• Fußball beim ESV Lok Potsdam: Ende einer Kooperation

Fußball beim ESV Lok Potsdam : Ende einer Kooperation

Seit fünfeinhalb Jahren führt die kommerziell betriebene "Runde Fußballschule" die Nachwuchsarbeit beim Verein ESV Lok Potsdam durch. Im Sommer 2019 ist damit Schluss. Grund sind Differenzen hinsichtlich der Ausrichtung des ESV im Jugendbereich.

Trennt sich. Andree Recker beendet die Nachwuchsarbeit bei Lok Potsdam.
Trennt sich. Andree Recker beendet die Nachwuchsarbeit bei Lok Potsdam.Foto: Andreas Klaer

Potsdam - Die Runde Fußballschule und der ESV Lok Potsdam beenden ihre Kooperation. Mit Ende der aktuellen Saison wird im Juni 2019 nach dann fünfeinhalb Jahren Andree Recker als Inhaber der Runden Fußballschule die Zusammenarbeit mit dem Verein an der Berliner Straße einstellen. Als Grund nannte er „unterschiedliche Auffassungen“ zwischen ihm und der Vereinsführung bei der Heranführung des Fußball-Nachwuchses an höhere Spielklassen. „Ich habe eine Idee und eine Vision, die sich unter den gegebenen Umständen nicht mehr erfüllen lässt“, sagte Recker auf PNN-Anfrage.

Grund der Differenzen sind die begrenzten Möglichkeiten, die Recker an der Berliner Straße sieht, um eine möglichst große Nachwuchsabteilung an den Spielbetrieb in der A-Jugend heranzuführen. Er betreut mit seiner Fußballschule 200 Kinder und Jugendliche von G- bis zur C-Jugend bei dem Eisenbahnerverein. Recker hält es für „qualitativ und quantitativ“ erforderlich, dass es für Kleinfeld-Fußball drei Mannschaften je Altersklasse gibt und für Großfeld-Fußball zwei Mannschaften. Doch das gibt die Kapazität an verfügbaren Flächen auf dem Areal nicht her. Unmut in der Runden Fußballschule gab es, als der Verein jüngst einen kleinen Nebenplatz für den Trainingsbetrieb des Nachwuchses sperrte, um ihn wegen der schlechten Witterungsbedingungen zu schonen. Die Kinder- und Jugendtrainer reagierten mit einem einwöchigen Streik.

Wie es mit Jugendfußball beim ESV weitergeht, ist offen

Einigen konnten sich Verein und die kommerziell betriebene Fußballschule offenbar nicht, wie die Ansprüche des einen und die Möglichkeiten des anderen auf einen gemeinsamen Nenner gebracht werden können. „Beide Seiten sind enttäuscht“, sagt Recker. Es sei normal, wenn es mal Spannungen gebe, „aber wenn man auf keinen grünen Zweig kommt, muss man sich trennen“, meint er. Er sehe es auch als „persönliche Niederlage“, seine Vorstellungen von Nachwuchsarbeit in einem Verein nicht umsetzen zu können. Er sehe auch bei einem anderen Potsdamer Verein „diese Perspektive nicht“. In der Form wie bisher werde er keine Kooperation mit einem Verein mehr eingehen.

Die Runde Fußballschule indes bleibt in Potsdam, so Recker. In einem Schreiben an die Eltern der von ihm betreuten Lok-Nachwuchskicker bedauerte er die Entwicklung. „Unabhängig von der Entscheidung des Vereins, ob und wie es über die Saison hinaus ein Juniorenfußball-Angebot geben wird, werde ich mich mit aller Kraft dafür einsetzen, dass kein Kind nach der Saison mit dem Vereinsfußball aufhören muss“, schreibt Recker. 

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