• Judo in Potsdam: Bronze auf den Bahamas

Judo in Potsdam : Bronze auf den Bahamas

Mit 17 Judoka war Deutschland bei der U21-Weltmeisterschaft in Bahamas Hauptstadt Nassau vertreten - sieben davon trainieren am Potsdamer Stützpunkt. Glänzend präsentierte sich UJKC-Schwergewicht Erik Abramov, der Dritter wurde.

Nachwuchshochburg. Potsdam ist derzeit stärkster deutscher Judo-Standort im Jugendbereich.
Nachwuchshochburg. Potsdam ist derzeit stärkster deutscher Judo-Standort im Jugendbereich.Foto: Marius Becker/dpa

Eine letzte Chance blieb noch. Und das Schwergewicht hat sie genutzt. Judoka Erik Abramov gewann bei der U21-Weltmeisterschaft auf den Bahamas Bronze. „Am Ende hat es dann doch noch geklappt mit der ersehnten Medaille für Potsdam“, schrieb Abramovs Verein – der UJKC Potsdam – bei Facebook. Nachdem zuvor die sechs anderen WM-Starter vom Luftschiffhafen das Podium verpasst hatten, schnappte sich der 19-Jährige in der Gewichtsklasse über 100 Kilogramm Rang drei.

Es sei eine „grandiose Vorstellung“ gewesen, die Erik Abramov in Bahamas Hauptstadt Nassau ablieferte, teilte der UJKC mit. Das Top-Talent, das vor wenigen Wochen bereits U21-Vizeeuropameister wurde, gewann seine ersten beiden Duelle vorzeitig. Im Halbfinale gegen den Österreicher Stephan Hegyi entwickelte sich dann eine Nervenschlacht. Während der regulären vier Kampfminuten kam keiner der beiden zu einer Wertung, sodass es in die Verlängerung ging. Auch dabei gelang keinem eine erfolgreiche Technik – letztlich verlor Abramov wegen drei Bestrafungen. Doch die Enttäuschung wandelte er in Motivation. Beim Fight um Bronze machte Abramov kurzen Prozess mit Enej Marinic aus Slowenien, den er nach nur 42 Sekunden durch eine starke Fußtechnik auf den Rücken beförderte. Potsdams Cheftrainer Mario Schendel jubelte am Mattenrand und erhielt sofort zahlreiche Glückwünsche. Außer seinem Schützling hatte bloß noch Reneé Lucht (über 78 Kilo der Frauen) Einzel-Edelmetall bei diesem Championat für Deutschland geholt.

„So viele Leute zur WM zu bringen, ist sensationell“

17 deutsche Teilnehmer waren dabei – sieben vom Stützpunkt in Brandenburgs Landeshauptstadt. „So viele Leute zur WM zu bringen, ist sensationell“, sagte unlängst UJKC-Vizepräsident Bernd Bohlmann. „Das ist Beleg für die herausragende Jugendarbeit hier.“ Nach Erik Abramov hatte Tim Schmidt (bis 90 Kilo) die beste Turnierleistung aus Potsdamer Sicht gezeigt. Zwei Siegen zum Auftakt folgte eine Niederlage gegen seinen Nationalmannschaftskollegen und amtierenden U21-Europameister Falk Petersilka. Unter dem Strich wurde Schmidt Siebter. Jana Ziegler (bis 57), die am Luftschiffhafen trainiert und für ihren Heimatverein TSV München-Großhadern antritt, sowie Dena Pohl (bis 63), Kilian Ochs (bis 73) und Yvo Witassek (bis 100) hatten allesamt ihren ersten Kampf gewonnen und schieden dann in Runde zwei aus. Marlene Galandi (bis 70), Dritte der diesjährigen U21-EM sowie Welt- und -Europameisterin der U18-Altersklasse aus dem Vorjahr, musste schon nach 46 Sekunden ihres ersten Duells die Segel streichen.

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Am Sonntag stand abschließend der Mannschaftswettkampf auf dem WM-Programm. Deutschland unterlag in seinen Vergleichen gegen die am Ende drittplatzierten Teams aus Kasachstan und Russland.

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