Sport : Das vorerst letzte Mal

Die Fußballerinnen von Turbine Potsdam treten als Titelverteidiger beim DFB-Hallenpokal an, der ab dem kommenden Jahr nicht mehr stattfindet

Triumph Nummer 7. Den DFB-Hallencup 2014 gewann Turbine durch den Finalsieg gegen den 1. FFC Frankfurt. Pauline Bremer reckte danach den Pokal in die Höhe.
Triumph Nummer 7. Den DFB-Hallencup 2014 gewann Turbine durch den Finalsieg gegen den 1. FFC Frankfurt. Pauline Bremer reckte...Foto: Jens Wolf/dpa

In der Koblenzer Sporthalle Oberwerth hatte Anfang Februar 1994 alles seinen Anfang genommen. Zum ersten Mal wurde damals der DFB-Hallenpokal der Frauen ausgetragen, die Fußballerinnen von Grün-Weiß Brauweiler holten den Titel. 21 Jahre später hat sich Grün-Weiß Brauweiler über die Zwischenstation FFC Brauweiler Pulheim in den Zweitligisten 1. FC Köln transformiert und der zur Tradition gewordene DFB-Hallencup steht vor seiner vorerst letzten Auflage.

„Da ist schon sehr viel Wehmut mit dabei“, räumt Bernd Schröder vor dem Turnier am kommenden Samstag in der Magdeburger GETEC-Arena (ab 10 Uhr) ein. Dabei war der Trainer des 1. FFC Turbine Potsdam auch einer derjenigen, die für die Abschaffung gestimmt haben. Dies hatte jedoch nichts mit dem Wettbewerb an sich zu tun, sondern mit der ab 2016 bestehenden Pflicht zur Durchführung offizieller Hallenmeisterschaften als Futsal-Turnier. „Ich finde diese Form nicht sinnvoll“, begründet Schröder seine Entscheidung. Vor allem der Wegfall der Banden ist in seinen Augen eine Spaßbremse: „Dadurch gibt es weniger Action auf dem Feld, wodurch die Partien für die Zuschauer uninteressanter werden.“

Weil auch die Vertreter der anderen Bundesliga-Klubs so denken, ist der Hallenpokal nun ein Auslaufmodell. Der Titelverteidiger aus Potsdam, der fünf der letzten sechs Meisterschaften unter dem Hallendach gewann, könnte sich bei einem neuerlichen Erfolg am Samstag zum alleinigen Rekordsieger küren. „Das wäre sensationell“, findet der Coach, dessen Verein wie der 1. FFC Frankfurt bislang siebenmal den Cup gewann.

An den achten Triumph mag Bernd Schröder aber nicht so recht glauben. Beim Internationalen Hallenturnier vor einer Woche in Bielefeld habe sein Team zwar guten Fußball gezeigt, „doch in der Abwehr haben wir immer wieder Lücken offenbart“. Dies sei das große Manko, das in den Griff bekommen werden muss, um sich zumindest erst einmal in der Vorrundengruppe gegen Bayern München, FF USV Jena und 1899 Hoffenheim behaupten zu können. „Prognosen“, findet der 72-Jährige, „sind schwierig. Jeder kann jeden schlagen.“

Zuschlagen könnten die Turbinen derweil noch mal auf dem Transfermarkt. Die japanische Mittelfeldspielerin Yui Hasegawa, die bei der U17-Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr den Titel mit ihrem Team holte und dabei drei Tore im Turnierverlauf erzielte, wird diese Woche ebenso in einem Probetraining unter die Lupe genommen wie die 19-jährige Jelena Cankovic und die sieben Jahre ältere Barbara Micheline do Monte Barbosa, kurz Barbara. Mittelfeldakteurin Cankovic kommt aus Serbien und spielt nach ihrer Zeit beim FC Barcelona derzeit wieder in der Heimat. Barbara ist brasilianische Nationaltorhüterin, trug in der Rückrunde der vergangenen Saison das Trikot vom Bundesliga-Absteiger BV Cloppenburg und ist momentan vereinslos.

Am Samstag werden es in Magdeburg andere richten müssen. Und wer weiß, womöglich wird es irgendwann dann doch wieder einen DFB-Hallenpokal geben. „Die Meinungen über Futsal können sich auch ändern“, erklärt Schröder. Gänzlich scheint das Thema also noch nicht abgeschrieben zu sein. Tobias Gutsche