• Ärger um Motocrosser in Groß Glienicke

Zu laut? : Ärger um Motocrosser in Groß Glienicke

Freie Wähler und CDU kritisieren den Motorsportverein MC Groß Glienicke wegen Lärms, der die Anwohner belästigen soll. Der Verein wehrt sich gegen Kritik.

Symbolfoto: Robert Günther/dpa

Potsdam - Der Motorsportverein MC Groß Glienicke wehrt sich gegen Kritik aus dem Ortsteil. Anlass sind eine Anfrage des Groß Glienicker Stadtverordneten Andreas Menzel (Freie Wähler) und ein Antrag des CDU-Ortsbeiratsmitglieds Jörg Manteuffel für das Gremium.

So kritisiert Manteuffel, bei der Motocross-Landesmeisterschaft, die am 31. August und 1. September auf der Strecke des Clubs am nördlichen Ende des Ortsteils ausgetragen wurde, sei es zu einer „erheblichen Lärmbelastung der Anwohner“ gekommen, gerade durch die Startphase der Motorräder sowie durch Lautsprecherdurchsagen. Aus Rücksicht auf die Anwohner sollten solche Treffen künftig vorrangig am Samstag abgehalten und dabei drei Stunden Mittagsruhe eingehalten werden, so Manteuffel. Auch die Lautsprecheranlage sei zu dämpfen.

Jährlich gibt es zwei solcher Veranstaltungen

Dazu erklärte Steffen Böttcher aus dem Vereinsvorstand von MC Groß Glienicke, man besitze die notwendigen Genehmigungen für das Treffen, auch zum Betrieb der Lautsprecheranlage. Beantragt habe man die Veranstaltung beim Landesumweltamt und der Stadt. Im Kalender des Vereins seien jährlich zwei Motorsportveranstaltungen verankert, hieß es.

Über den Antrag von Manteuffel soll am Dienstag im Ortsbeirat erstmals debattiert werden. Ortsvorsteher Winfried Sträter (Groß Glienicker Forum) sieht die Lage etwas gelassener. „Grundsätzlich muss es natürlich möglich sein, öffentliche Veranstaltungen durchzuführen, auch wenn sie mit Lärmemissionen verbunden sind – man denke nur an unser Dorffest“, sagte Sträter auf Anfrage. Wichtig sei aber, dass die Lärmbelästigung auf das unvermeidlich notwendige Maß beschränkt wird und solche Veranstaltungen nicht zu häufig würden, „aber das ist nach meinem Eindruck nicht der Fall“. Zudem warnte Sträter davor, gegen den Verein Stimmung zu machen.

Im Verein arbeitet man an neuen Konzepten

Unlängst hatte auch Andreas Menzel, der ebenfalls im Ortsbeirat sitzt, die Stadtverwaltung zu der Motocross-Meisterschaft befragt. So wollte er wissen, ob solche Veranstaltungen mit dem ausgerufenen Klimanotstand vereinbar sind und wie viel klimaschädliches CO2 dabei zusätzlich ausgestoßen wird. Eine Antwort aus dem Rathaus steht noch aus. Vereinsvorstand Böttcher sagte, die Fahrzeuge entsprächen den gesetzlichen Vorgaben und würden vor jeder Veranstaltung geprüft. Im Verein erarbeite man derzeit ein Konzept, damit Mitglieder mit einem E-Motorrad eine Vergünstigung erhalten – „um sie zu motivieren“, sich so ein Fahrzeug auch anzuschaffen.