• PNN-Olympiaserie "Rio ruft": Paralympics 2016: Edelmetall für beide Potsdamer Teilnehmer

PNN-Olympiaserie "Rio ruft": Paralympics 2016 : Edelmetall für beide Potsdamer Teilnehmer

Bei den Paralympischen Spielen in Rio gewannen die Schwimmer Maike Naomi Schnittger und Torben Schmidtke Silber beziehungsweise Bronze. Mit ihren Medaillen - es sind die Nummern zwei und drei in Potsdams Paralympics-Geschichte - trugen sie zum starken Ergebnis des Brandenburger Teams bei.

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Foto: Tobias Gutsche
18.09.2016 21:35

Die Stadt Potsdam kann die Paralympics-Medaillengewinne zwei und drei ihrer Geschichte verzeichnen. Bei den Spielen in Rio holten beide angetretenen Athleten vom Luftschiffhafen Edelmetall.

Zunächst schlug Torben Schmidtke wie schon 2012 über 100 Meter Brust zu – nach Silber in London, dem Potsdamer Premieren–Podestplatz bei Paralympics, gab es für ihn nun Bronze. Im ersten Moment haderte der 27-Jährige allerdings etwas. Nämlich mit seiner Zeit von 1:23,47 Minute. Damit blieb er 74 Hundertstelsekunden über seinem eigenen deutschen Rekord. „Im Training lief es sehr gut, daher hatte ich gehofft, dass ich noch schneller sein könnte“, sagte Schmidtke, der dann jedoch schnell nur noch Freude empfand. Eine Medaille war sein erklärtes Ziel, das habe er geschafft, worüber er glücklich sein könne, meinte der Mann vom SC Potsdam. Und seine Trainerin Dörte Paschke, mit der er bereits seit zehn Jahren zusammenarbeitet, ergänzte: „Zeit hin oder her. Wir wollten unbedingt unter die Top 3 und jetzt sind wir unter den Top 3. Also: Alles super, wir sind einfach happy.“

Sechs Medaillen für Brandenburg - zweitbestes Ergebnis der Geschichte

In derselben Gemütslage befand sich auch Torben Schmidtkes Vereinskollegin Maike Naomi Schnittger. Nachdem sie über 400 Meter Freistil als Vierte hauchdünn ihre erste Medaille bei den Sommerspielen verpasst und anschließend Rang sechs auf der 100-Meter-Freistil-Distanz belegt hatte, blieb noch der Sprint über 50 Meter Freistil als letzte Chance. Jene versilberte sie. In 28,38 Sekunden – es fehlten lediglich neun Hundertstel zu ihrer nationalen Bestmarke – wurde die 22-Jährige Zweite und war „unglaublich stolz darauf“, wie sie mit breitem Lächeln im Gesicht erklärte. Von den drei deutschen Schwimm-Medaillen in Rio gingen somit zwei auf das SCP-Konto.

Das Rennen von Maike Naomi Schnittger war am Samstag zugleich der glänzende Abschluss für das neunköpfige Brandenburger Team am Zuckerhut, das auf ein starkes Abschneiden blicken kann. Neben den beiden Potsdamer Schwimm-Assen sicherten sich auch vier Sportlerinnen des BPRSV Cottbus Edelmetall: Martina Willing (Silber/Diskuswurf), Alina Rosenberg (Silber/Team-Wettbewerb Dressurreiten), Frances Herrmann (Bronze/Diskuswurf) und Jana Majunke (Bronze/Radsport Straßenrennen). Macht unter dem Strich sechs Medaillen, womit der Behindertensportverband Brandenburg sein Ziel – wie in London drei Plaketten gewinnen zu wollen – klar übertroffen hat. Die diesjährige Bilanz des märkischen Verbandes, der nunmehr zusammengezählt 32 Paralympics-Medaillen – vier goldene sowie je 14-mal Silber und Bronze – eingeheimst hat, ist die zweitbeste seiner Historie. Nur die Spiele 1996 in Atlanta gingen mit sieben Podestplätzen noch ein klein bisschen erfolgreicher aus. „Wir waren sehr gut vorbereitet, was sich jetzt in Rio ausgezahlt hat“, befand Ralf Paulo, Cheftrainer des Behindertensportverbandes Brandenburg. „Am Ende“, sagte er, „ist bei uns wirklich fast alles aufgegangen.“

Deutschland mit 57-mal Edelmetall auf Platz sechs der Nationenwertung

Ein positives Urteil wurde auch mit Blick auf die gesamte deutsche Mannschaft gefällt. Diese hat 57 Medaillen – aufgeteilt auf 18-mal Gold, 25-mal Silber und 14-mal Bronze – gewonnen. Neun weniger als zuletzt bei den Spielen in London. Dennoch: „Mit diesem sportlichen Abschneiden sind wir sehr zufrieden“, sagte der Chef de Mission Karl Quade. Platz sechs in der Nationenwertung zeige, „dass wir in der Liga unseres Sports weiter vorne mitspielen“. mit dpa

Lesen Sie hier Folge eins der PNN-Olympiaserie "Rio ruft": Das System hinter den Medaillen.

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