• Sportförderung in Brandenburg: Rückenwind für märkischen Sport

Sportförderung in Brandenburg : Rückenwind für märkischen Sport

Die Brandenburger Landesregierung schraubt ihre Förderung für den Sport nochmal um zwei Millionen Euro im Jahr nach oben. In der aktuellen Legislaturperiode fließen damit insgesamt 52 Millionen Euro. Ein Profiteur der Unterstützung ist der Segelverein Potsdamer Adler.

Lange hätte das Dach nicht mehr dichtgehalten. „Es ist komplett durchgefault“, sagt Gunnar Neitz, Chef des Segelvereins Potsdamer Adler. Dann wäre es ungemütlich geworden in den Büro- und Trainingsräumen des Vereinsgebäudes am Havelufer. Die Dachsanierung ist also Rettung in höchster Not – möglich wird sie durch Geld aus dem Kommunalen Infrastrukturprogramm für Sportanlagen (KIP) des Landes Brandenburg. 15.000 Euro bekommen die Potsdamer Segler aus dem Sportförderprogramm, 5000 Euro zahlen sie für die Dachsanierung aus der Vereinskasse. „Mit eigenen Mitteln hätten wir das nicht machen können“, sagt Neitz. „Dann hätten wir unsere Mitgliedsbeiträge erhöhen müssen, mit der Folge, das vor allem unsere älteren Vereinsmitglieder ihre Bootsliegeplätze nicht mehr hätten bezahlen können.“

Bislang 116 Projekte im KIP-Sport

So wie den Potsdamer Adlern geht es vielen Vereinen in Brandenburg: Der Sanierungsbedarf an ihren Sportstätten ist groß, das Budget hingegen klein. Bereits im vergangenen Jahr hat daher das Land die KIP-Mittel um eine Million Euro auf 17 Millionen Euro erhöht. Am vergangenen Montag verkündeten Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) und Finanzminister Christian Görke (Linke) eine nochmalige Erhöhung der Mittel um zwei Millionen Euro im kommenden Jahr. Als „wichtige Entscheidung für die Zukunft des Landes“ bezeichnete Woidke diesen Schritt.

Damit wird sich die gesamte Summe der Sportförderung des Landes bis zum Ende der laufenden Legislaturperiode im kommenden Jahr auf 52 Millionen erhöhen. Neben den KIP-Mitteln sind das jährliche Lotto-Mittel sowie EU-Gelder für den Goldenen Plan Brandenburg. Während Letztere ausschließlich für die sportliche Infrastruktur im ländlichen Raum zur Verfügung stehen, werden mit den KIP-Mitteln Investitionen in den märkischen Städten gefördert. Bislang sind es 116 Projekte, wie Andreas Gerlach, Hauptgeschäftsführer des Landessportbundes Brandenburg (LSB), erläuterte. 23 Vorhaben sind bereits abgeschlossen, 29 bewilligt, 28 werden gerade geprüft und 36 sind beantragt.

Zusätzliche Gelder werden vielfältig eingesetzt

Verwaltung der Mittel, Bearbeitung und Prüfung von Förderanträgen der Vereine liegt in den Händen des LSB. Von den zusätzlichen zwei Millionen Euro im kommenden Jahr werden eineinhalb Millionen Euro direkt an den LSB gehen, der die weitere Verwendung organisiert. 400.000 Euro, so Gerlach, werden unmittelbar in die Vereinsförderung fließen. Weitere 400.000 Euro sollen in bessere Bedingungen für Nachwuchstrainer investiert werden. 340.000 Euro gehen an Verbände und 150.000 Euro sind für Kita-, Frauen-, Senioren- und Integrationsprojekte des Landessportbundes Brandenburg vorgesehen.

Für LSB-Präsident Wolfgang Neubert habe das Investitionsprogramm in Sportstätten auch zur Folge, dass die Zahl der Mitglieder in den märkischen Sportvereinen zunimmt. Ein Plus von 5300 Mitgliedern sei gegenüber 2017 zu verzeichnen, sodass der LSB aktuell 347.886 registrierte Mitglieder zählt. 

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