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Teltowkanal-Halbmarathon : Glückstag am Kanal

Zum 15. Mal schaffte der Teltowkanal-Halbmarathon Verbindung. Zwischen Ost und West einerseits. Und diesmal sogar für Parkinsonkranke, die ein besonderes Erlebnis genießen durften.

Glücklich im Ziel. Die Parkinson-Heldenstaffel am Teltowkanal.
Glücklich im Ziel. Die Parkinson-Heldenstaffel am Teltowkanal.Foto: Fritz Könnicke

Gänsehaut habe er gehabt, als er die Ziellinie überquerte. Für Torsten Römer und seine walkenden Weggefährten beim Teltowkanal-Halbmarathon am vergangenen Sonntag war das Finale etwas ganz besonderes. Mittendrin zu sein im Feld der 1500 Läufer, dazugehören, wie all die anderen zu atmen, zu schwitzen, sich anzustrengen und die Glücksmomente zu spüren – diese sportlichen Erfahrungswerte im Rahmen eines Laufevents machen Parkinsonkranke selten. Mit den AOK-Heldenstaffeln am Sonntag war das möglich, denn dieses Format bietet gerade Menschen mit Handicap die Möglichkeit, integriert zu werden. 

Zu verbinden gehört ohnehin zu einer der ursprünglichen Ideen des Teltowkanal-Halbmarathons, der zum 15. Jahrestag des Mauerfalls seine Premiere hatte. Start und Ziel ist auf der Knesebeckbrücke, die längst Zehlendorf-Steglitz mit Teltow verbindet. Ganz selbstverständlich wechseln die Läufer auf den insgesamt 21 Kilometern von der einen Seite des Teltowkanals auf die andere. Von Ost nach West und wieder zurück. Die Erinnerung an die Mauer, die bis 1989 hier stand, rückt immer mehr in die Ferne. 

Top-Läuferin Lisa Hahner beweist starke Form

Elf Tage nach dem Mauerfall wurde Lisa Hahner geboren. Am vergangenen Sonntag gewann die deutsche Spitzenläuferin den Teltowkanal-Halbmarathon in 1:16:22 Stunden. Auf dem nicht ganz einfachen Kurs mit wechselndem Untergrund und drei Treppen-Passagen eine vielversprechende Zeit auf dem Weg zum Valencia-Marathon am 2. Dezember – ihre Halbmarathon-Bestzeit liegt bei 1:14:05 Stunden. Lisa Hahner gehört zum im Sommer gestarteten Elitelauf-Projekt der SCC Events GmbH, die sich als Veranstalterin des Berlin-Marathons in der Verantwortung sieht, dem deutschen Straßen- und Marathonlauf wieder mehr internationale Erfolge und Bedeutung zu verschaffen. Als Trainer für das Projekt wurde der einstige Potsdamer Langstreckencoach Dieter Hogen gewonnen, der das Terrain am Teltowkanal noch aus der Nachwendezeit bestens kennt, als er Uta Pippig in die Marathon-Weltspitze führte und viele Trainingskilometer entlang des Kanals abgespult wurden. Mit seinen heutigen Athleten ist Hogen wiederum viel am Kanalufer unterwegs.

Für Lauf-Organisator Lars Weber war der vergangene Sonntag ein „Glückstag“. Dass mit Lisa Hahner eine deutsche Spitzenläuferin am Start war, sei für ihn eine Riesenüberraschung und auch Wertschätzung gewesen. Genauso hätten die Parkinson-Staffeln den Lauf bereichert. „Ich hoffe, dass sie im nächsten Jahr wieder dabei sind“, so Weber.