• Eine symbolische Runde: 1500 Läufer pendeln beim Teltowkanal-Halbmarathon zwischen Ost und West

Eine symbolische Runde : 1500 Läufer pendeln beim Teltowkanal-Halbmarathon zwischen Ost und West

Zum 30. Jahrestag des Mauerfalls setzt der Teltowkanal-Halbmarathon einen sportlichen Akzent. Doch bei der Veranstaltung gab es weit mehr als nur die örtliche Verbindung. Und es wurde Gutes getan.

Fritz Könnicke
Wieder dabei. Die AOK-Heldenstaffeln bereicherten auch bei der 16. Auflage das Starterfeld. 
Wieder dabei. Die AOK-Heldenstaffeln bereicherten auch bei der 16. Auflage das Starterfeld. Foto: Fritz Könnicke

30 Jahre und einen Tag nach dem Fall der Berliner Mauer haben 1500 Läufer auf sportliche Weise diesem historischen Ereignis gedacht. Beim 16. Teltowkanal-Halbmarathon am Sonntag liefen sie entlang des Teltowkanals über eine 7,1-Kilometer lange Runde, die Teltow und den Berliner Nachbarbezirk Steglitz-Zehlendorf verbindet. Ost-West-Verkehr ohne Grenze.

Um 10.30 Uhr waren die Teilnehmer gestartet – wie in den vergangenen Jahren waren wieder die Startplätze komplett ausgebucht. Sieger über die Halbmarathonstrecke war nach 1:21:14 Stunde Mario Brand. Die schnellste Frau wurde nach 1:27:28 Stunde Malin Pfäffle von „Die Laufpartner“. Bei den Staffeln gewannen „The Renates“ (Männer/1:20:12), LT Bernd Hübner (Frauen/1:38:43) sowie das Team „BVG ist schnell“ (Firmen/1:25:25).

Der Teltowkanal-Halbmarathon verbindet nicht nur einst geteilte Orte, sondern auch Freizeitläufer, ambitionierte Athleten und Menschen mit Handicaps. Die AOK Nordost brachte erneut Heldenstaffeln an den Start. In sieben dieser Gruppen gingen Menschen der Behinderten-Werkstätten Berlin-Lichtenberg, die an Parkinson erkrankt sind, auf die Strecke. Sie absolvierten ihre Teildistanz im Walking. Unterstützt wurden sie dabei von prominenten Sportlern. Der frühere 10.000-Meter-Europameister und AOK-Sportbotschafter Jan Fitschen war ebenso dabei wie Ex-Box-Weltmeister Murat Karo und der sechsfache Kick-Box-Weltmeister Michael Kuhr. 

3000 Euro als Spenden an Ludwigsfelder Parkinson-Gruppe

Doch auch jeder andere Teilnehmer des Laufes tat Gutes, denn jeweils ein Euro der Startgebühr floss als Spende an die Deutsche Parkinsonhilfe. In diesem Jahr gehen diese Einnahmen an die Parkinson-Selbsthilfegruppe Ludwigsfelde. Der Betrag wurde letztlich auf 3000 Euro aufgestockt. Daniela Teichert, designierte Vorstandsvorsitzende der AOK Nordost, übergab bei der Siegerehrung zusammen mit Chef-Veranstalter Lars Weber den Scheck. Die Parkinson-Erkrankten waren auch am Streckenrand präsent: Eine Trommelgruppe begleitete das Teilnehmerfeld mit flotten Rhythmen, dabei schlugen sie mit ihren Stäben auf Gymnastikbälle und sorgten für gute Laune. 

Der Teltowkanal-Halbmarathon ist einer der größten Volksläufe in Brandenburg und Berlin. Organisiert wird er vom Verein für Gesundheitssport Kiebitz e.V., dessen Vorsitzender Lars Weber sich über das Event am Sonntag freute. „Auch in diesem Jahr ist alles wieder sehr positiv verlaufen. Das Wetter war super und die Stimmung war wie immer klasse“, sagte er. Sehr erfreulich sei auch gewesen, dass mehr als 100 Kinder am Bambinilauf teilgenommen hätten. „So viele hatten wir noch nie. Im vergangenen Jahr waren es nur knapp 40.“ Und dass jenes Sporterlebnis für Jung und Alt heute überhaupt möglich ist, ist dem Mauerfall vor 30 Jahren zu verdanken.