• Landesfußball in der Region Potsdam: Ein Aufstieg, ein Abstieg und Trainerrochaden

Landesfußball in der Region Potsdam : Ein Aufstieg, ein Abstieg und Trainerrochaden

Zwölf Mannschaften aus der Region Potsdam spielten in der Saison 2017/18 auf der Fußball-Landesebene. Es war ein Jahr mit Erfolgen, Momenten des Bangens und der Enttäuschung sowie mit Veränderungen in der Coaching-Zone. Nächste Saison kommt ein weiteres hiesiges Team dazu.

Matthias Schütt
Überragendes Team. Mit einer beeindruckenden Bilanz setzte sich Fortuna Babelsberg um Dennis Weber (l.) in der Landesklasse West.
Überragendes Team. Mit einer beeindruckenden Bilanz setzte sich Fortuna Babelsberg um Dennis Weber (l.) in der Landesklasse West.Foto: Benjamin Feller

BRANDENBURGLIGA

Werderaner FC - Unglücklicher Start, gutes Ende
Zwei Eigentore sah Ingo Hecht bei seinem Debüt als Trainer des Werderaner FC in der Brandenburgliga. Mit 1:2 wurde das Heimspiel gegen den FSV Bernau verloren. „Ein unglücklicher Start“, sagt der 49-Jährige, der während der Hinrunde das Amt von Sven Thoß übernommen hatte. Doch Coach und Team fanden mit zunehmender Dauer zusammen. „Wir haben in der Rückrunde über die mannschaftliche Geschlossenheit die Punkte geholt“, so Hecht, dessen Team auf Rang neun abschloss.

LANDESLIGA NORD

RSV Eintracht 1949 - Stolz trotz Enttäuschung
Vizemeister! Wie schon in der Saison 2016/17 musste sich der RSV Eintracht 1949 auch in der abgelaufenen Spielzeit mit Rang zwei in der Landesliga Nord zufrieden geben. „Das Gefühl, stolz auf die Mannschaft zu sein, überwiegt trotz der Enttäuschung“, sagt Trainer Patrick Hinze. 21 Siege, vier Remis und drei Niederlagen lautet die Bilanz seines Stahnsdorfer Teams – 20,9 Jahre jung im Durchschnitt. „Wir werden nächste Saison erneut angreifen und wollen dann gemeinsam den Aufstieg packen.“ 

FSV Babelsberg 74 - Beste Saison der Vereinsgeschichte
Tabellenplatz fünf und 45 Punkte: Der FSV Babelsberg 74 spielte seine beste Saison der Vereinsgeschichte. Die Mannschaft von Trainer Jan Kähne habe „Großes geleistet“, sagt der sportliche Leiter Sebastian Hintze über die fünfte Spielzeit des Clubs in der Landesliga Nord. „Wir wollten ins sichere Tabellenmittelfeld. Jetzt sind wir sogar im oberen Drittel gelandet.“ Das Team habe sich durch enormen Biss ausgezeichnet und immer mehr Selbstvertrauen erarbeitet, begründet Hintze den Erfolg.

SV Babelsberg 03 II - Wichtiger Maßstab
In einem Showdown am letzten Spieltag schaffte die zweite Mannschaft des SV Babelsberg 03 den Verbleib in der Landesliga Nord. Vor allem fehlende Konstanz während der Rückrunde sorgte für die prekäre Lage. Das fußballerische Vermögen hat das Team von Thomas Schulz allemal, um in Brandenburgs zweithöchster Liga zu bestehen. Dies muss auch Maßstab für den SVB sein, denn ein Einsatz von Anschlussspielern des Regionalligakaders in der Landesklasse wäre aus Qualitätssicht kaum sinnvoll. 

SG Michendorf - Hinunter nach sechs Jahren
Diesmal hat es die SG Michendorf wirklich erwischt. Blieb in der Vorsaison der Abstieg aus der Landesliga Nord nur wegen des Rückzugs anderer Teams erspart, so müssen die sechs Jahre in dieser Spielklasse aktiven Michendorfer nun den Gang nach unten antreten. Als Reaktion auf die enttäuschende Saison mit nur 17 Punkten wird der Verein den Trainer wechseln. Den Posten von Felix Bigalke übernimmt Heino Schüler, der bis vergangenen Dezember noch Grün-Weiß Golm coachte.

LANDESKLASSE WEST

Fortuna Babelsberg - Triumph - und er Coach geht
Es könnte alles so schön sein. Mit einer herausragenden Bilanz von 73 Punkten und 107:21 Toren dominierte Fortuna Babelsberg die Landesklasse West und schaffte den Aufstieg. Auch die Titelverteidigung im Kreispokal ist noch möglich. Doch die Stimmung am Stern ist getrübt. Bereits vor Saisonende hat Sebastian Michalske als Trainer hingeworfen. „Es gab zwischen ihm und der Mannschaft Probleme“, sagt Fortunas Vorsitzender Hartmut Domagala. Die Nachfolgersuche läuft.

SG Grün-Weiß Golm - Richtiger Mix bringt Platz zwei
Vom Tabellenmittelfeld war die Rede als Saisonziel bei der SG Grün-Weiß Golm, Neuling in der Landesklasse West. Am Ende der Premierensaison auf Landesebene belegte das Team gar Rang zwei. „Mit dieser Platzierung hat sicher im Vorfeld niemand gerechnet“, meint Trainer Robert Stielow, der im Winter das Amt von Heino Schüler – zwischen ihm und dem Team gab es Unstimmigkeiten – übernahm. Stielow erklärt: „Der Mix aus jungen, talentierten Spielern und erfahrenen Akteuren hat uns den Erfolg gebracht.“

ESV Lok Potsdam - Wieder ein bisschen besser
Der Aufwärtstrend des ESV Lok Potsdam in der Landesklasse West hält an. Nach Platz elf im Debütjahr, anschließend den Rängen neun und fünf, fuhr die Potsdamer Lok nun als Dritter in den Zielbahnhof der Saison. „Wir wären gern Vizemeister geworden. In den wichtigen Spielen haben wir aber versagt“, erklärt Coach Mike Weißfuß. Sein Team stand nach der Hinrunde sogar an der Spitze. „Bis dahin lief es sensationell. Das spiegelte jedoch nicht unser Niveau wider. Wo wir am Ende lagen – das passt.“

Potsdamer Kickers - Jugendlicher Elan
Als Beginn einer Übergangsphase hatte Stephan Ranz vorab die Saison 2017/18 der Potsdamer Kickers bezeichnet. Der Club wollte verstärkt viele eigene Talente an die Anforderungen der Landesklasse West heranführen. „Das lief gut“, sagt der Trainer in Anbetracht von Rang sechs im Abschlussklassement. „Auf den ersten Entwicklungsschritt können wir aufbauen.“ Weiter solle die Philosophie vom jugendlichen Elan gefahren werden. „Jetzt kommt unser nächster guter Jahrgang hoch.“ 

Teltower FV - Auf Bergen und in Tälern
„Es war eine Berg- und Talfahrt“, sagt Trainer Holger Wünsche über die abgelaufene Spielzeit in der Landesklasse West für den Teltower FV. Am Ende sprang Platz sieben heraus. Nach zehn Jahren Co-Trainertätigkeit an der Seite von Ingo Hecht übernahm der 44-Jährige nach Hechts Weggang Anfang November 2017 zum Werderaner FC das Kommando an der Jahnstraße. „Das Team hat mir den Einstieg leicht gemacht. Ich will jetzt weiter neue Akzente setzen“, sagt Wünsche. 

ESV Lok Seddin - Die Lok dampft nun ohne Majewski
Aufgrund des um zehn Treffer schlechteren Torverhältnisses gegenüber dem Team aus Gülitz verpasste Lok Seddin in der Landesklasse West das ausgegebene Ziel – einstelliger Tabellenplatz hieß es vor der Saison. Am Ende rangierte die Lok als Zehnter. Künftig wird es einen neuen Zugführer in Seddin geben, denn nach neun Jahren im Amt hört Trainer Uwe Majewski auf. Das Team brauche einen neuen Impuls, meint er. Abteilungsleiter Kurt Moryson sucht einen Nachfolger zur nächsten Saison, in der die Truppe zudem verjüngt werden soll.

SG Bornim - Später Klassenerhalt
Zwei Spieltage vor Saisonende stand die SG Bornim in der Landesklasse West noch auf einem Abstiegsplatz. Die Kreisoberliga drohte. Doch zwei abschließende Siege folgten, der Klassenerhalt war perfekt. „Der Schlüssel zum Erfolg war zum Saisonendspurt unsere Physis“, sagt Coach Janko Müller, der das Team diese Saison mit Mathias Alex trainierte. Mit der gesamten Leistung in der Spielzeit seien beide unzufrieden. „Wir müssen hinterfragen, wie wir stabiler werden können“, so Müller.

+++ Glindow erstmals auf Landesebene +++

Auf Fußball-Landesebene wächst die Anzahl der Mannschaften, die aus der Potsdamer Region kommen, weiter. Nächste Saison werden 13 hiesige Teams vertreten sein. Denn: Eintracht Glindow hat sich den Meistertitel in der Kreisoberliga Havelland gesichert und damit den erstmaligen Landesklasse-Aufstieg erreicht. Die von Edgar Hecht trainierten Glindower können ihre Saison nun noch krönen. Am Freitag bestreiten sie in Groß Kreutz das Kreispokalfinale gegen den Titelverteidiger Fortuna Babelsberg. Anpfiff des Endspiels ist um 19 Uhr.