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Potsdam Royals : Zurück in Potsdam

Aufgrund der geringen Sportstättenkapazität in Potsdam wich der American-Football-Klub Potsdam Royals mehrere Jahre lang ins Umland der Landeshauptstadt aus. Erst nach Geltow, dann nach Kleinmachnow. Ab der kommenden Saison kehrt der Zweitligist wieder heim. Gespielt wird dann im Stadion Luftschiffhafen.

Königliche Kulisse. Spieler der Potsdam Royals posierten am Donnerstag vor dem Brandenburger Tor und zogen interessierte Blicke von vielen Passanten an.
Königliche Kulisse. Spieler der Potsdam Royals posierten am Donnerstag vor dem Brandenburger Tor und zogen interessierte Blicke...Foto: Gerhard Pohl

Interessiert verfolgten zahlreiche Passanten am Donnerstagmorgen das Treiben vor dem Brandenburger Tor in Potsdam. Viele blieben stehen, einige zückten ihr Handy und machten Fotoaufnahmen. Erlebt man ja schließlich nicht aller Tage, dass einem im Herzen der Landeshauptstadt fünf American-Footballer-Spieler in voller Montur gegenüberstehen und ein paar Pässe mit dem Leder-Ei werfen.

Initiiert wurde die Aktion vom Zweitligisten Potsdam Royals, der in besonderem Rahmen Neuigkeiten verkünden wollte. Die für Sportfans wichtigste: Ab der nächsten Saison verlegen die „Königlichen“ ihren Herrschaftssitz wieder zurück in die Heimat, nachdem sie die Spiele zwei Jahre lang auf der Kleinmachnower BBIS-Anlage ausgetragen haben. Neues Domizil ist das Stadion Luftschiffhafen. „Wir erhoffen uns von dem Umzug viel mehr Aufmerksamkeit für unsere Sportart und unseren Verein“, sagte Royals-Cheftrainer Michael Vogt, dessen Team einst im Kirchsteigfeld mit der Jagd nach Touchdowns und Fieldgoals begann, ehe es Potsdam aufgrund der geringen Sportstättenkapazität den Rücken kehren musste.

Im Vorjahr kamen durchschnittlich rund 500 Zuschauer pro Partie

Erst wurde nach Geltow ausgewichen, dann nach Kleinmachnow, wo auch weiterhin trainiert wird. „Da ist es auch schön“, erklärte Vogt, „aber für die Spiele ist es in einem teilweise überdachten Stadion weitaus repräsentativer als auf einem Schulsportplatz.“ Dorthin kamen in der vergangenen Saison – es war die erste des Klubs in Liga zwei – durchschnittlich rund 500 Zuschauer pro Partie. „Das wird sich hoffentlich jetzt nochmal steigern.“ 

Doch nicht nur in Sachen Publikumsresonanz soll es weiter bergauf gehen, sondern auch tabellarisch. Nach Platz fünf von acht im Vorjahr wird in der kommenden Saison, die am 14. Mai startet, ein Spitzenrang angepeilt. Und damit auch der Aufstieg. Es wäre der vierte binnen fünf Jahren. Der 60-Mann-Kader bleibe für dieses Vorhaben fast unverändert, so der Coach. „Wir verstärken uns aber punktuell mit neuen internationalen Spielern – besonders aus den USA.“

Standortwechsel macht Potsdamer Sportszene bunter

Ebenfalls neu ist bei den Royals der Hauptsponsor, der gestern vorgestellt wurde: Das Unternehmen iSQI, ein weltweit tätiger Dienstleister in der IT-Wirtschaft mit Sitz in Potsdam, fördert fortan den 170 Mitglieder starken Verein. iSQI-Geschäftsführer Stephan Goericke war es auch, der den Stadion-Deal mit Andreas Klemund, dem Chef der Luftschiffhafen GmbH, festzurrte. „Wir haben eine schnelle Lösung gefunden, denn ich musste ihn nicht erst für die Sportart begeistern“, sagte Goericke, der den Standortwechsel der Footballer als lohnend für die gesamte Potsdamer Sportlandschaft einstufte: „Das ist ein neuer Farbtupfer und macht die Szene bunter.“

Die Royals-Spieler, die heute ihren Trainingsauftakt bestreiten, verbinden mit der Veränderung indes noch einen gewissen Gesundheitsvorteil, wie Wide Receiver Patrick Felber meinte: „In Kleinmachnow haben wir auf Kunstrasen gespielt, am Luftschiffhafen wird es Naturrasen sein. Für die Knochen und Gelenke ist das deutlich schonender.“ Nur das Beste für „Königlichen“. 

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