Sport : Dreierpack Andonovas

Turbine Potsdam steht durch ein 5:0 am Mittwoch daheim gegen Standard Femina de Liège im Achtelfinale der Women’s Champions League. Heute wird Kameruns Nationalspielerin Yango als Neuzugang erwartet

Michael Meyer
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03.10.2012 22:30

Turbine Potsdam zog am Mittwoch locker und souverän ins Achtelfinale der UEFA Women’s Champions League ein. Der Deutsche Frauenfußball-Meister besiegte im Rückspiel des Sechzehntelfinales Standard Femina de Liège mit 5:0 (2:0), nachdem er das Hinspiel in Lüttich bereits mit 3:1 gewonnen hatte. Vor 2460 Zuschauern trafen gestern Natasa Andonova (18., 47., 90.+3), Yuki Ogimi (45.+3) und Genoveva Anonma (87.) für die Potsdamerinnen, für die nun aller Wahrscheinlichkeit nach Anfang November Arsenal London nächster Gegner ist. London gewann das Hinspiel beim FC Barcelona mit 3:0, bestreitet heute daheim das Rückspiel und hat im Fall eines Weiterkommens zuerst Heimrecht. Bereits heute wird an der Havel Kameruns Nationalspielerin Jeannette Grace Ngock Yango als Turbine-Neuzugang erwartet. Für die 19-jährige offensive Mittelfeldspielerin, die zuletzt beim polnischen Erstligisten 1. FC AZS AWF Kattowitz kickte, liegt nun endlich die Spielgenehmigung vor. „Nach einem langen Verhandlungs-Marathon“, so Cheftrainer Bernd Schröder am Mittwoch.

„Ich bin happy über meinen ersten Deierpack in der Champions League. Der war sehr wichtig für mich und meine Mannschaft, die ein gutes Team ist“, sagte gestern Natasa Andonova, die schon im Hinspiel zweimal getroffen hatte. „In Belgien habe ich besser gespielt. Aber Standard war auch ein guter Gegner.“ Bei ihren ersten beiden Toren konnte sich die 60-fache mazedonische Nationalspielerin bei Turbines Neuzugang Lisa Evans bedanken, denn die im Sommer von Glasgow City gekommene Schottin wirbelte auf der rechten Außenbahn bei ihren schnellen Vorstößen Lüttichs Abwehr ein ums andere Mal durcheinander. Sie tankte sich rechts bis in den Strafraum und schob das Leder in die Mitte, wo Andonova zum 1:0 und 3:0 jeweils flach traf. Bei ihrem dritten Tor in der Nachspielzeit dribbelte sich die 18-Jährige von links in den Strafraum, ließ noch drei Belgierinnen aussteigen und vollendete flach in die linke Ecke. In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit schlenzte Yuki Ogimi den Ball von links vors Tor, wo er an Freund und Feind vorbei an den rechten Innenpfosten und dann zum 2:0 ins Netz ging. Und dem Tor Genoveva Anonmas ging eine schöne Vorarbeit der drei Minuten zuvor eingewechselten Erica Dillmann voraus, die sich in ihrem ersten Spiel für Turbine I ebenfalls rechts durchsetzte und flankte, ehe Anonma mit einer Drehung noch Imke Courtois aussteigen ließ und einnetzte.

Turbine war Standard in allen Belangen überlegen, zeigte sehenswerte Spielzüge und hatte zweimal Pech bei Lattentreffern durch Ogimi (29.) und Stefanie Draws (45.). Nur in der ersten Viertelstunde war der Mannschaft noch eine gewisse Verunsicherung nach den Verletzungen Alexandra Singers und Stefanie Mirlachs – sie saß gestern bereits wieder auf der Tribüne – am Sonntag gegen den FFC Frankfurt (1:2) anzumerken. „Wir hatten schon ganz schön daran zu knabbern“, bestätigte Potsdams Kapitänin Tabea Kemme. „Wir haben heute auch für die beiden gespielt, das habe ich vorher im Kreis angesagt. Und mit dem 5:0 jetzt können wir zufrieden sein.“ Für Singer stand erstmals Hellen Jaques im Turbine-Team, die gegen ihre Landsfrauen keine Probleme hatte und später meinte: „Ich bin froh, endlich gespielt zu haben.“

„Wir empfinden es nicht als Schande, von einem so starken und großen Klub bezwungen worden zu sein“, erklärte Standard-Trainer Patrick Wachel nach dem Abpfiff . Auch Bernd Schröder lobte den Gegner: „Kompliment an Lüttich, das sich nie aufgegeben hat.“ Turbines Coach war vor allem froh, „dass wir ohne weitere Verletzung aus dem Spiel gegangen sind.“ Schließlich steht am Sonntag um 14 Uhr schon Potsdams DFB-Pokal-Heimpartie gegen die SGS Essen auf dem Programm.

Turbine: Naeher; Jaques, Draws, Kemme; Göransson (71. Cramer), Hanebeck, Winter, Doorsoun-Khajeh; Evans (84. Dillmann), Ogimi (58. Anonma), Andonova.