprig in die Rückrunde

Turbine Potsdam hat sein Pflichtspieljahr 2017 mit einem mühsamen 1:1 beim 1. FFC Frankfurt begonnen. Die Tabellenführung der Frauenfußball-Bundesliga sind die Potsdamerinnen erstmal los. Und nun geht die Liga bereits wieder in eine Pause.

Da war viel Kampf im Spiel. So wie Turbines Eseosa Aigbogun (l.) und Frankfurts Saskia Batusia sich intensive Zweikämpfe lieferten, war auch das Spiel am gestrigen Sonntag geprägt. Viel Einsatz auf beiden Seiten und am Ende eine gerechte Punkteteilung.
Da war viel Kampf im Spiel. So wie Turbines Eseosa Aigbogun (l.) und Frankfurts Saskia Batusia sich intensive Zweikämpfe...Foto: Jan Kuppert

Bei seinem verspäteten Start in die Rückrunde musste der 1. FFC Turbine Potsdam die Tabellenführung in der Frauenfußball-Bundesliga abgeben. Vom einstigen Erzrivalen 1. FFC Frankfurt trennte sich die Mannschaft von Trainer Matthias Rudolph am gestrigen Sonntagabend 1:1 (1:1). Mit einem Spiel Rückstand nach der Spielabsage vor Wochenfrist gegen Hoffenheim nimmt Potsdam nun die Verfolgerrolle hinter dem VfL Wolfsburg ein.

Im Stadion am Brentano-Bad überraschte die junge Frankfurter Mannschaft den Herbstmeister aus der Mark mit frühen Störmanövern und viel Angriffsschwung. „So ein Pressing hatten wir nicht erwartet“, gestand Turbine-Kapitänin Lia Wälti. Das hessische Engagement machte den Potsdamerinnen einen kontrollierten Spielaufbau schwer, lange Bälle prägten vielmehr die Anfangsphase. Dennoch hatte Turbine die erste vielversprechende Möglichkeit des Spiels, als sich in der neunten Minute Felicitas Rauch gut über die linke Seite durchgesetzt hatte und Sarah Zadrazil ihre Hereingabe nur knapp verpasste. Und nur wenige Minute später kam Laura Lindner nach einer missglückten Kopfballabwehr im Frankfurter Strafraum zum Abschluss, doch wurde ihr Schuss im letzten Moment noch geblockt.

Ausfall des Sturmduos nicht kompensiert

Rudolph musste auf sein verletztes Sturmduo Svenja Huth und Tabea Kemme verzichten, entschied sich aber dennoch für eine offensive Ausrichtung. Doch war das Fehlen der beiden Olympiasiegerinnen „nicht zu verstecken“, wie Lia Wälti einräumte. Es entwickelte sich zunehmend ein Spiel zwischen den Strafräumen mit vielen Zweikämpfen und Ballverlusten auf beiden Seiten. Kombinationsspiel war im ersten Durchgang Mangelware.

Ein hoher Ball leitete dann auch die Führung für Frankfurt ein. In der Potsdamer Hintermannschaft stimmte die Zuordnung nicht, sodass Laura Störzel ungehindert per Kopf auf Mandy Islacker ablegen konnte. Gekonnt schlenzte die Nationalspielerin den Ball zu ihrem 13. Saisontor ins Potsdamer Tor. Doch zeigte sich Turbine nicht beeindruckt und kam noch vor dem Halbzeitpfiff zum Ausgleich. Felicitas Rauch pflückte einen von Sarah Zadrazil hoch in den Strafraum geschlagenen Ball herunter und bekam von Frankfurts Abwehrchefin Saskia Batusiak Raum und Zeit genug, um auf Lia Wälti abzulegen, die zum 1:1 einschob.

Wälti ist "schon ein bisschen enttäuscht"

Nach dem Seitenwechsel übernahm Turbine die Hoheit auf fremdem Platz, erarbeitete sich mehr Spielanteile und Ballbesitz. In seiner Coachingzone wurde Frankfurts Trainer Matt Ross zunehmend unzufriedener, weil seine Spielerinnen zu freundliche Gastgeberinnen wurden und die Turbine mehr Räume anboten. Eseosa Aigbogun versuchte viel über die linke Außenbahn, doch fehlte ihren Hereingaben die Präzision. Auch wenn sich Potsdam in der zweiten Halbzeit um eine klarere spielerischer Linie bemühte, blieb es eine Partie mit überwiegend kämpferischer Note.

Ihren Offensivdrang der Anfangsphase hielten die Frankfurterinnen nicht durch, wohl aber ihre Zweikampfstärke. „Wir haben gut dagegengehalten, waren am Ende aber müde“, sagte Torschützin Mandy Islacker. Strafraumszenen oder gar Torchancen hatten die Hessinnen in der zweiten Spielhälfte so gut wie keine mehr. Turbine-Coach Rudolph indes versuchte, mit einem Doppelwechsel noch einmal offensiven Schwung ins Potsdamer Spiel zu bringen. Für die Schlussviertelstunde schickte er Anna Gasper und Lara Prasnikar aufs Feld, doch bis auf zwei durchaus gefährliche Ecken sprang für Turbine nichts Zählbares mehr heraus. Während Lia Wälti sich nach dem Abpfiff „schon ein bisschen enttäuscht“ zeigte, war auf Frankfurts Seite Mandy Islacker „absolut zufrieden“ mit der Punkteteilung.

Nachholspiel am 12. März gegen Hoffenheim

Nach zwei Spieltagen in der Rückrunde – und nur einem für Potsdam – macht die Bundesliga bereits wieder Pause. Die Nationalmannschaft reist – mit Turbines Felicitas Rauch – am heutigen Montag zum SheBelieves-Cup in die USA. Für Potsdam geht es am 12. März mit dem Nachholespiel gegen Hoffenheim weiter. Bei einem Sieg im Karl-Liebknecht-Stadion würde wieder die Tabellenführung übernommen werden.

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