• Nulldrei tritt auf der Stelle: Torloses Kellerduell zwischen SVB und Halberstadt

Nulldrei tritt auf der Stelle : Torloses Kellerduell zwischen SVB und Halberstadt

Der abstiegsgefährdete Fußball-Regionalligist SV Babelsberg 03 kam beim direkten Kontrahenten Germania Halberstadt nicht über ein 0:0 hinaus. Es wurde gekämpft und "destruktiv" gespielt. 

Der Einsatz war bei David Danko (r.) und seinen Teamkollegen vom SVB gut.
Der Einsatz war bei David Danko (r.) und seinen Teamkollegen vom SVB gut.Foto: Ingolf Geßler

Halberstadt - Im Friedensstadion, der Heimstätte des Fußball-Regionalligisten VfB Germania Halberstadt, klaffte am Sonntag eine Text-Bild-Schere. Auf einer Werbebande stand geschrieben: „Diagnose: Spitzenfußball“. Auf dem Platz war beim Spiel zwischen den Halberstädtern und dem SV Babelsberg 03 aber das absolute Gegenteil zu sehen: ein schlechter Kellerkick. 0:0 trennten sich die beiden abstiegsbedrohten Teams. In der Tabelle belegt der SVB weiterhin den 16. Platz und hat als Drittletzter unverändert fünf Punkte Rückstand auf die Germania, die den 14. Rang innehat. Ab jener Position ist am Saisonende der Ligaverbleib definitiv sicher.

Angesichts der bedrohlichen Lage in den Niederungen des Klassements sei es durchaus legitim, „ein Stück weit destruktiv zu spielen“, erklärte VfB-Trainer Sven Körner nach Abpfiff den Mangel an spielerischen Elementen. Sein Kollege Predrag Uzelac sah es ähnlich. Ihn erfreute, „dass meine Mannschaft kämpferisch gut dagegengehalten hat“. Er hob lobend „die große Willenskraft“ hervor.

Fünf Veränderungen in der Nulldrei-Startformation

Im Vergleich zur 1:2-Heimniederlage vergangene Woche gegen Union Fürstenwalde änderte Uzelac seine Startelf gleich auf fünf Positionen. Marvin Gladrow hütete statt Winter-Neuzugang Dominik Picak das Tor. Für Tom Nattermann, Kevin Pino Tellez, den verletzten Ugurtan Cepni und Valentin Rode durften David Danko, Sven Reimann, Fabrice Montcheu und Noah Awassi von Beginn an in einem 4-3-3-System ran. „Ich bin zufrieden, wie wir das umgesetzt haben“, sagte der kroatische Trainer. „Wir wollten geduldig auf unsere Chancen warten, konnten die dann aber leider nicht nutzen.“

Den 419 Zuschauern im Friedensstadion – etwa ein Fünftel davon befand sich im Gästefanblock – wurde über weite Strecken der Partie ein wahrer Abstiegskrampf geboten. Beide Teams bestätigten eindrücklich, warum sie um den Klassenerhalt bangen müssen. Gelungene Offensivzüge hatten Seltenheitswert, Fehler hingegen waren im Überfluss vorhanden. In der ersten Halbzeit erarbeiteten sich die Gäste etwas mehr Spielanteile und forderten nach gut einer halben Stunde erfolglos einen Elfmeter, als Daniel Frahn wenige Meter vor dem Tor zu Fall kam. „Er wurde mit dem Fuß am Kopf getroffen – für mich ist das ein klares Foul“, meinte Uzelac.

Babelsberg nutzt seine Torchancen nicht

In der 37. Minute ergab sich die große Chance zur Nulldrei-Führung. Nach guter Balleroberung von Bogdan Rangelov in der gegnerischen Hälfte schalteten die Filmstädter schnell auf Angriff. Über wenige Stationen wurde Tobias Dombrowa aussichtsreich freigespielt, aber er erwischte den Ball nicht richtig, sodass die Kugel am rechten Pfosten vorbei ins Aus ging. Vier Minuten später war dann auch erstmalig ein Keeper gefordert: Gladrow. Halberstadts Linksaußen Fabian Wenzel wurde nicht entschlossen genug bei seinem Dribbling gehindert, im Strafraum kam er zum Abschluss, den der SVB-Schlussmann aufmerksam vereitelte. Eine Gruppe alteingesessener Germania-Fans fällte in der Halbzeitpause ihr vernichtendes Urteil zur Darbietung auf dem Rasen: „Not gegen Elend.“

Auch nach dem Seitenwechsel blieb es zäh, beide Mannschaften neutralisierten sich weitestgehend. Halberstadt hatte ein paar Torannäherungen zu verbuchen. Am gefährlichsten war dabei eine verunglückte Flanke, die sich tückisch Richtung SVB-Kasten senkte – Gladrow war auf dem Posten. „Wir haben am Ende zu Null gespielt. Das war schon mal gut“, sagte Babelsbergs Mittelfeldakteur Reimann. „Enttäuschend“ sei aber, dass sein Team auch selbst nicht traf. „Wir hatten heute jedenfalls die klareren Chancen.“ Eine vergab er in der 72. Minute. Frahn legte per Kopf auf Reimann, dessen Direktabnahme links am Tor vorbeiflog. Und in der 90. Minute sowie der Nachspielzeit waren die eingewechselten Mattia Trianni und Pieter-Marvin Wolf dicht dran, das 1:0 für die Kiezkicker zu erzielen. Zunächst ging Triannis abgefälschter Schuss drüber, dann fehlten Wolf nur wenige Zentimeter, um aus Nahdistanz eine Kopfballverlängerung von Danko aufs Gehäuse zu bringen. So bleibt der SVB in dieser Regionalligasaison auswärts weiterhin sieglos. „Gerade gegen einen direkten Kontrahenten hätten uns drei Punkte gut getan“, sagte Reimann. „Auch wenn sie dreckig erkämpft gewesen wären.“ Schönen Spitzenfußball erwartet momentan ohnehin niemand von Babelsberg 03.

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