• Potsdamer beim Weltcup-Auftakt: Die Konkurrenz drückt

Potsdamer beim Weltcup-Auftakt : Die Konkurrenz drückt

Beim Weltcup in Poznan legten die Potsdamer Kanuten einen soliden internationalen Saisonstart hin. Ein Altmeister glänzte mit Gold, Youngster trumpften auf und der Canadier-König verpasste beim Sieg eines 18-Jährigen das Podium. 

Goldrennen. Ronald Rauhe (vorderes Boot/2.v.r.) holte im Vierer trotz Startproblemen den Sieg. 
Goldrennen. Ronald Rauhe (vorderes Boot/2.v.r.) holte im Vierer trotz Startproblemen den Sieg. Foto: Ute Freise

Poznan - Starker Rückenwind auf der Strecke und in der Leistung noch genügend Luft nach oben: Die Kanuten des KC Potsdam im OSC haben beim Weltcup in Poznan einen soliden internationalen Saisonstart abgeliefert. „Die Regatta war gut besetzt und – auch windbedingt – auf beachtlich hohem Niveau zu dem frühen Zeitpunkt“, sagte Potsdams Cheftrainer Ralph Welke. Sein Verein verbuchte am Ende zehn A-Finalteilnahmen sowie drei Medaillengewinne. „Wir waren ganz ordentlich dabei“, bilanzierte Welke.

Rauhes Quartett fährt Richtung European Games und WM

Für den Höhepunkt aus KCP-Sicht sorgte Altmeister Ronald Rauhe. Er paddelte am Sonntag mit dem Kajak-Vierer über 500 Meter trotz Startproblemen zu Gold – das deutsche Weltmeister-Quartett der vergangenen beiden Jahre empfahl sich durch die Siegleistung direkt für die Nominierung zu den European Games in Minsk und zur WM in Szeged. Über die Vergabe aller anderen Kaderplätze für das Team Deutschland werde nun der sich direkt anschließende Heim-Weltcup von Freitag bis Sonntag in Duisburg entscheiden, erklärte Welke.

Ohne Edelmetall reiste Sebastian Brendel aus Polen ab. Um den Hals des dreifachen Canadier-Olympiasiegers hing diesmal nur die Teilnehmerakkreditierung, wie er auf seiner Facebookseite per Fotonachricht mitteilte. Über seine Paradestrecke im Einer auf der 1000-Meter-Distanz verpasste der Potsdamer als Vierter das Podium knapp. Aber: „Die Zeit war top“, schrieb Brendel nach dem schnellen Finalrennen, das überfrachtend ein Neuling gewann. Der 18-jährige Kubaner Jose Ramon Pelier Cordova setzte sich durch – und damit im vorolympischen Jahr ein Achtungszeichen. „Die Konkurrenz ist da. Das spürt Basti“, sagte sein Coach, der jedoch nicht unruhig wird. Aus Erfahrung. Auch in den vergangenen beiden Jahren kam Brendel verhalten in die Saison, steigerte sich dann und schloss jeweils als Weltmeister ab. In Poznan fuhr er zudem im Zweier über 1000 Meter mit seinem Olympiasieg-Partner Jan Vandrey auf Rang fünf – dabei ging das innerdeutsche Duell mit den siegreichen Weltmeistern Yul Oeltze/Peter Kretschmer verloren.

Erstes Rennen als 30-Jährige endet auf Platz vier 

„Nur“ im zweitbesten deutschen Boot des Kajak-Zweier-Wettbewerbs über 1000 Meter saß Felix Frank – das bedeutete für den Neu-Potsdamer aber den zweiten Platz. Timo Haseleu sprintete im Zweier auf der 200-Meter-Strecke zu Bronze und damit zur dritten KCP-Medaille der Veranstaltung. „Diese Leistung war sehr stark“, hob Welke hervor. Das Gleiche gelte zudem für die Youngster Martin Hiller (Siebter/Kajak-Zweier 500 Meter) und Tamas Gecsö (Achter Kajak-Einer 1000 Meter) sowie Ophelia Preller, die im Canadier-Zweier über 500 Meter Rang vier erreichte.

Nicht zufriedenstellend lief es für die medaillenlosen deutschen Kajak-Damen um Potsdams Olympiasiegerin Franziska John. Am Sonntag, zwei Tage nach ihrem 30. Geburtstag, belegte sie mit dem 500-Meter-Vierer den vierten Platz. Vor allem John und ihre Kolleginnen hoffen, dann beim Weltcup in Duisburg in den Leistungen Aufwind zu spüren.