• Nach dem Saisonabbruch: VfL Potsdam sammelt 14.000 Euro für sich

Nach dem Saisonabbruch : VfL Potsdam sammelt 14.000 Euro für sich

Es ist ein Trostpflaster zum Saisonabbruch: Bei der vereinseigenen Crowdfunding-Aktion wurden die Erwartungen der Potsdamer Drittliga-Handballer weit übertroffen.

Foto: Uwe Anspach/dpa

Die Saison ist für die Handballer des 1. VfL Potsdam zwar beendet, nachdem der Deutsche Handballbund aufgrund der Corona-Pandemie die Spielzeit für die ersten drei Ligen für abgebrochen hat. Einen riesigen Erfolg verbuchten die Adler kurz vor dem Abbruch dennoch. Ihre Crowdfunding-Aktion, um die finanziellen Einbußen wegen der Spielausfälle in den vergangenen Wochen etwas zu lindern, brachte mit knapp 14.000 Euro fast doppelt zu viel an Ertrag wie erhofft. 7777 Euro hatte Initiator Robin Huntz als Zielmarke ausgegeben, andernfalls wäre die einzelnen Beträge an die jeweiligen Spender zurückgegangen. „Wir haben nie damit gerechnet, dass wir so viel Geld einnehmen werden“, zeigt sich der 25-Jährige sehr zufrieden.

Dritte Liga nächste Saison wohl größer

Die Entscheidung für den Liga-Abbruch habe auch etwas Befreiendes, sagt Huntz. Jetzt endlich Klarheit zu haben, sei besser als der zähe Wartezustand. Meister der Nord-Ost-Staffel und damit Aufsteiger in die 2. Bundesliga ist der Dessau-Roßlauer HV. Absteiger gibt es nicht. Die Anzahl der Mannschaften der einzelnen Ligen werden für die Saison 2020/21 entsprechend angepasst. Die 3. Liga der Männer wird in der Saison 2020/21 auf eine Stärke von maximal 72 Mannschaften (bisher 64) erhöht. Neben den regulären Aufsteigern aus der Oberliga können auch weitere Mannschaften aus den Oberligabereichen aufgenommen werden. Die näheren Einzelheiten legt der Vorstand des Deutschen Handballbundes auf Vorschlag der Spielkommission 3. Liga noch fest. Auch die Oberliga Ostsee-Spree ist abgebrochen und wird anhand der Quotientenregel (Punktdurchschnitt bei den absolvierten Partien) gewertet.  Der Stralsunder HV liegt dabei auf Platz eins und erhält das Aufstiegsrecht. 

Der VfL Potsdam schließt das vorzeitige Saisonende auf dem sechsten Tabellenplatz ab – und damit mit der ungeklärten Frage, wie weit die Aufholjagd nach dem missratenen Saisonstart hätte gehen können. Die Adler unter Chefcoach Daniel Deutsch hatten sich nach einer Sieglosserie zu Beginn der Spielzeit enorm gesteigert und in der Rückrunde gezeigt, dass sie auch gegen die Spitzenteams der Liga bestehen können. „Natürlich hätten wir es gern sportlich zu Ende gebracht“, sagt Robin Huntz. „Doch wenn man sieht, was derzeit alles abgesagt ist, welche Einschränkungen es für viele Menschen gibt, ist es verständlich, dass Sport nicht an erster Stelle steht“.

Spieler trainieren weiter nach individuellen Plänen

Wie sehr die Fans aber an ihrem VfL hängen, hat die Crowdfunding-Aktion gezeigt. Prämien im Wert bis zu 500 Euro hatte sich die erste Mannschaft überlegt – und erfolgreich verkauft. Besonders gefragt waren die persönliche Stadtrundfahrt mit dem Fahrrad mit Casper Jacques zu dessen Lieblingsorten in Potsdam, das Torwarttraining mit den beiden VfL-Keepern Jan Jochens und Fabian Pellegrini, das Kapitänsdinner mit Yannik Münchberger und auch die dreistündige Gartenarbeit von Robin Huntz.

Fit genug dafür wird der Rückraumspieler sein, denn obwohl die Saison zu Ende ist, bekommen die VfL-Spieler weiterhin individuelle Trainingspläne. Zudem plant Chefcoach Deutsch gemeinsame Trainingseinheiten, sobald diese wieder möglich sind. Auch wenn es keine Punktspiele mehr geben wird, sei das Mannschaftstraining nach der langen Pause enorm wichtig, um gut vorbereitet für die nächste Saison zu sein. 

+++ Werders Oberligateams auf Rängen vier und zehn +++

In der Oberliga Ostsee-Spree wurde die Saison ebenfalls vorzeitig abgebrochen. Gemäß der Quotientenregel belegen die Frauen des HV Grün-Weiß Werder nach starken Leistungen den vierten Tabellenplatz, die Werderaner Männer reihen sich auf Rang zehn ein.


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