• Manipulationsverdacht in der Regionalliga: Babelsberg stärkt seine Spieler, Halberstadt beschwört das Fairplay

Manipulationsverdacht in der Regionalliga : Babelsberg stärkt seine Spieler, Halberstadt beschwört das Fairplay

Weiterhin steht die Anschuldigung im Raum, dass der Sportdirektor von Germania Halberstadt versucht hat, Fußballer des SV Babelsberg 03 zu bestechen. Beide Vereine haben nun Vorwürfe gegen sie zurückgewiesen und ihre Positionen untermauert.

Vor dem Regionalligaspiel zwischen Babelsberg und Halberstadt soll es zu Bestechungsversuchen gekommen sein. 
Vor dem Regionalligaspiel zwischen Babelsberg und Halberstadt soll es zu Bestechungsversuchen gekommen sein. Foto: Marius Becker/dpa

Potsdam - Im Zusammenhang mit einer angeblich versuchten Spielmanipulation haben die Regionalligisten SV Babelsberg 03 und VfB Germania Halberstadt ihre Standpunkte untermauert. Der SVB wies die Vorwürfe aus Halberstadt, eine „Schmutzkampagne“ zu inszenieren, „in aller Schärfe zurück“. Der Verein werde den Nordostdeutschen Fußballverband (NOFV) bei dessen Recherchen in der Causa „vollumfänglich“ unterstützen, erklärte der Kiezklub in einer Pressemitteilung. Und am Dienstag veröffentlichte dann der Verein aus Sachsen-Anhalt auf seiner Internetseite einen Beitrag unter dem Titel „VfB Germania Halberstadt steht für den Fair-Play-Gedanken!“ – mit Bezug auf einen Artikel des Onlineportals fupa.net. 

"Sind überhaupt nicht in der Lage, Gelder für solche Machenschaften zweckentfremden zu können"

Darin wird Germania-Präsident Erik Hartmann zitiert. Er glaube, „dass an den Anschuldigungen nichts dran ist“. Halberstadts Sportdirektor Andreas Petersen wird vorgeworfen, vor dem Gastspiel seines Vereins am Freitag in Babelsberg (3:1) zwei SVB-Spieler kontaktiert und ihnen Geld geboten zu haben, damit sie sich auf dem Platz zurückhalten und „die Füße hochnehmen“, wie Nulldrei-Coach Almedin Civa im Anschluss an die Partie berichtete. Nach PNN-Informationen sollen es insgesamt 12.000 Euro gewesen sein, die als Angebot genannt wurde. Petersen hatte die Kontaktaufnahme zu den beiden ehemaligen Germania-Kickern eingeräumt. Die Vorwürfe eines versuchten Spielbetrugs bezeichnete er aber als „Riesen-Blödsinn und an den Haaren herbeigezogen“. Er sprach stattdessen von einem „Jux“. Der Bild-Zeitung sagte Petersen, es sei bei den Telefonaten um Wintertransfers gegangen – „und die Spieler haben mir Zahlen zugeworfen“. 

Unter Verdacht. Beschritt Andreas Petersen den unsportlichen Weg? 
Unter Verdacht. Beschritt Andreas Petersen den unsportlichen Weg? Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Auch gegenüber seinem Vereinspräsidenten habe Petersen bekräftigt, „dass es, wie sich die Vorwürfe darstellen, so nicht stattgefunden hat“, erklärte Erik Hartmann. „Ich kann es mir auch nicht vorstellen, da wir bislang mit der Saison nach dem Aderlass im Sommer absolut zufrieden sind mit dem Erreichten“, so der Germania-Vorsitzende weiter. Mit 19 Punkten aus 18 Partien steckt das Team dennoch im Kampf gegen den Abstieg. Fairness sei aber oberstes Gebot, meinte Hartmann. Man akzeptiere es, wenn der Gegner besser ist oder war. Der Jurist betonte zudem: „Germania Halberstadt ist auch nach der Umstrukturierung im Sommer überhaupt nicht in der Lage, Gelder für solche Machenschaften zweckentfremden zu können. Der ganze Sachverhalt erscheint mir sehr untypisch.“ 

Ermittlungen laufen - neuer NOFV-Präsident Erwin Bugar möchte keine Vorverurteilung

In Babelsberg sind sie aber überzeugt, dass Andreas Petersen einen unsportlichen Weg beschritten hat. Der SVB stellte nachdrücklich klar: „Was den Grund sowie Inhalt der Kontaktaufnahme durch den Verantwortlichen aus Halberstadt angeht, hat der Verein nicht den geringsten Anlass, an den Darstellungen der betroffenen Spieler des SV Babelsberg 03 zu zweifeln.“ 

Der am Samstag zum neuen NOFV-Präsidenten gewählte Erwin Bugar warnte derweil vor einer Vorverurteilung von Andreas Petersen. Dem Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) sagte Bugar, das Sportgericht des NOFV werde jetzt Ermittlungen anstellen und danach entsprechende Entscheidungen treffen. „Solange handelt es sich um ein schwebendes Verfahren, bei dem wir uns nicht an Spekulationen beteiligen werden.“ Zu den zeitlichen Abläufen des Verfahrens konnte sich Bugar nicht äußern. „Wir möchten, dass die Angelegenheit zeitnah geklärt wird“, sagte er. Sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten, könnten dem Verein Strafen bis hin zum Punktabzug und Petersen bis zum Funktionsentzug drohen. (mit dpa)