Sport : Latte Macchiato statt Schampus

Die deutschen Triathleten haben mit dem Potsdamer Franz Löschke Gold in Hamburg erkämpft

Henner Mallwitz
Auf der Ziellinie. Der Potsdamer Triathlet Franz Löschke gewann in Hamburg mit der Mixed-Staffel den WM-Titel. Sein Teamkollege Jan Frodeno freute sich mit ihm.
Auf der Ziellinie. Der Potsdamer Triathlet Franz Löschke gewann in Hamburg mit der Mixed-Staffel den WM-Titel. Sein Teamkollege...Foto: dpa

Das war für die deutschen Triathleten dann wohl ein Wochenende nach Maß: Dank einer starken Aufholjagd gewann das deutsche Mixed-Team am Sonntagnachmittag in Hamburg die Weltmeisterschaft im Team-Triathlon. Über 300 Meter Schwimmen, 6,6 Kilometer Radfahren und 1,6 Kilometer Laufen, die jeweils zwei Frauen und zwei Männer einer Nation absolvierten, siegten Anja Knapp (Dettingen), Anne Haug (Bayreuth), Jan Frodeno (Saarbrücken) und Schlussläufer Franz Löschke vom Team Triathlon Potsdam in 1:17:55 Stunden. Dahinter folgten Neuseeland (1:18:14) und die USA (1:18:19). Die ersten drei profitierten allerdings auch vom Sturzpech der Favoriten aus Großbritannien.

Das minderte die Freude bei Franz Löschke allerdings nicht. „Vor zwei Jahren kamen wir in Lausanne auf den Bronzeplatz – umso mehr überwiegt die Freude über unser erstes Team-Gold“, sagte der 24-Jährige nach dem Wettkampf. „Aber schließlich wussten wir ja auch nach den Europameisterschaften, dass wir gut im Rennen liegen. Die Staffel hat eigene Gesetze und wir Deutschen beherrschen das Gesetz.“

Auf den fast schon üblichen Schampus nach dem Sieg wurde in Hamburg verzichtet. Stattdessen kehrte das Siegerteam in ein Café ein und gönnte sich einen Latte Macchiato. „Der Sekt kommt erst später“, erzählte Franz Löschke, der eigentlich mit seinen Eltern am Abend nach Hause fahren wollte. „Nach dem Titelgewinn hätten mich die anderen bestimmt verprügelt, wenn ich nicht mit ihnen gefeiert hätte.“ Und so blieb er noch in der Hansestadt – die Eltern durften zumindest schon das gesamte Equipment mit nach Potsdam nehmen.

Christian „Paule“ Prochnow hielt sich hingegen an seinen Plan. Der 31-jährige Potsdamer, der inzwischen für den Bundesligisten Witten an den Start geht, erlebte in der Hansestadt seinen letzten großen Wettkampf und beendete damit seine sportliche Laufbahn. In der Einzelwertung kam der Olympia-15. von Sidney auf den 36. Platz und war damit nicht sonderlich zufrieden. „Ich hatte mehr erhofft und mich im Vorfeld ja schon sehr auf Hamburg gefreut“, so der Triathlet, der in Potsdam Sport- und Gesundheitsmanagement studiert. „Aber ich habe eben auch keine optimale Vorbereitung gehabt.“ Wohl wahr, denn nach seiner Knieverletzung nahm der Potsdamer allenfalls an Breitensport-Events wie dem Potsdamer Schlösserlauf oder dem Drittelmarathon teil.

Nun will sich Prochnow auf sein Studium konzentrieren und dem Triathlon dennoch treu bleiben. „Ich werde als Trainer arbeiten, Trainings- und Wettkampflager anbieten.“

Und der frisch gebackene Weltmeister Franz Löschke? Auch er gönnt sich nach den Strapazen von Hamburg erst einmal eine Pause. Zahlreiche Klausuren stehen demnächst an und die will der 24-Jährige, der an der Potsdamer Uni Sport-Therapie studiert, bestens meistern. Ende August steht für ihn das nächste Weltcup-Rennen an: Dann will er in Stockholm um einen Platz auf dem Podest kämpfen.

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