Sport : Die Defensivspezialistin

Die Volleyballerin Sophie Dreblow gilt als Libera-Talent und geht als 16-Jährige nun in ihre zweite Saison mit den Erstliga-Frauen des SC Potsdam

Chantal Willers

An eine Zeit ohne Volleyball kann sich Sophie Dreblow nicht mehr erinnern. „Volleyball gehörte schon immer irgendwie zu meinem Leben dazu“, sagt sie. Seitdem sie im Alter von fünf Jahren das erste Mal bei einem richtigen Turnier auf dem Feld stand, dreht sich ihre Welt um das Spiel am Netz. Heute gilt die 16-Jährige als großes Libera-Talent und steht bereits die zweite Saison in der ersten Mannschaft des Erstligisten SC Potsdam.

„Ich bin im Gegensatz zu anderen nicht besonders groß. Wäre ich größer, wäre ich vermutlich Mittelblockerin geworden“, sagt Dreblow lachend. Doch mit 1,67 Metern gehört sie zu den Kleinsten in ihrer Mannschaft. Deswegen sei die Position der Libera in der Defensive wie für sie gemacht – sie ist der Abwehr- und Annahmespezialist im Team. „Beim Volleyball kommt es aber immer darauf an, dass alle Teile funktionieren“, erklärt sie. Der Angriff könne ohne eine gute Defensive nicht erfolgreich sein oder umgekehrt. Dass man als Team einfach gut miteinander arbeiten muss, macht für sie den Reiz beim Volleyball aus.

„Meine ganze Familie ist volleyball-verrückt“, erzählt Sophie Dreblow von ihren sportlichen Anfängen. Ihr Vater, ihre Mutter, die Schwester und ein Bruder spielen ebenfalls in unterschiedlichen Vereinen. Dass ihre ganze Familie mit ihr und ihrer Schwester Marie, die beide die Potsdamer Sportschule besuchen, aus der Uckermark mit nach Potsdam zog, war zwar nicht selbstverständlich, aber auch nicht verwunderlich. „Wir alle leben diesen Sport“, sagt die Elftklässlerin.

Dass aus ihr einmal eine Volleyballerin wird, habe trotz kurzer Ausflüge in andere Sportarten nie zur Debatte gestanden. Als Jüngste im Bundesligateam des SC Potsdam kam sie bereits in der vergangenen Spielzeit, ihrem ersten Jahr im Erwachsenenbereich, auf einen Einsatz. „Ich war total aufgeregt. Die ganzen Fans waren schließlich da und mein Trainer sagte im fünften, – entscheidenden – Satz zu mir: ,Mach dich schon mal warm.’“

Im Spiel habe sie die Aufregung allerdings gut ausblenden können und versucht, ihre Leistung auf das Feld zu bringen. Das ist für Sophie Dreblow immer höchste Maßgabe. Egal ob in der Bundesliga, wo sie das Team meist noch von der Bank aus unterstützt, ob sie die Mannschaft in der Brandenburgliga verstärkt oder bei ihren Einsätzen auf internationaler Ebene.

Mit 16 Jahren ist Sophie Dreblow neben Trainingslagern und Turnieren mit der U17-Nationalmannschaft auch bereits beim Europameisterschafts-Qualifikationsturnier der U19 in Moskau Anfang Juli dabei gewesen. „Der Leistungsunterschied ist enorm“, meint sie. Aber die größte Schwierigkeit bereite es ihr, sich in die unterschiedlichen Mannschaften und die häufig völlig verschiedenen Spielweisen hineinzufinden.

Mit Lisa Rühl hat Sophie Dreblow ein Vorbild direkt in ihrer eigenen Mannschaft gefunden. „Sie kann einfach die Bälle super annehmen. Es ist so selten, dass ihr mal ein Ball weggeht, und wenn doch, dann hat sie auch die zehn Bälle davor perfekt gespielt“, so die Elftklässlerin. Von der acht Jahre älteren Lisa Rühl versuche sich Dreblow vor allem in der Annahme-Technik noch vieles abzuschauen. Ihre eigenen Stärken liegen eher in der Arbeit am Boden. Da könne sie manchmal Bälle holen, von denen sie selbst überrascht ist, dass sie die überhaupt noch bekommen hat.

Von der bevorstehenden Saison erhofft sich Sophie Dreblow noch mehr Einsätze in der ersten Mannschaft des SC Potsdam. „Ich will einfach noch besser werden.“ Dies kann sie am besten durch das Messen in der höchsten deutschen Liga. Denn bis auf Weiteres dreht sich das Leben der 16-Jährigen um eines: das Spiel am Netz. Chantal Willers

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