• Rugby beim USV Potsdam: Start von "Projekt Phönix"

Rugby beim USV Potsdam : Start von "Projekt Phönix"

Aufgrund von Personalproblemen hat der USV Potsdam seine Zweitliga-Herrenmannschaft aus dem Rugby-Spielbetrieb abgemeldet. Nun wird an einer baldigen Wiederauferstehung des Männer-Rugbysports in der brandenburgischen Hauptstadt gearbeitet.

Rückzieher sind eigentlich nichts für Rugbyspieler. Sie stellen sich knallhart entgegen, streben auf dem Feld nach Raumgewinn mit dem Leder-Ei. Doch wie schon 2014 sieht sich der USV Potsdam gezwungen, seine Rugby-Herrenmannschaft zurückzuziehen. Diesmal jedoch drastischer als vor vier Jahren, als der Verein freiwillig von der 1. Bundesliga in die drittklassige Regionalliga abstieg. Nun meldet Potsdam das zuletzt in der 2. Bundesliga aktive Team gänzlich vom Spielbetrieb ab. Das wurde unlängst in einer Pressemitteilung bekanntgegeben.

Die Gründe für den Schritt sind heute wie damals personeller Art. 2014 wurde der Abstieg vollzogen, um einen nötigen Umbruch im Kader besser realisieren zu können. Neue, jüngere Spieler sollten auf angemessenem Niveau an die Aufgaben im Herrenbereich herangeführt werden. Der USV schaffte es prompt wieder hoch in die zweithöchste deutsche Spielklasse, zählte dort zu den Top-Teams. Es ging bis in die Aufstiegsrunde. Auch vergangene Saison – trotz massiver Personalsorgen, die bei einigen Partien sogar eine Unterzahl bedeuteten. Die „zunehmende Belastung der jungen Studenten“, die eine wesentliche Säule im USV-Gerüst darstellen, hätte zu vielen Absagen ihrerseits für die Pflichtspiele geführt, heißt es in der Mitteilung. Somit gelang die angestrebte Verjüngungskur nicht. Die Adler sind vielmehr in die Jahre gekommen. Eine „Überalterung der Mannschaft“ habe stattgefunden. Familie, Beruf und Sport ließen sich inzwischen einfach nicht mehr unter einen Hut bringen. Daher die jetzt erfolgte Abmeldung vom Spielbetrieb. 

Neue Spieler suchen, Jugend fördern

Doch dies ist nur als Zwischenphase gedacht. Potsdams Männerrugby soll wiederauferstehen. Vom Klub ist das „Projekt Phönix“ ausgerufen, das eine Rückkehr auf das Feld spätestens ab 2020 und perspektivisch die Erstligazugehörigkeit vorsieht. Dafür überarbeitet der USV seine Strukturen innerhalb der Rugbyabteilung. Der bisherige Männertrainer Robby Lehmann tritt seinen Posten an einen noch zu findenden Nachfolger ab, widmet sich mit voller Kraft seiner hauptamtlichen Tätigkeit als Landestrainer und formt in der Funktion des Sportdirektors den USV für die Zukunft. Aufgabe der Vereinsführung sei es fortan, neue Spieler für die Herren zu gewinnen und den weiteren Ausbau im Nachwuchsbereich zu forcieren. Talente sollen hervorgebracht werden. Dabei ist der Verein auf einem guten Weg. Vier Potsdamer gehören derzeit zum erweiterten Kreis der deutschen U16-Nationalmannschaft.

Die Jugend sowie die Siebener-Frauenmannschaft, die es 2018 im zweiten Jahr ihres Bestehens bereits unter die besten zwölf Teams von Deutschland schaffte und noch weiter nach oben will, halten also die USV-Rugbyfahnen in der nächsten Zeit hoch. Potsdams Männern, die gerne weiterhin im Ligabetrieb antreten möchten, wurde ein Gastspielrecht beim Brandenburger Rivalen RU Hohen Neuendorf ermöglicht. Zugleich wollen sie sich aber auch für den sportlichen Neuaufbau in der Landeshauptstadt einsetzen, betont die USV-Führung. 

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