• Der Fall Daniel Frahn: Horlitz: "Recht unglücklich wirkende Kommunikationspolitik"

Der Fall Daniel Frahn : Horlitz: "Recht unglücklich wirkende Kommunikationspolitik"

Beim SV Babelsberg 03 wurde und wird viel über die Personalie Daniel Frahn diskutiert. Die Fankritik kanalisiert sich dabei auf den Vereinspräsidenten, der nun nochmal Stellung bezog. 

Für die SVB-Vereinsführung um Präsident Archibald Horlitz war die Zeit ein Gegner bei der Frahn-Verpflichtung. 
Für die SVB-Vereinsführung um Präsident Archibald Horlitz war die Zeit ein Gegner bei der Frahn-Verpflichtung. Foto: Manfred Thomas

Potsdam - Die Verpflichtung von Daniel Frahn sorgte innerhalb der Fanszene des SV Babelsberg 03 für kontroverse Diskussionen. Einerseits wegen der Personalie an sich, aber auch wegen der Kommunikationspolitik des abstiegsbedrohten Fußball-Regionalligisten. Diese habe in der Tat „nach außen recht unglücklich gewirkt“, räumte SVB-Präsident Archibald Horlitz am Montag bei der Presserunde ein. Doch sei es nicht einfach gewesen, besser zu handeln. Der Verein habe versucht, „so schnell und transparent wie möglich“ vorzugehen.

"Sehr enges Zeitfenster" war Problem

Frahn trainierte zwar bereits vor seiner Vertragsunterschrift drei Wochen lang beim Kiezklub mit, aber aufgrund seines damals noch schwebenden Arbeitsgerichtsverfahrens konnte der SVB zu dem Fall noch nicht Stellung beziehen, so Horlitz. Es sei zu dem Zeitpunkt nicht absehbar gewesen, wann der Rechtsstreit beigelegt werden würde. Am 29. Januar erzielten der Stürmer und sein vorheriger Arbeitgeber, der Chemnitzer FC, dann eine einvernehmliche Lösung zur Trennung. Zwei Tage vor dem Ende der Transferfrist. Daraufhin tagten die Nulldrei-Gremien und diskutierten, ehe der Beschluss pro Frahn fiel und am 31. Januar der Vertrag unterschrieben werden konnte. Dies sei ein „sehr enges Zeitfenster“ gewesen, sagte Horlitz. Mehr Vorlauf, um mit den Fans und Mitgliedern früher ins Gespräch zu kommen, wäre wünschenswert, aber nicht umsetzbar gewesen.

Fanbeirat: Frahns Worten müssen Taten folgen

Bereits für den Abend der Verpflichtung lud der SVB spontan Vertreter verschiedener Fangruppen zu einer ersten Aussprache bezüglich Frahn ins Karl-Liebknecht-Stadion. Rund 30 bis 40 Leute seien anwesend gewesen, sagte Horlitz. Am vergangenen Donnerstag fand dann ebenfalls im „Karli“ die große Gesprächsrunde mit etwa 200 Zuhörern statt. Skepsis und Ablehnung dem Stürmer gegenüber sind weiterhin vorhanden. Aber vor allem nach dem Donnerstagstermin sei die Frahn-Verpflichtung inzwischen „recht gut“ von den Fans aufgenommen worden, sagte Denny Menzel als Mitglied des Babelsberger Fanbeirats. „Die Versprechen, die Daniel gegeben hat, müssen jetzt an Taten gemessen werden.“ Menzel bot dem Spieler Hilfe vom Fanbeirat an, um sich in Projekten einzubringen.

Horlitz fühlte sich von Kritik "persönlich durchaus angepiekst"

Die Kritik am Vereinshandeln, man nehme durch die Frahn-Verpflichtung leichtfertig eine Spaltung der Fanszene in Kauf, hatte sich insbesondere auf den Präsidenten kanalisiert. Unter anderem bekam er für ein nicht sonderlich geschicktes Interview mit dem MDR viel Gegenwind. Horlitz habe sich von den anschließenden Vorwürfen gegen ihn – wie Skrupellosigkeit, Lüge und Scheinheiligkeit – „persönlich durchaus angepiekst“ gefühlt, sagte er nun. „Gerade wenn es um Wertediskussion wie maximale Toleranz geht, spiele ich gerne mal den Ball zurück.“ Via Facebook bezog er Stellung und erntete daraufhin noch mehr Kritik. In dieser Sache, hätte er sich zurücknehmen können, meinte Horlitz am Montag.

Der Vorstandschef betonte, dass der Prozess nach den öffentlichen Stellungnahmen noch längst nicht abgeschlossen sei. Man werde weiter „mit Argusaugen“ auf den SVB und Frahn gucken, wie sich die Geschichte entwickelt. Letztlich hoffe er jetzt aber, dass zum Ende der aktuellen Saison drei Dinge bei den Nulldreier erreicht werden: Erfolg im Landespokal, die Verhinderung des Abstiegs – „und drittens, dass die Causa Frahn sich insoweit erledigt hat, dass es keine Zweifel mehr an der Integrität von Daniel gibt und er auf dem Platz wie neben dem Platz bewiesen hat, dass wir hier eine absolut richtige Entscheidung getroffen haben“.

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