Sport : Die Wochen der Wahrheit

Volleyballerinnen in Endphase der Hauptrunde

Der sportliche Ausflug am vergangenen Dienstag machte Lisa Rühl ausgesprochen viel Spaß. Statt Schmetterbälle abzuwehren, probierte sich die Volleyballerin des SC Potsdam im Kugelstoßen. Beim Meeting der Weltklasse-Athleten in der MBS-Arena schnappte sie sich im Prominenten-Wettbewerb die Vier-Kilo-Kugel. Bei 9,30 Meter krachte diese nach ihrem Versuch zu Boden. Immerhin. „Ach doch, ich kann zufrieden sein“, sagt die 25-Jährige und grinst. So ganz ohne Erwärmung und vorheriges Üben sei die Einlage respektabel gewesen.

Am morgigen Samstag (19 Uhr) widmet sich Lisa Rühl dann aber wieder im Wettkampf ihrer Kernkompetenz. Dabei geht es zwar irgendwie auch um Kugeln, diese sind aber ein deutliches Stück größer – vor allem jedoch sind sie leichter und weicher. Im drittletzten Hauptrundenspiel der aktuellen Bundesligasaison wird für die Potsdamer Libera wieder allein der Volleyball von Interesse sein.

„Das wird ein sehr wichtiges Spiel für uns im Kampf um die direkte Play-off-Qualifikation“, stuft Rühl die Bedeutung der Auswärtspartie gegen die Roten Raben Vilsbiburg ein. Bis einschließlich Tabellenrang sechs sind die Teams für das Viertelfinale gesetzt. Den Umweg über die Zwischenrunde möchte der SCP tunlichst vermeiden. „Bislang liegen wir im Soll, aber wir müssen weiter Punkte holen.“ Denn als Tabellenfünfter liegen die Havelstädterinnen lediglich je zwei Zähler vor dem USC Münster und den Ladies in Black Aachen.

Dementsprechend stehen Rühl und Co. vor den Wochen der Wahrheit. Kommenden Samstag geht es zum Achten des Klassements und letztjährigen Pokalsieger Vilsbiburg, acht Tage später gastiert Münster im Luftschiffhafen, zum Abschluss folgt die Reise zum Tabellenvierten VC Wiesbaden. „Wenn wir die beiden nächste Partien gewinnen – und das ist unser Ziel –, sollten wir die Quali im Sack haben“, glaubt die Spielerin mit der Trikotnummer 3. Andernfalls beginnt das große Zittern.

Doch dazu soll es gar nicht erst kommen. Rühls Rezept für die restlichen Hauptrundenspiele: „Mit einem guten Gefühl und Selbstvertrauen an die Sache herangehen.“ Dann kann man auch mal mit voller Kraft richtig einen raushauen. Wie beim Kugelstoßen. Tobias Gutsche