• Sieg zum Testspielauftakt: Erste Erkenntnisgewinne beim SV Babelsberg 03

Sieg zum Testspielauftakt : Erste Erkenntnisgewinne beim SV Babelsberg 03

Beim SV Babelsberg 03 trainieren derzeit einige Testspieler mit. In der Partie gegen Lok Seddin trat einer als Doppeltorschütze in Erscheinung und ein anderer konnte spielerisch überzeugen. Aber die Verpflichtung sind fraglich.

Der gebürtige Berliner Kay Michel spielte zuletzt beim SVB-Liga-Konkurrenten Germania Halberstadt.
Der gebürtige Berliner Kay Michel spielte zuletzt beim SVB-Liga-Konkurrenten Germania Halberstadt.Foto: Benjamin Feller

Potsdam - Rekordkulisse, Auftakt und Ausklang, erste Erkenntnisgewinne. Zwei Wochen nach dem Trainingsauftakt des SV Babelsberg 03 ist der Fußball-Regionalligist mit einem 2:0 (2:0)-Sieg gegen den Landesklassen-Vertreter Lok Seddin in seine Testspielreihe gestartet. Für den neuen Nulldrei-Trainer Marco Vorbeck war es das erste Mal, dass er seine Mannschaft an der Seitenlinie dirigierte und er nach seinen Trainingseindrücken seine Spieler im Wettkampfmodus sah. Für die Seddiner war das Spiel gegen den drei Klassen höher spielenden Gast aus der Landeshauptstadt krönender Abschluss der Saison, der nun auf Mallorca gefeiert wird. 421 Zuschauer sahen die Partie am Freitagabend, was den Grillmeister hinter seinem heißen Stand bemerken ließ: „Boah, so viele waren hier noch nie.“

Nulldrei fehlt die nötige Ruhe

Die Ballermann-Stimmung, die sich bei den Seddiner Kicker endgültig nach den 90 Minuten einstellte, blieb aus sportlicher Sicht auf dem sonnenverbrannten Rasen aus. Natürlich war der SVB seinem Gegner überlegen, doch die Torausbeute blieb überschaubar. „Wir hätten durchaus mehr Tore schießen können“, resümierte Vorbeck nach dem Abpfiff. Doch zum einen verteidigte die Lok leidenschaftlich ihr Tor, in dem zum letzten Mal Routinier André Biermann stand. 30 Jahre nach Beginn seiner Fußballkarriere in Seddin und nach Stationen in Babelsberg, Michendorf, Luckenwalde sowie Werder beendete er auch wieder auf dem Lok-Sportplatz seine Laufbahn. Zum anderen ließen die Babelsberger beim Torabschluss die nötige Ruhe und Präzision vermissen. Einzig Testspieler Yasin-Cemal Kaya erwies sich mit einem Doppelpack als treffsicher (25., 29. Minute).

Der 19-Jährige spielte in der Jugend bei Rot-Weiß Essen und Borussia Mönchengladbach, zuletzt in der U19 von Rot-Weiß Oberhausen in der A-Junioren-Bundesliga West. Vorbeck gefällt an dem Deutsch-Türken, dass er sowohl auf den Außenpositionen als auch im zentralen Mittelfeld spielen kann. Ob er ihn für den SVB verpflichten wird oder kann, ließ er offen.

Einige Testspieler

Kaya war nur einer von zahlreichen Probanden, die derzeit beim SVB vorspielen, trainieren und in Testspielen zum Einsatz kommen. „Sie haben das alle vernünftig gemacht“, befand Vorbeck. Auffällig agierten Moritz Kretzer im zentralen Mittelfeld – der 21-Jährige spielte zuletzt in der zweiten Mannschaft des FC Carl Zeiss Jena in der Oberliga Süd. Die Ausbildung beim 1. FC Union Berlin war Kay Michel anzusehen – der gebürtige Berliner spielte zuletzt beim SVB-Liga-Konkurrenten Germania Halberstadt. Eine Verpflichtung des 23-Jährigen für die linke Außenbahn dürfte auch eine Frage des Geldes sein, bekanntlich kann Vorbeck mit einem um 50.000 Euro gekürzten Etat keine großen Sprünge machen.

Von den bekannten Stammkräften liefen in Seddin neben Torhüter Marvin Gladrow die Offensivspieler Tobias Dombrowa, Pieter Wolf, im zentralen Mittelfeld Leo Koch und David Danko sowie in der Innenverteidigung Valentin Rode auf. Letzterer wird auch in der kommenden Saison im Nulldrei-Trikot spielen, wie Vorbeck am Freitagabend sagte. Er kenne den 21-Jährigen bereits als Jugendspieler von Hansa Rostock, wo Vorbeck zuletzt als Nachwuchstrainer tätig war. „In Babelsberg hat Valentin im vergangenen Jahr einen enormen Sprung gemacht“, attestierte er dem Defensivakteur, weshalb er froh ist, Rode weiter an den SVB binden zu können.

"Ruhig. Geduld. Ballbesitz."

Dass vor Vorbeck in den Wochen bis zum Saisonstart Ende Juli nicht nur beim Zusammenstellen eines Kaders viel Arbeit liegt, sondern auch beim Transfer seiner Spielphilosophie, ist dem 37-Jährigen nicht erst seit dem Testauftakt bewusst. Diesen wolle er ohnehin nicht allzu hoch bewerten gegen einen Gegner, der ausschließlich das eigene Tor verteidigt – und sich dabei „teuer verkauft hat“, wie Lok-Trainer Nico Tennigkeit zufrieden feststellte. Für Vorbeck war wichtig zu sehen, wie seine Mannschaft seine Vorgaben annimmt und umsetzt. „Das braucht natürlich etwas Zeit bei den vielen neuen Spielern, die zum Teil andere Spielweisen und Systeme kennen.“ So navigierte er aus der Coachingzone immer wieder: „Einfach spielen. Ruhig. Geduld. Ballbesitz.“
Das nächste Testspiel am Samstag wird einen höheren Aussagegehalt über den Nulldrei-Leistungsstand haben: Dann gastiert im Karl-Liebknecht-Stadion Oberligist Hertha 03 Zehlendorf (Beginn: 14 Uhr). Danach geht es für ein dreitägiges Trainingslager an die Sportschule nach Lindow, wo vor allem an der Taktik gearbeitet werden soll.