• Regionalliga Nordost und der SV Babelsberg 03: „Angstgegner“ Winter

Regionalliga Nordost und der SV Babelsberg 03 : „Angstgegner“ Winter

In der Fußball-Regionalliga Nordost hagelt es wegen der Witterungsbedingungen Spielabsagen. Immerhin: Die bevorstehende Partie des SV Babelsberg 03 bei Wacker Nordhausen soll stattfinden. Grundsätzlich hadern die Vereine aber mit der Situation und regen eine Spielplanreform an.

Matthias Schütt
Unbespielbar. Wegen Frost und Schnee fallen immer wieder Spiele aus. F: imago/Ph. Ruiz
Unbespielbar. Wegen Frost und Schnee fallen immer wieder Spiele aus. F: imago/Ph. Ruiz

Freudig verkündete der SV Babelsberg 03 am gestrigen Donnerstag auf Facebook, dass die für heute angesetzte Fußball-Regionalligapartie bei Wacker Nordhausen stattfinden soll (Beginn: 19 Uhr) . Nach drei Spielabsagen in Folge dürfe die Mannschaft „endlich wieder um Punkte kämpfen“, hieß es. Ob nun in Brandenburg beim SVB, in Mecklenburg-Vorpommern bei der TSG Neustrelitz, bei Wacker Nordhausen in Thüringen, in Sachsen-Anhalt bei Germania Halberstadt oder in Sachsen bei Budissa Bautzen: Aktuell „kämpfen“ die 18 Regionalliga-Mannschaften im gesamten Gebiet des Nordostdeutschen Fußballverbandes (NOFV) auch gegen die kalte Jahreszeit, den Winter mit seinen frostigen Temperaturen. Denn überall sorgt dieser immer wieder für Absagen auf den verschiedenen Plätzen.

Bislang bereits 22 Rückrundenspiele abgesagt

Bis gestern Nachmittag wurden schon 22 Rückrundenspiele abgesagt. „Es ist nervig. Aber so ist nun mal Fußball im Winter“, sagt SVB-Trainer Almedin Civa, auf dessen Team bisher bereits drei Nachholspiele zukommen. Ausgefallen sind die Partien gegen Lok Leipzig (sogar schon zweimal), Union Fürstenwalde und FSV 63 Luckenwalde. Alle Paarungen wurden vom NOFV noch nicht neu angesetzt. Dies soll aber in der kommenden Woche geschehen, damit die Vereine planen können – wenn denn die Witterung mitspielt.

Während Babelsberg in diesem Kalenderjahr mit dem 4:0 gegen Chemie Leipzig zumindest ein Pflichtspiel bestreiten durfte, konnte der Tabellenvorletzte TSG Neustrelitz noch gar nicht um Punkte kicken. Fünf Absagen hagelte es. „Das nervt nur noch“, sagt der Neustrelitzer Co-Trainer Robert Gerhardt. „Es grenzt an Wettbewerbsverzerrung.“ Auch Heiko Scholz, Trainer von Lok Leipzig, hadert im Interview mit dem Fußballmagazin Kicker: „Uns geht das mächtig auf den Geist.“

"Werden die Saison hinten raus nicht verlängern"

So spiegelt die Tabelle die ganze Misere wieder. Sie hat bis auf den komfortablen Vorsprung von Spitzenreiter Energie Cottbus kaum Aussagekraft. Die Lausitzer haben als ehemaliger Bundesligist eine Rasenheizung im Stadion der Freundschaft und können so wenigstens stets die Heimspiele austragen. Das kostet dem klammen Klub aber auch eine Menge Geld: Mehrere Tausend Euro kostet nach Vereinsangabe der Betrieb der Rasenheizung pro Woche. Einzig Chemie Leipzig konnte bisher planmäßig alle 22 Duelle über die Bühne bringen, während Neustrelitz und Lok Leipzig erst auf 18 Partien kommen. Die restlichen Teams – wie der SVB – haben 19 Matches auf dem Konto. „Aktuell sehe ich keine Gefahr, dass wir trotz der vielen Nachholspiele in Schwierigkeiten kommen“, sagte Wilfried Riemer, Leiter Spielbetrieb beim NOFV. Er betont: „Wir werden die Saison hinten raus nicht verlängern. Am 12. Mai ist der letzte Spieltag. Das steht zu 100 Prozent, da wir auch Terminverpflichtungen gegenüber dem Deutschen Fußball-Bund haben.“

Um den Spielbetrieb aufrechtzuerhalten und durchzuführen, dürfen mittlerweile auch Partien auf Kunstrasen ausgetragen werden. So geschieht es etwa am Sonntag wieder in Neugersdorf, wo der FCO den Berliner AK erwartet. „Die gute Nachricht: Das Spiel findet statt. Die schlechte Nachricht: Auf Kunstrasen“, schrieben die Berliner süffisant auf ihrer Facebookseite zur Thematik. Luckenwaldes Trainer Sven Thoß, dessen Truppe am Wochenende wegen einer Absage auch erneut pausieren muss, fordert daher eine Spielplanreform. Seine Meinung: Die Winterpause verlängern und dafür bis in den Juni statt nur Mai hineinspielen. „Das wurde immer wieder diskutiert, stößt aber beim Verband auf wenig Gegenliebe, da dieser kaum für Veränderung steht“, kritisiert er.

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