• SV Babelsberg 03 im AOK-Landespokal: Erst nicht gewollt, dann selbst gegangen

SV Babelsberg 03 im AOK-Landespokal : Erst nicht gewollt, dann selbst gegangen

Der SV Babelsberg 03 hatte um die Teilnahme am Fußball-Landespokal 2018/19 gerichtlich gestritten. Nun verabschiedete sich der Brandenburger Rekord-Cupsieger bereits in der zweiten Runde aus dem Wettbewerb. Das Team enttäuschte bei der Heimniederlage gegen Union Fürstenwalde.

Er ist gefrustet. Manuel Hoffmann ist mit dem SVB ausgeschieden.
Er ist gefrustet. Manuel Hoffmann ist mit dem SVB ausgeschieden.Foto: Jan Kuppert

Diese Pokalsaison stand für den SV Babelsberg 03 schon vor Beginn unter keinem guten Stern. „Man wollte uns im Pokal nicht, jetzt haben wir selbst dafür gesorgt, dass wir nicht dabei sind“, umschrieb Trainer Almedin Civa bittersüß das Aus in der zweiten Runde. Und der frühe K.o. durch die 2:3 (0:0)-Niederlage gegen den Regionalliga-Konkurrenten Union Fürstenwalde war verdient, sodass die nur zwei Pokalrunden währende Freude über die vor Gericht erstrittene Teilnahme an dem Wettbewerb in Enttäuschung wechselte.

Spieler aus der zweiten Reihe empfehlen sich nicht

Während die Fürstenwalder Spieler die Glücksmomente genossen, die sie in der Liga bei bislang erst einem Punkt noch nicht hatten, saßen Frust und Ärger beim SVB sichtlich tief: Tom Nattermann und Franko Uzelac hockten nach Spielschluss auf der Auswechselbank und schauten mit leerem Blick auf den Rasen. Dort war es zuvor 90 Minuten lang der aktuell Tabellenletzte der Regionalliga Nordost, der deutlich mehr Siegeswillen und Einsatz zeigte. Union-Trainer André Meyer sah seine Mannschaft fast immer dominant, mit deutlichem Chancenplus und nur einem Manko: „Dass wir in der ersten Halbzeit kein Tor gemacht haben.“ 

Für SVB-Trainer Civa sollten die Pokalspiele auch ein Wettbewerbstest sein, in dem sich Spieler aus der zweiten Reihe zeigen und empfehlen können. Gelungen ist das weder Godbless Igbinigie in der Offensive, der kaum Bindung zu seinen Mitspielern fand und zur Halbzeit ausgewechselt wurde. Und auch Fabrice Montcheu sowie Ahmet Sagat brachten nach ihrer Einwechslung keine Impulse. Innenverteidiger Valentin Rode erledigte seine Abwehraufgabe ordentlich, in der Spieleröffnung war er schwach. Einzig Leonard Koch zeigte eine ansprechende Leistung im defensiven Mittelfeld. Civa sprach später von „zu vielen Ausfällen, vor allem in der ersten Halbzeit, die komplett verloren ging“. Es war eine heilsame Erkenntnis für all jene, die nach dem guten Saisonstart des SVB ihre Ansprüche und Erwartungen womöglich hochgeschraubt haben: „Der eine oder andere Spieler braucht noch Zeit“, so Civa. Bloß weiß er auch nur allzu gut: „Die gibt es im Fußball nicht.“

In der zweiten Halbzeit fielen die Tore auf beiden Seiten zu leicht

Und es gibt nach Civas Glaube auch keine Ungerechtigkeit auf dem Fußballplatz. Denn während so manch einer der 1361 Zuschauer damit haderte, dass Schiedsrichter Marcel Riemer dem SVB zwei klare Handelfmeter verwehrt habe, meinte Civa: „Das muss man sich auch verdienen.“ Und das hatte sich seine Elf nicht. Zu passiv und ideenlos agierten die Nulldreier. Wie schon im Punktspiel gegen Optik Rathenow eine Woche zuvor leisteten sie sich reihenweise leichte Ballverluste, gaben mit hektischen und ungenauen Zuspielen den Ball wieder her. Torgefahr erzeugte der SVB im ersten Durchgang kaum, im Gegensatz zu den Gästen. Die sorgten mit Flanken über die Außen immer wieder für brenzlige Situationen im SVB-Strafraum. Nach knapp 20 Minuten bestand Lukas Wilton seine Prüfung als Löschmeister, als er den Ball für seinen bereits geschlagenen Keeper Marvin Gladrow von der Linie kratzte. „Es wäre okay gewesen, wenn wir in ersten Halbzeit die Tore kassiert hätten“, sagte Civa. 

Hingegen fielen im zweiten Durchgang die Treffer viel zu leicht – und zwar auf beiden Seiten. Zunächst war es in der 50. Minute Fürstenwaldes Ingo Wunderlich, der mit einem Eigentor das 1:0 für den SVB besorgte. Dann durfte Unions hochgewachsener Nils Wilko Stettin jeweils nach einer Ecke den Kopf hinhalten und die 2:1-Führung besorgen (68., 75.). Als die Babelsberger in der Schlussphase weit aufgerückt waren, konterten die Gäste erfolgreich zum 3:1 (88./Andor Jozsef Bolyki). Und so sehenswert das Freistoßtor von Manuel Hoffmann war (89.), es reichte dem SVB lediglich zum Anschlusstreffer. 

Pokal ist Kampf, hatte Civa seinen Spielern im Verlauf der Woche immer wieder eingeschärft. Was damit gemeint war, haben letztlich die Fürstenwalder demonstriert, die zudem auch gut spielerische Akzente setzten. „Der eine Punkt, den sie bislang in der Liga haben, wird ihnen nicht gerecht“, so Civa. Einer wird das ähnlich sehen: Auf der Tribüne machte sich Ante Covic aufmerksam Notizen. Der Trainer von Hertha BSC II spielt am Mittwoch gegen Fürstenwalde, kommenden Sonntag dann um 13.30 Uhr im „Karli“ gegen den SVB. Der kann sich den Pokal-Frust am Mittwoch bei Wacker Nordhausen von der Seele spielen. 

+++ RSV Eintracht steht im Achtelfinale +++

Während der SV Babelsberg 03 frühzeitig die Segel streichen musste, steht der RSV Eintracht 1949 als letzter Vertreter aus der Region Potsdam im Achtelfinale des AOK-Landespokals 2018/19. Die Stahnsdorfer Fußballer setzten sich am Samstag 6:0 (4:0) daheim gegen ihren Landesliga-Konkurrenten FC Schwedt 02 durch und zogen souverän in die Runde der 16 besten Teams ein. Julian Rauch (14., 18. Minute), Tim Schönfuß (23.), Levi Böttcher (30., 89.) und Miguel Hörster (60.) erzielten die Treffer beim Kantersieg.