• Der Re-Start bei Turbine Potsdam: Zwischen Aufbruchstimmung und Quarantäne

Der Re-Start bei Turbine Potsdam : Zwischen Aufbruchstimmung und Quarantäne

Für die Bundesliga-Fußballerinnen von Turbine Potsdam geht es zum Wiederbeginn der Saison nach Freiburg. Die Vorbereitung verläuft ungewöhnlich, die Motivation ist trotzdem hoch.

Michael Lachmann dpa
Turbine Potsdam darf wieder trainieren.
Turbine Potsdam darf wieder trainieren.Foto: Jan Kuppert

Potsdam - Bei Turbine Potsdam herrscht Erleichterung. Nach Wochen der Unklarheit laufen beim Frauenfußball-Bundesligisten die Vorbereitungen auf den Re-Start am Samstag (13.00 Uhr) beim SC Freiburg auf Hochtouren. Bereits seit Sonntag befindet sich das Team von Trainer Matthias Rudolph in der Corona-Krise im Potsdamer Kongresshotel am Luftschiffhafen wie vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) gefordert in einer einwöchigen Quarantäne. Anders als in der Bundesliga der Männer, war das aber gar nicht so problemlos möglich.

Viel musste organisiert werden, denn reines Profitum gibt es nicht. Für Spielerinnen, die einer Ausbildung nachgehen oder noch die Schule besuchen, waren deswegen Freistellungen zu erwirken. „Letztendlich ist es nun so, dass die Spielerinnen jetzt per Internet-Schooling ihre Lehr- und Studienpläne absolvieren können“, sagte Rudolph. So werde den Mädels auch die Zeit im Hotel nicht so lang, ergänzte er.

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Nur 130 Personen im Stadion erlaubt

Das Hotel befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft zum Trainingsgelände. Kurze Wege sind so garantiert, die Gefahr, mit anderen Personen in Kontakt zu geraten, wird minimiert. „Sechs Nächte sind laut Hygienekonzept vorgeschrieben“, sagte Turbines Geschäftsführer Stefan Schmidt.

Er hatte in den letzten Tagen viel zu tun, denn zur Planung der noch zu absolvierenden drei Auswärtsspiele in Freiburg, Leverkusen und Duisburg mussten etwa Hotelreservierungen vorgenommen werden. Und für die Heimspiele die Umsetzung des Hygienekonzepts vorbereitet werden. Dieses ist fast identisch mit dem der Bundesliga der Männer. Größter Unterschied: Die Anzahl der zugelassenen Personen im Stadion. Nur 130 Personen (bei den Männern 300) inklusive beider Teams sind erlaubt.

Symptomfragebogen vor Betreten des Stadions

„Im Großen und Ganzen ist der organisatorische Aufwand nicht viel größer, als an einem normalen Spieltag“, sagte Schmidt. Aber es gibt eben Besonderheiten. „Gerade bei den Zutrittskontrollen erfordert es erhöhte Anstrengungen.“ Laut Hygienekonzept muss vor Betreten des Stadions bei jeder Person ein sogenannter Symptomfragebogen abgearbeitet werden. Auch eine Temperaturmessung ist vorgeschrieben. Das Bereitstellen von Desinfektionsmitteln gehört ebenso zu den vielen Neuerungen.

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Und auch sportlich laufen die Vorbereitungen auf das Spiel im Breisgau. Mannschaftsarzt Torsten Gieschen und Physiotherapeutin Jessica Vieweger nahmen in den zurückliegenden Tagen bei den Spielerinnen die Coronavirus-Tests vor. „Bislang alle negativ“, sagte Schmidt.

Hohe Belastung für die Spielerinnen

Ungewohnt wird für die Spielerinnen auch die Belastung sein. Sechs Ligaspiele und im Optimalfall drei Pokalpartien - das Viertelfinale im DFB-Pokal steigt am 3. Juni - wären für den Ex-Meister in einem Zeitraum von fünf Wochen zu absolvieren. Üblich sind ansonsten drei bis vier Spiele pro Monat, meist gefolgt von einer zweiwöchigen Abstellungsphase für die Nationalmannschaften.

Sollte Potsdam zudem das Halbfinale im DFB-Pokal (10./11. Juni) erreichen, würden gleich drei Englische Wochen in Folge anstehen. „Da heißt es, das Training gut zu dosieren und viel zu rotieren, um Verletzungen zu vermeiden“, sagte Rudolph.

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