Sport : Schaulaufen in Kreuzberg

Beim Übungsspiel des SV Babelsberg gegen Hansa 07 wollten zahlreiche Testspieler Eindruck machen

Ingmar Höfgen
Im Kaptitänsamt: Lovro Sindik beim gestrigen Testspiel gegen Hansa 07.
Im Kaptitänsamt: Lovro Sindik beim gestrigen Testspiel gegen Hansa 07.Foto: J. Kuppert

Es war ein illustres Feld, das beim 7:0 (0:0)-Testspielsieg am gestrigen Sonntag beim Berliner Kreisligisten Hansa 07 für den SV Babelsberg 03 auflief. Sechs Testspieler bemühten sich auf dem alten stumpfen Kunstrasen in Kreuzberg darum, ihre Chancen auf einen Vertrag für die kommende Fußball-Regionalliga-Saison zu steigern. Tommy Müller (Altlüdersdorf), Kiminu Mayoungou (Union Berlin II) und Samir Berisa aus der Nulldrei-A-Jugend drückten bei brütender Hitze in der ersten Hälfte auf das Tempo. Nach der Pause versuchten Kevin Owczarek (Optik Rathenow), Christos Papadimitrious (RB Leipzig) und Fabien Thokomeni (Tennis Borussia) einen anhaltenden Eindruck zu hinterlassen. Müller, dessen Drang zum Tor vor der Pause zu zahlreichen Chancen führte, gelang dies ebenso wie Owczarek mit zwei Treffern nach der Pause.

Ob es reicht? Bei Nulldrei hielt man sich bedeckt, wer überzeugte – Planstellen für Verträge werden langsam rar. Noch offen ist, ob Defensiv-Spezialist Julian Prochnow bleibt, es könnte sich Anfang dieser Woche entscheiden. Bei einem anderen haben alle einen großen Haken gesetzt, als er seinen Vertrag in der vergangenen Woche wie berichtet verlängerte: Lovro Sindik, eine der Entdeckungen der Vorsaison als Abräumer vor der Abwehr. In der vergangenen Woche unterschrieb er beim SVB seinen neuen Zwei-Jahres-Vertrag, am Sonntag lief er in der ersten Hälfte sogar als Kapitän auf.

Vergeben ist die Binde damit zwar nicht, aber dass die Entscheidung vom Sonntag weit mehr als eine Verlegenheitslösung war, machte Trainer Cem Efe nach dem Spiel deutlich. „Lovro ist jemand, der sich jeden Tag neu beweisen will“, sagte der Trainer – dies sei „fast ausgestorben“ in der Liga. Er sei jemand, der viel Respekt auch anderen entgegenbringt. „Diese Eigenschaften öffnen Türen“, sagt Efe, der im Spielerischen bei Sindik noch Verbesserungsbedarf sieht. Den Sprung in eine höhere Liga traue er Lovro Sindik zu. Es gebe keinen anderen Spieler, der Sindiks Fähigkeiten mitbringe – dass er verlängert habe, sei „sehr wichtig“.

„Der Verein hat mir im letzten Jahr eine Chance gegeben, ich wollte ihm etwas zurückgeben“, sagte Sindik zu seiner Vertragsverlängerung. Er hatte einige Wochen in seiner kroatischen Heimat trainiert, auch mit einem Privattrainer. Die Solidität rund um das Karl-Liebknecht-Stadion hat dann wohl auch einen wichtigen Ausschlag gegeben. Im ersten Monat bekomme man in Kroatien Geld, sagt der 22-Jährige, im zweiten und dritten vielleicht nicht.

Stolz habe er empfunden, als er zum Kapitän bestimmt wurde, sagte Sindik, der hofft, dass die neue Saison viel besser wird als die abgelaufene, in der der SVB sich trotz einer Niederlage im letzten Spiel zum Klassenerhalt rettete. Mit den beiden Neuzugängen Christian Schönwälder (TSG Neustrelitz) und Ugurtan Cepni (Berliner AK), die beide in der ersten Hälfte in der Abwehr aufliefen, sieht Sindik einen Gewinn an Erfahrung. Er mahnte auch, der neuen Mannschaft Zeit zu geben und Geduld zu haben. Dass er gern als „Zehn“, also als offensiver Mittelfeldspieler, agieren würde, daraus macht er kein Hehl: „Jeder möchte gern als Zehn spielen.“ Mit seiner defensiven Rolle ist er dennoch zufrieden. „Wenn Cem Efe sagt, welche Position ich spiele, mache ich das. Das ist normal.“

SVB 03, 1. Hälfte: Flügel; Mayoungou, Schönwälder, Cepni; Sindik, von Piechowski; Berisa, Becker, Soine, T. Müller; Petrik. 2. Hälfte: Flügel; Schmidt, H. Müller, Papadimitriou; Hecko, Traeder, Blazynski; Thokomeni, Owczarek, Soine; Albrecht.

Tore: 0:1, 0:2 Owczarek (50., 60.), 0:3 Papadimitriou (63.), 0:4, 0:5, 0:6 Albrecht (72., 75., 80.), 0:7 Blazynski (88.)

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