• Statistik 2019 : Mitglieder-Rekord beim Landessportbund Brandenburg

Statistik 2019 : Mitglieder-Rekord beim Landessportbund Brandenburg

Auch im 28. Jahr in Folge kann der Landessportbund Brandenburg einen neuen Mitglieder-Rekord verzeichnen. Nicht zuletzt dank eines großen Plus in Potsdam. Doch die eigenen Ambitionen sind längst nicht erfüllt.

Erstmalig kommt Brandenburgs LSB auf über 350.000 Mitglieder und einen Organisationsgrad jenseits von 14 Prozent.
Erstmalig kommt Brandenburgs LSB auf über 350.000 Mitglieder und einen Organisationsgrad jenseits von 14 Prozent.Foto: LSB Brandenburg

Potsdam - Die Rekordserie geht weiter, aber die Ziele sind noch weit entfernt. Wie der Landessportbund Brandenburg (LSB) mitteilte, stellte er auch im 28. Jahr seines Bestehens wieder eine neue Mitglieder-Höchstmarke auf. Erstmalig stieg die Zahl der in Brandenburger Sportvereinen aktiven Personen über die Schwelle von 350.000 – zum Stichtag 1. Januar 2019 auf 351.030. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Plus an 3144 Mitgliedern. Zudem verbesserte sich der Organisationsgrad (Anteil der Vereinsmitglieder in Bezug zur Bevölkerung) auf 14,02 Prozent – ebenfalls märkischer Bestwert. „Unsere Positiventwicklung ist also kontinuierlich“, sagt der LSB-Vostandsvorsitzende Andreas Gerlach. Gründe dafür seien neben dem Engagement der Ehrenamtlichen auch die Erhöhung der Sportförderung durch die Landesregierung auf 19 Millionen Euro jährlich und die ebenso millionenschweren landeseigene Sportstätten-Förderprogramme. Gerlach: „Wir haben schon eine ganze Menge erreicht, allerdings auch noch eine ganze Menge zu tun.“

Weiterhin deutlich hinter den anderen neuen Bundesländern

Denn in dem Ende 2014 verabschiedeten Strategiepapier „Sportland Brandenburg 2020“ war als Ziel ausgegeben worden, den Organisationsgrad in allen Altersbereichen auf das Durchschnittsniveau der neuen Bundesländer zu heben. Brandenburg drückt diesen Schnitt noch gewaltig, er liegt bei rund 15,8 Prozent. „Verschiedene Förderprogramme zur Verbesserung des Angebots vor allem für die unterrepräsentierten Gruppen Frauen/Mädchen, Senioren, Migranten und Menschen mit Handicap hätten schon Fortschritte gebracht, urteilt Gerlach. 

Besonders stark präsentiert sich Brandenburg im Alterssegment bis sechs Jahre. Dank der angeschobenen Inititative zur Kooperation zwischen Kitas und Vereinen liegt der märkische LSB hierbei klar über dem ostdeutschen Mittelwert. Das verdeutlicht eine jüngst veröffentlichte Analyse der Fachhochschule für Sport und Management Potsdam, die der Europäischen Sportakademie des LSB angehört. Aber: Bei den Sieben- bis 18-Jährigen folgt dann ein auffällig großer Einbruch – fast vier Prozent fehlen zum Durchschnitt. Um altersklassenübergreifend den Organisationsgrad der anderen neuen Bundesländer zu erreichen, müssten aktuell noch über 40.000 Neumitglieder hinzukommen. Bis Ende 2020 ist das utopisch. Daher soll in diesem Jahr die Fortschreibung des Brandenburger Sportland-Papiers bis 2030 erfolgen. „Wir wollen und müssen bei den Strategien nachjustieren. Dafür begeben wir uns in einen Prozess, um gemeinsam Lösungsansätze zu finden“, erklärt Gerlach. Am Mittwoch wurde mit der LSB-Regionalkonferenz in Potsdam der Dialog eröffnet.

Probleme mit dem Vergleich zu Westdeutschland

Die Landeshauptstadt ist Heimat des größten unter den rund 3000 Brandenburger Vereinen (SC Potsdam mit 5080 Mitgliedern) und ist hinsichtlich des Organisationsgrades mit 18,61 Prozent gut aufgestellt. Besser ist nur Cottbus (22,72). Der Potsdamer Stadtsportbund (SSB/32.702 Aktive) führt zudem das Ranking der mitgliederstärksten Kreis- und Stadtsportbünde im LSB vor Potsdam-Mittelmark (29.858) und Oberhavel (25.206) an. Potsdams SSB erlebte 2018 zudem den mit Abstand größten Zuwachs Jahr: 1028 Mitglieder mehr wurden gezählt.

Auf Bundesebene lag der Organisationsgrad des Sports zuletzt bei rund 33 Prozent. Potsdams SSB-Vorsitzende Ute Goldberg hatte Anfang dieses Jahres im PNN-Interview erklärt, dass der Vergleich mit den westdeutschen Bundesländern hinkt. "Ich würde grundsätzlich aber noch behaupten, in den alten Bundesländern machen verhältnismäßig nicht mehr Leute Sport als hier, sondern sind eben nur mehr in einem Verein", erklärte Goldberg. "Da ist es Usus, wenn ein Kind geboren wird, dass es pauschal schon mal gleich im Verein angemeldet wird, in dem die Familie schon seit Generationen verwurzelt ist. Solche Strukturen müssen hier erst wachsen." Dazu verwies sie auf die hohen Zahlen an Passivmitgliedern in den großen Fußballvereinen Westdeutschlands.