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Sport : Den roten Adler nach Rio tragen

Sporthilfe Brandenburg und der Landessportbund haben 48 Olympia-Hoffnungen ins „Team Rio“ berufen. Auf ihrem Weg zu den Sommerspielen 2016 bekommen die Athleten finanzielle Hilfe. Das Fördermodell gibt es seit 1996

Ch. Willers
Die Farben des Ziels. Die Nationalfarben von Brasilien zieren die Taschen, die sich die Potsdamer Kanuten Franziska Weber und Sebastian Brendel schon mal umgehängt haben.
Die Farben des Ziels. Die Nationalfarben von Brasilien zieren die Taschen, die sich die Potsdamer Kanuten Franziska Weber und...Foto: M. Thomas

Auf dem Wasser, der Matte, im Schwimmbecken und auf dem Rasen – das sind normalerweise ihre Bühnen. Doch auch auf der Theaterbühne der Potsdamer Reithalle in der Schiffbauergasse schien sich Brandenburgs Sportelite am vergangenen Mittwoch wohlzufühlen. Bei der Berufung des „Team Rio“ durch die Sporthilfe Brandenburg und den Landessportbund wurden 48 Spitzenathleten und 25 Trainer in die Vorbereitung für die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro geschickt. Mit finanzieller Unterstützung und einer grün-gelben Tasche. Die Einstimmung auf Rio hat also begonnen.

42 olympische und sechs paralympische Sportler entsendet die Sporthilfe Brandenburg mit einer Extraförderung in das Rennen um die Flugtickets nach Brasilien. 48 brandenburgische Hoffnungen, „den roten Adler nach Rio zu tragen“, wie Ministerpräsident Dietmar Woidke es formulierte.

Aus rund 75 Sportlern, die von ihren Trainern für das „Team Rio“ vorgeschlagen werden konnten, sind die 48 Athleten aufgrund ihrer bisherigen sportlichen Leistungen und Perspektive in das Förderprogramm berufen worden. Die Aktiven aus 13 olympischen und drei paralympischen Sportarten werden mit einer monatlichen finanziellen Unterstützung zwischen 150 und 750 Euro gefördert. Die Höhe der Hilfe richtet sich nach den jeweiligen sportlichen Erfolgen – wer beispielsweise bereits eine olympische Goldmedaille gewonnen hat, bekommt den Höchstbetrag. „Die Beträge werden für alle Teammitglieder auf jeden Fall bis zu ihrer letzten Qualifikationsmöglichkeit für die Olympischen Spiele 2016 gezahlt. Alle Athleten, die mit nach Rio fliegen, bekommen ihre Unterstützung bis Ende 2016“, erklärte Wilfried Lausch, Vorsitzender der Sporthilfe Brandenburg. „Wenn weitere Athleten die entsprechenden guten Leistungen zeigen, kann das ‚Team Rio‘ noch erweitert werden“, sagte Lausch. Erstmals wurde ein solches Förderkonzept in der Mark für die Sommerspiele 1996 in Atlanta ins Leben gerufen.

Bereits zum zweiten Mal hat es Franziska Weber in den Kreis geschafft. „Beim ersten Mal war ich natürlich deutlich aufgeregter“, erzählte die 25-Jährige. Die Berufung der Potsdamer Kanutin in das „Team London“ hatte sich bei ihren ersten Spielen 2012 bereits ausgezahlt. Im Kajak-Zweier über 500 Meter fuhr Weber zur Goldmedaille und gewann im Kajak-Vierer über 500 Meter Silber. Mitglied im „Team Rio“ zu sein, sei für sie erneut eine große Ehre. „Das zeigt einfach, dass man wieder auf dem richtigen Weg ist.“

Die ersten wichtigen Paddelschläge auf dem Weg zum Sportspektakel an der Copacabana stehen für die Kajakfahrerin in gut zwei Wochen an. Vom 17. bis 19. April findet auf der Regattastrecke in Duisburg die erste Qualifikation für die Nationalmannschaft statt. Jahreshöhepunkt wird die Weltmeisterschaft im August in Mailand, wo bereits wichtige Quotenplätze für die Olympiarennen im kommenden Jahr erkämpft werden müssen. „Die Berufung war so etwas wie der Startschuss, ein kleiner Meilenstein. Jetzt geht es langsam los in Richtung Rio.“

Zu Beginn der Ernennungsphase war Brandenburgs „Team London“ im Vergleich zum aktuellen Olympiazyklus deutlich kleiner. Vor den Sommerspielen 2012 wurden zunächst 34 Athleten (27 olympische/sieben paralympische) berufen. Von ihnen gingen am Ende 19 (15/4) in der britischen Metropole an den Start. Hinzu kamen noch 15 (13/2) weitere Sportler, die ihr Ticket lösten und nicht von Anfang an in dem Elite-Förderprogramm waren. Für das deutsche Olympiateam stellte Brandenburg demnach 34 Athleten (28/6), unter ihnen acht olympische (viermal Gold, dreimal Silber, einmal Bronze) und drei paralympische Medaillengewinner (zweimal Silber, einmal Bronze). Für Olympia 2016 unterm Zuckerhut erhoffen sich die Verantwortlichen eine ähnliche Bilanz. Ch. Willers

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