• Regionalliga-Reform und SV Babelsberg 03: Ja, wo spielen sie denn?

Regionalliga-Reform und SV Babelsberg 03 : Ja, wo spielen sie denn?

Sein nächstes Spiel bestreitet der SV Babelsberg 03 zuhause gegen Budissa Bautzen - in der Regionalliga Nordost. Wie es mit ihr und Deutschlands anderen vierten Ligen weitergeht, wird derzeit im Zuge der Reformüberlegungen heißt diskutiert. Ob es eine sportlich faire Lösung gibt, ist fraglich.

Almedin Civa hat eine klare Position. Wer Meister wird, soll aufsteigen.
Almedin Civa hat eine klare Position. Wer Meister wird, soll aufsteigen.Foto: M.Thomas

Buddisa Bautzen heißt am kommenden Sonntag der Gegner des SV Babelsberg 03 im Karl-Liebknecht-Stadion (Beginn: 13.30 Uhr). Ob es auch in der nahen Zukunft dieses Duell geben wird und wer künftig wo in der Regionalliga spielt, ist derzeit völlig offen und wird heiß diskutiert. Immerhin: Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat sich dem immer lauter werdenden Unmut vieler Regionalliga-Klubs über den bisherigen Aufstiegsmodus in die 3. Liga gestellt und eine Reform-Diskussion in Gang gesetzt. Lehnte DFB-Chef Reinhard Grindel dies vor Jahresfrist noch ab, gibt der oberste Fußballverband der Nation jetzt Gas: Möglichst noch im Dezember soll dem DFB-Vorstand ein Reformmodell zum Beschluss vorgelegt werden. Der DFB braucht nach massiven Anfeindungen von Fußball-Fans aus ganz Deutschland ein Erfolgserlebnis.

"Vier aus Fünf" oder doch "Vier aus Vier"?

Seit Wochen erörtern und feilschen Vertreter der Regionalliga-Verbände und der Drittliga-Klubs um Modelle und doktern am gegenwärtigen Viertligakonstrukt herum, das von Beginn an seine Schwächen hatte. Momentan spielen die fünf Regionalliga-Meister und der Zweite der Südwest-Staffel in Relegationsspielen drei Aufsteiger in die 3. Liga aus. Das heißt: Einem Regionalliga-Meister oder gar zwei Champions wird nach einer harten Saison der sportlich übliche Lohn verwehrt – der Aufstieg. Inzwischen haben sich zwei Vorschläge herauskristallisiert, über die beim jüngsten Treffen am vergangenen Mittwoch in Hennigsdorf im Beisein der DFB-Bosse Grindel und Rainer Koch hitzig debattiert wurde. Das sogenannte Modell „Vier aus Fünf“ sieht vor, dass die Staffeln West und Südwest einen garantierten Direktaufsteiger stellen und ein weiterer Direktaufsteiger in einem rollierenden System abwechselnd an die Nord-, Nordost- oder Bayern-Staffel geht. Der vierte Aufsteiger würde in zwei Relegationsspielen aus den verbleibenden Meistern ausgespielt werden. Die 3. Liga wäre zu vier statt bisher drei Absteigern bereit. Praktiziert werden könnte diese ab der Saison 2018/19.

Bei diesem Modell bliebe es bei der Ungerechtigkeit, dass ein Regionalliga-Meister nicht aufsteigt. Gut leben könnte damit Rainer Milkoreit, Präsident des Nordostdeutschen Fußballverbandes (NOFV), zu dem auch der SV Babelsberg 03, der FC Energie Cottbus sowie die Berliner Regionalligisten gehören. Milkoreit baut auf die Bilanz der vergangenen zwei Spielzeiten, in der sich mit dem FSV Zwickau und dem FC Carl Zeiss Jena zwei Regionalligisten des NOFV in der Relegation durchsetzten und aufstiegen. „Überzeugt von der Leistungsstärke der Vereine im Nordostdeutschen Fußballverband sind wir zuversichtlich, dass sich die Kontinuität der bisherigen Aufstiege aus der Regionalliga Nordost in die 3. Liga fortsetzen wird“, erklärte der NOFV am gestrigen Donnerstag in einer Pressemitteilung.

"Das DFB-Modell schreit vor Ungerechtigkeit"

Sportlich fair und gerecht ist diese Lösung noch immer nicht. „Wenn es fünf Meister aus fünf Regionalligen gibt, muss es fünf Aufsteiger geben“, positionierte sich SVB-Trainer und Sportlicher Leiter, Almedin Civa, schon vor Wochen. Ähnlich sieht es Mario Kallnik, Geschäftsführer des 1. FC Magdeburg und Verhandlungsführer der Drittliga-Vereine in den Reformrunden. „Das DFB-Modell schreit vor Ungerechtigkeit, kann nicht von Dauer sein und ist mit Sicherheit nicht jenes, was die Fans der Republik fordern“, zitiert ihn die „Magdeburger Volksstimme“.

Das weitaus gerechtere Modell, für das auch die 3. Liga plädiert: Vier direkte Aufsteiger aus vier Regionalligen. Das allerdings würde das Ende der bisherigen Nordost-Staffel bedeuten: Deren Vereine aus Thüringen und Sachsen würden der Süd-Staffel und die restlichen Vereine – darunter der SVB – der Nord-Staffel zugeordnet werden. NOFV-Chef Milkoreit gefällt das nicht wirklich, auch Vereine wie Germania Halberstadt, Neustrelitz oder Auerbach hadern. Für diese sei die vierte Liga das sportliche Maximum, für das bezahlbare Strukturen gerade so zu schaffen sind. Das Wettkampfgebiet um mehrere hundert Kilometer zu erweitern, sei schlichtweg zu teuer. Mit anderen Worten: Eine sportlich gerechte Lösung mit vier Ligen ist eine Frage des Geldes – und dem DFB als einem der reichsten Sportverbände der Welt offenbar nicht wert. Möglich wäre eine Reduzierung auf vier Regionalligen ohnehin erst ab 2020/21, da einer dafür erforderliche Satzungsänderung nur der DFB-Bundestag zustimmen kann. Der tagt im Herbst 2019. 

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