• Triathlon in Potsdam: Bis der Arzt kommt

Triathlon in Potsdam : Bis der Arzt kommt

Nach ihren beiden WM-Titeln im Juniorenberiech hat sich Triathletin Laura Lindemann nun auch in der U23-Klasse zum Weltchampion gekrönt. Dafür verausgabte sich die Potsdamerin völlig, musste anschließend ins Krankenhaus. Außerdem gab es bei der Nachwuchs-WM in Mexiko noch eine weitere Medaille für Potsdams Triathlonriege.

Verausgabt. Nach dem Rennen musste Laura Lindemann ins Krankenhaus.F: DTU/Jo Kleindl
Verausgabt. Nach dem Rennen musste Laura Lindemann ins Krankenhaus.F: DTU/Jo Kleindl

Laura Lindemann hat alles, aber auch wirklich alles gegeben – im wahrsten Sinne sogar: Bis der Arzt kommt. Bei der U23-Weltmeisterschaft im mexikanischen Cozumel kämpfte die für ihren riesigen Ehrgeiz bekannte Potsdamer Triathletin so hartnäckig um ein Top-Resultat, dass sie nach dem Rennen vor lauter Erschöpfung zur Behandlung ins Krankenhaus musste. Für die WM-Organisatoren bedeutete dies: Umdisponieren. Sie mussten die Siegerehrung verschieben. Auf den nachfolgenden Tag, als Lindemann wieder aus der Klinik entlassen worden war – und dann ihren Platz auf der obersten Stufe des Treppchens einnehmen konnte. Die 20-Jährige hatte nämlich dank ihres unbändigen Willens alle Kontrahentinnen abgehängt.

Nach 1:59:18 Stunde war sie im Ziel. 1500 Meter Schwimmen, 40 Kilometer Radfahren und zehn Laufkilometer bei enormer Hitze steckten da in ihrem Körper, der daraufhin einfach schlappmachte. „Das Rennen war das härteste, das ich je erlebt und gemacht habe“, teilte sie später auf ihrer Facebook-Fanseite mit. Dazu veröffentlichte die Sportschülerin ein Bild, das sie bereits wieder etwas erholt und mit nach oben gerecktem Daumen sowie breitem Grinsen im Krankenhausbett zeigt.

Der Triumph in Mexiko war für Laura Lindemann der glanzvolle Abschluss einer starken Saison, in der sie gute Leistungen in der Elite-Weltmeisterschaftsserie abgeliefert hatte und nach einem positiv ausgegangenen Nominierungs-Hickhack sogar bei den Olympischen Spielen in Rio antreten durfte, wo sie den 28. Platz belegte. Vier Wochen später krönte sich die gebürtige Berlinerin nun zum U23-Champion und setzte damit ihre Erfolgsgeschichte nach den Junioren-Weltmeistertiteln 2014 und 2015 nahtlos fort. „Das“, sagte ihr Trainer Ron Schmidt, „war wirklich eine Top-Performance. Und man muss betonen, dass es alles andere als selbstverständlich ist, in der nächsthöheren Alterskategorie gleich ganz vorne dabei zu sein.“ Laura Lindemann hat dies aber gepackt. Ein weiterer Beleg für das außerordentlich große Talent von Deutschlands Nachwuchssportlerin des vergangenen Jahres, die erst 2012 vom Schwimmen zum Triathlon gewechselt war. In Cozumel, wo der andere Potsdamer U23-Starter Lasse Lührs sein Rennen vorzeitig wegen eines Raddefekts hatte beenden müssen, steckte Lindemann nach dem Schwimmen im Verfolgerfeld, schloss anschließend mit dem Rad zur Spitzengruppe auf und spielte dann ihre enorme Qualität im Laufen aus.

Potsdamerin Lisa Tertsch holt WM-Silber bei den Juniorinnen

Ebenfalls bärenstark bei der letzten Teildisziplin präsentierte sich Lisa Tertsch im WM-Wettkampf der Juniorinnen. Die aus Darmstadt stammende Athletin, die seit einigen Monaten bei Ron Schmidt und somit auch in Potsdam trainiert, legte die schnellste Laufzeit aller Teilnehmerinnen hin und musste sich nach den 750 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Radfahren und fünf Kilometer Laufen in einer Zeit von 59:41 Minuten nur der US-Amerikanerin Taylor Knibb (59:05) geschlagen geben. Für die 17-jährige Lisa Tertsch war es bereits der zweite silberne Erfolg in dieser Saison: Ende Mai wurde sie schon Vize-Europameisterin im Juniorenbereich.