• Turbine Potsdam: Tabea Kemme will Präsidentin werden

Turbine Potsdam : Ex-Nationalspielerin Kemme will Präsidentin werden

Tabea Kemme feierte mit Turbine Potsdam große Erfolge. Nun will sie den Verein als Funktionärin voranbringen. Turbines Finaltraum ist unterdessen geplatzt.

Florian Lütticke Michael Lachmann
Tabea Kemme holte mit Turbine die Champions League.
Tabea Kemme holte mit Turbine die Champions League.Foto: dpa

Potsdam - Die frühere Fußball-Nationalspielerin Tabea Kemme strebt einem Medienbericht zufolge das Präsidentenamt beim Bundesligisten Turbine Potsdam an. „Ich bin in Kontakt mit vielen Spielerinnen und Fanvertretern. Sie unterstützen mein Vorhaben. Mit meinem Team will ich Turbine voranbringen“, sagte die 29-Jährige der „Bild am Sonntag“. „Mein Ziel ist es, die Bedingungen im Verein zu professionalisieren. Im Scouting, der medizinischen Versorgung.“ Sie wolle am 30. Mai bei der Mitgliederversammlung gegen den Präsidenten Rolf Kutzmutz antreten, hieß es weiter.

Kemme hatte ihre Karriere Anfang 2020 wegen anhaltender Verletzungsprobleme im Alter von 28 Jahren beendet. Die Defensivspielerin absolvierte 47 Länderspiele für die deutsche Frauen-Nationalmannschaft. Mit der U 17-Auswahl holte sie 2008 den EM-Titel, mit der U 20 wurde sie 2010 Weltmeisterin. Nach zwölf Jahren in Potsdam, in denen Kemme die Champions League und viermal die deutsche Meisterschaft gewann, war sie 2018 nach England zum späteren Meister FC Arsenal gewechselt. Im März 2018 war vor ihrem Wechsel nach London ein schwerer Knorpelschaden diagnostiziert worden.

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DFB-Pokal: Endstation Viertelfinale 

Unterdessen ist Turbines Traum vom Finale geplatzt. Für Turbine Potsdam ist der DFB-Pokal der Frauen in dieser Saison vorbei. Im Viertelfinale unterlag der Liga-Vierte am Sonntag beim Sechsten SC Freiburg unerwartet deutlich mit 3:6 (1:2).

Turbine fand im leeren Möslestadion gut ins Spiel und ging folgerichtig in Führung. Nach einer Balleroberung im Mittelfeld von Johanna Elsig, die nach Gelbsperre in der Liga ins Abwehrzentrum zurückkehrte, kam der Ball zu Selina Cerci, die souverän zum 1:0 vollstrecken konnte (24.).

Das Team von Trainer Sofian Chahed schien alles im Griff zu haben. Doch zwei Standards drehten die Partie noch vor der Pause. Nach einer Freiburger Ecke fehlte Torfrau Zala Mersnik die Orientierung, Janina Minge konnte so mühelos zum Ausgleich einköpfen (30.). Dann war es Stefanie Sanders vorbehalten, im Anschluss an einen Freistoß aus dem Halbfeld und anschließend gefühlvoller Hereingabe wieder per Kopf zum 2:1 abzuschließen (40.).

Turbine war nun gezwungen, noch offensiver zu agieren. Das bot den Gastgeberinnen immer wieder die Gelegenheit zu schnellen Kontern. Einen davon nutzte Ereleta Memeti zum dritten Freiburger Treffer (54.). Kurz darauf riss die zur Halbzeit eingewechselte Karen Holmgaard die Freiburgerin Rebecca Knaak im Strafraum um. Den fälligen Elfmeter verwandelte Sanders sicher zum 4:1 (59).

Ebenfalls per Strafstoß (nach Foul an Melissa Kössler) verkürzte Elsig für Potsdam (74.). Doch Tyara Buser (82.) und Marie Müller (90.+2) machten das enttäuschende Pokal-Aus der Turbinen perfekt. Der zweite Treffer von Cerci (90.+3) zum 3:6-Endstand hatte lediglich nur noch statistischen Charakter.

Bereits in einer Woche bietet sich für Potsdam die Möglichkeit zur schnellen Revanche. Dann geht es zwischen beiden Teams in Freiburg um Bundesligapunkte.

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