• Rugby in Potsdam: Neue Liga mit großen Ambitionen

Rugby in Potsdam : Neue Liga mit großen Ambitionen

Potsdam ist Schauplatz für den Start des ersten regelmäßigen Siebener-Rugby-Spielbetriebs im Osten Deutschlands. Die Organisatoren wollen damit der inzwischen wieder olympischen und immer beliebter werdenden Sportart eine Plattform bieten.

Ein neues Kapitel des Rugbysports im Osten Deutschlands wird am morgigen Samstag begonnen. Auf dem Sportgelände der Universität Potsdam am Neuen Palais fällt der Startschuss für die "Berlin Brandenburg 7´s Serie". Dies ist der erste organisierte Ligabetrieb des Siebener-Rugbys in der hiesigen Region. Statt wie im klassischen Rugby mit je 15 Spielern pro Team stehen sich bei der Variante nur je sieben Akteure auf unveränderter Feldgröße von 120 mal 60 Metern gegenüber. Das Siebener-Rugby ist weniger taktisch geprägt, sondern aufgrund der größeren Freiräume eher durch hohes Tempo und viele Laufduelle.

Fünf Mannschaften haben bereits zugesagt

Nach knapp einhundertjähriger Abstinenz wurde die Spielform 2016 wieder olympisch. Deutschland verpasste die Teilnahme in Rio nur knapp, darf sich aufgrund immer besserer werdender Strukturen aber Hoffnungen auf einen Start bei den nächsten Sommerspielen 2020 in Tokio machen. Siebener-Rugby genießt großen Zulauf. Weltweit, deutschlandweit. Auch in Berlin und Brandenburg macht das Wachstum dieser Sportart keinen Halt – was allerdings bislang fehlte: ein regelmäßiger Spielbetrieb. 

Nach dem Vorbild von Mittel- und Norddeutschland, wo bereits vor mehr als acht Jahren eigene Siebener-Ligen gegründet wurden, soll nun die "Berlin Brandenburg 7´s Serie" laufen. In sechs Turnieren wird nach einem Punktesystem am Ende der Saison der Berlin-Brandenburg-Meister ermittelt. Der Auftakt erfolgt morgen um 10 Uhr in Potsdam, wo das Siebener-Rugby schon seit den frühen 1990er-Jahren sehr beliebt ist und die Potsdamer Universität darin sogar zweimal deutscher Hochschulmeister wurde. Fünf Mannschaften haben ihre Teilnahme an dem neuen Format schon zugesagt: Neben dem Sevens-Team des USV Potsdam noch der Berliner Rugby Club, Rugbyklub 03 Berlin, die Cöpenick Captains und der RC Velten. Weitere Truppen wie beispielsweise Fortuna Neuenkirchen aus Greifswald haben bereits reges Interesse an einer Aufnahme in die Liga bekundet. Derzeit stehen insgesamt elf potenzielle Mannschaften auf dem Zettel von Christian Schubert. 

Ziel: Talentschmiede für Deutschland werden

Der Potsdamer ist der Initiator der "Berlin Brandenburg 7´s Serie" und weiß um die Faszination des Siebener-Rugbys, denn als Mitarbeiter des Potsdamer Hochschulsports leitet der 35-jährige Diplom-Sportwissenschaftler selbst die universitären Rugbykurse und kann aus erster Hand berichten: "Viele Sportler kommen in der Uni zum ersten Mal mit Siebener-Rugby in Kontakt und verlieben sich in diese harte und dynamische Sportart, bei der es vor allem auf die Athletik der Spieler ankommt. Dennoch ist der Sprung vom Siebener- zum 15-er-Rugby zu enorm und teilweise befremdlich, sodass die Neueinsteiger keinen rechten Anschluss finden. Mit den ‚Berlin Brandenburg Sevens‘ füllen wir genau diese Lücke und können den gewillten und ambitionierten Einsteigern eine Plattform geben." 

Mit der Einrichtung von semi-professionellen Rahmenbedingungen und einem regelmäßigen Wettkampfbetrieb wollen Christian Schubert und seine Mitstreiter die Qualität des Siebener-Rugbys im Osten Deutschlands deutlich steigern. Sowie in naher Zukunft eine Talentschmiede für das gesamtdeutsche Siebener-Rugby sein, dessen Nationalmannschaft aktuell noch zum größten Teil durch Akteure aus der Hochburg Heidelberg formiert wird. PNN

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