• Dreisatzsieg auf dem Gabenteller

Sport : Dreisatzsieg auf dem Gabenteller

Der SC Potsdam besiegt das Spitzenteam aus Wiesbaden überraschend deutlich mit 3:0

Gerhard Pohl
Fernab der Heimat. Während ihre Mitspielerinnen Weihnachten zu Hause verbringen, tritt Lucia-Daniela Fresco (rechts) die weite Reise nach Argentinien nicht an. Nach dem Spiel gegen Wiesbaden wurde sie als „Beste Spielerin“ ausgezeichnet.
Fernab der Heimat. Während ihre Mitspielerinnen Weihnachten zu Hause verbringen, tritt Lucia-Daniela Fresco (rechts) die weite...Foto: Olaf Möldner

Das war wahrlich eine Überraschung. Mit einem sensationellen 3:0 (25:23, 25:18, 25:21) bezwangen die Volleyballerinnen des SC Potsdam am Samstag den klaren Favoriten VC Wiesbaden und machten sich damit selbst das beste Weihnachtsgeschenk. Mit diesem Coup des 11. Spieltages verbesserte sich der SC Potsdam bei 10:12 Punkten auf den 7. Tabellenplatz – eine Region, in der man gern bleiben möchte.

Vor der Rekordkulisse von 1300 Zuschauern wartete die Mannschaft des Trainergespanns Alberto Salomoni und Andrea Ebana mit einer Leistung auf, die von den Allerwenigsten in der MBS-Arena erwartet wurden. „Es war ein toller Auftritt von den Potsdamerinnen. Sie waren stark im Aufschlag, der Annahme und im Block und agierten mit viel Leidenschaft. Unsere Stärke, das Zusammenspiel in der Mitte, kam nicht zum Tragen. Potsdam hat das Problem Wiesbaden gut gelöst“, äußerte sich Cheftrainer Andreas Vollmer vom VC Wiesbaden – ein besseres Kompliment hat es an diesem Abend für Potsdam nicht geben können.

Potsdam begann sofort konzentriert und zielstrebig, führte schnell bis zum 11:10 und nach einer Auszeit der Gäste gelang dem SC das 11:13. In der weiteren Folge wurde den Zuschauern ein Spiel geboten, was den Ansprüchen an einen Erstligavergleich vollauf gerecht wurde. „Es ist uns heute gelungen, vor einem tollen Publikum alles umzusetzen, was wir mit dem Trainer in der Vorbereitung akribisch besprochen hatten“, freute sich Kapitänin Kathy Radzuweit. Und die jetzt im roten SCP-Trikot agierende Josephine Dörfler ergänzte: „Geduld und Vertrauen an unser Team zahlt sich aus, wir haben es heute gesehen.“

Ausgeglichen begann auch der zweite Abschnitt, bei dem am Beginn die Gastgeber nur einmal mit 3:5 ins Hintertreffen gelangten, aber dann das in dieser Mannschaft vorhandene Leistungsvermögen durchgängig demonstrieren konnten. Da stand der Block souverän, die Aufschläge kamen, Lucia-Daniela Fresco (19 Punkte), die nach dem Spiel als „Beste Akteurin“ auf Potsdamer Seite ausgezeichnet wurde, Anika Zülow (13 Punkte), Josephine Dörfler (9 Punkte) und Kathy Radzuweit (10 Punkte) sorgten unwiderstehlich für Aufstockung des Satzkontos. Hinten kratzte Lisa Rühl nahezu alles weg. Die Gastgeberinnen demonstrierten auch bei einigen strittigen Schiedsrichterentscheidungen gewachsene Stärke und ließen sich dadurch nicht von der eingeschlagenen Linie abbringen.

Im dritten Satz war zu merken, dass der VC das Spiel kippen wollte. Potsdam kniete sich mit Bravour und Leidenschaft in die Partie, glich 19:19 aus und gewann mit 25:21 den Satz und das Spiel 3:0 – an einen solchen Ausgang hatten wohl nicht die kühnsten Optimisten gedacht. „Wir haben mit viel Leidenschaft dem tollen Publikum nach dieser schwierigen Situation nach dem Vergleich mit Köpenick von vor einer Woche ein super Spiel gezeigt“, sagte ein sichtlich erleichterter Salomoni.

Mit diesem Geschenk geht es nun in die Weihnachtstage. Alle fahren nach Hause, nur Lucia-Daniela Fresco tritt die weite Reise nach Argentinien nicht an. Denn: Am 27. Dezember beginnt bereits das Training für die Rückrunde und da muss Potsdam gleich wieder gegen Wiesbaden antreten.

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