• SV Babelsberg verliert gegen FSV Union Fürstenwalde

SV Babelsberg gegen FSV Union Fürstenwalde : Hürden auf der Zielgeraden

Gegen den FSV Union Fürstenwalde kann der SV Babelsberg 03 in dieser Saison nicht gewinnen. Nach Pokal-Aus und Hinrunden-Niederlage (0:1) verliert Babelsberg Ostermontag im Karl-Liebknecht-Stadion mit 2:4 (0:1).

Bogdan Rangelov zählt zu den fleißigsten Akteuren des SV Babelsberg 03 im Spiel gegen Luckenwalde.
Bogdan Rangelov zählt zu den fleißigsten Akteuren des SV Babelsberg 03 im Spiel gegen Luckenwalde.Foto: Manfred Thomas

Vor 1628 Zuschauern zeigten die Gäste Konterfußball in perfekter Effizienz. „Jeder Schuss ein Treffer“, jubelte am Ende FSV-Coach André Meyer, während sein Kollege Almedin Civa bedient war: „Bei allen Gegentreffern haben wir nicht gut gestanden.“ Und das ist nicht das einzige Deckungsproblem beim SVB. Auch im laufenden Etat herrscht eine Deckungslücke, musste der Vorstand verkünden. 

Acht Gelbe Karten in der Partie

In der vor allem von den Gästen mit viel Leidenschaft geführten Partie, in deren Verlauf Referee Max Burda acht Gelbe Karten zückte, lud SVB-Keeper Marvin Gladrow in der 20. Minute die Fürstenwalder zur Führung ein, als er bei einem Klärungsversuch einen Gegenspieler anschoss und Cihan Kahraman den Abpraller verwertete. Der SVB hatte bereits in der ersten Halbzeit genügend Gelegenheit, den Rückstand wettzumachen und selbst in Führung zu gehen. „Dass wir die vielen Chancen nicht genutzt haben, hat uns das Genick gebrochen“, haderte Civa. 
Ganz anders der märkische Rivale: Kurz nach dem Seitenwechsel schloss Andor Jozsef Bolyki einen Konter zum 2:0 ab. Zwar verkürzte der SVB durch Franko Uzelac umgehend und war in der Folge spielbestimmend. Doch bestraften Ben Florian Meyer (78.) und Tim Häußler (84.) leichtfertige Babelsberger Ballverluste. Marvin Pieter Wolf gelang vier Minuten vor Schluss mit dem 2:4 lediglich eine Ergebniskorrektur. 

Zu langsam und unkonzentriert

„Wenn man vier Gegentore bekommt, hat man sicher auch verdient verloren“, gab SVB-Mittelfeld-Regisseur Farid Aberrahmane nach Abpfiff unumwunden zu. Selbstkritisch räumte er individuelle Fehler ein die zu den Gegentoren geführt haben. „Da waren wir zu langsam und zu unkonzentriert“, so der 23-Jährige. „Die Balance hat nicht gestimmt“, meinte sein Trainer. Zum einen war das fahrlässige Abwehrverhalten des SVB den offensiven Bemühungen nicht ebenbürtig. Zum anderen hielten sich Aufwand und Ertrag nicht die Waage. Was nicht zuletzt auch am leidenschaftlichen Abwehrverhalten der Gäste lag. 
„Der Gegner scheint uns zu liegen“ bilanzierte FSV-Trainer André Meyer die drei saisonalen Aufeinandertreffen mit dem SVB, bei denen seine Mannschaft dreimal als Sieger den Platz verließ. Mit den drei Punkten ist Fürstenwalde den Abstiegsplätzen einen großen Schritt entkommen, aber noch nicht in sicheren Gefilden. „Wir würden gern im nächsten Jahr wieder hier spielen“, verabschiedete sich Meyer aus Babelsberg. 

Finanziell geht dem Verein die Puste aus

Sportlich sieht SVB-Trainer Civa seine Mannschaft trotz der Niederlage weiter voll motiviert und gut aufgestellt für die letzten vier Spiele. Finanziell geht dem SVB auf der Zielgeraden der Saison indes die Puste aus. Mit einem Appell wendet sich der Kiezklub derzeit an seine Fans, bereits Dauerkarten für die kommende Saison zu kaufen, um eine aktuelle Liquiditätslücke zu stopfen. „Trotz einer soliden Finanzplanung vor einer jeden Saison können sich zum Ende der Spielzeit jedoch temporäre Deckungslücken ergeben“, so der Verein am Ostermontag auf seiner Webseite. Die Gründe dafür seien nicht immer zu beeinflussen. „Dazu zählen unvorhersehbare Ausgaben oder Einnahmen, die zwar angedacht waren, aber ausgeblieben sind“, heißt es. Laut Vereinsführung sei die Situation nicht besorgniserregend, aber schwierig. 

Der Verein musste bereits 2014 gerettet werden

Bereits in der Vergangenheit hatten Fan-Aktionen dazu beigetragen, den Verein aus der finanziellen Klemme zu helfen. Zuletzt 2014, einem Jahr nach dem Abstieg aus der 3. Liga. In der Folge gelang es der Führungsmannschaft um Vereinschef Archibald Horlitz, den Verein zu entschulden. Der letzte Schuldenschnitt gelang mit Hilfe der Stadt Potsdam, deren kommunale Bauholding ProPotsdam einen verbliebenen Kredit in Höhe von einer Million Euro bei der Deutschen Kreditbank auslöste. Die daraus resultierende Hoffnung, dass sich nunmehr weitere größere Sponsoren finden, erfüllte sich nicht. Zudem blieb die Zahl der Zuschauer unter den Erwartungen, trotz ansehnlichen Fußballs, den der Viertligist unter Trainer Almedin Civa spielt.