• Zehn-Jahres-Vertrag: „Mercure“ bleibt stehen

Zehn-Jahres-Vertrag : „Mercure“ bleibt stehen

Der Schriftzug „Mercure“ wird wohl ebenso wie das gleichnamige Hotel auch noch lange nach 2013 erhalten bleiben.

Guido Berg

Potsdam - Der bisherige Hotel-Betreiber Accor verhandelt mit der US-Investmentgesellschaft Blackstone Group über den Weiterbetrieb des Mercure-Hotels ab kommendem Jahr – unter der Regie von Blackstone selbst. Der Pachtvertrag zwischen Blackstone, Eigentümer des Mercure-Hotels, und Accor läuft zum 31. Dezember 2012 aus. „Daran hat sich nichts geändert“, erklärte Accor-Arbeitsdirektor Michael Verhoff in einer Sitzung des Hotelbetriebsrates.

Verhoff erklärte, er sei „sehr, sehr optimistisch“, dass Blackstone als Eigner des Hochhauses auch Betreiber des Hotels wird. Die Verhandlungen für einen zehnjährigen Franchise-Vertrag seien weit vorangetrieben worden. Der Zustand des Gebäudes sei von Blackstone untersucht, die Renovierungszustände seien überprüft und die Vertragsverhältnisse des Hotels eingesehen worden; auch nehme das Mercure-Hotel weiter Buchungen und Reservierungen für das kommende Jahr und darüber hinaus entgegen. „Wir sind auf dem Zielkorridor“, so Verhoff. Hinsichtlich weiterer Hotels in Chemnitz und Dresden ist Accor Verhoff zufolge „in der gleichen Situation, mit dem gleichen Betreiber“.

Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) wünschte bei diesen Verhandlungen Erfolg. Klar sei, dass der Milliardär und Mäzen Hasso Plattner das Mercure-Hotel nicht kaufen wird, sagte Jakobs: „Das ist der allerletzte Stand.“ Die Kunsthalle Plattners, die zunächst auf dem Hotelareal in der Potsdamer Mitte errichtet werden sollte, entstehe nun am Jungfernsee. Jakobs: „Darauf wird es am Ende wohl hinauslaufen.“ Jakobs versicherte, dass die Stadt Potsdam nicht die benötigten Mittel habe, um das Hotel selbst zu kaufen. Der Oberbürgermeister hatte in der Vergangenheit keinen Hehl aus seiner Ansicht gemacht, dass das 1969 eingeweihte Hochhaus nicht in die neue Potsdamer Mitte passe. Doch 14 Millionen Euro für den Kauf des Hotels und bis zu vier Millionen Euro für den anschließenden Abriss könne die Stadt nicht aufbringen. Da gebe es wichtigere Aufgaben: Straßensanierungen, der Bau von Kitas und Schulen. Jakobs beruhigte die Hotelangestellten: „Auch muss niemand Sorge haben, dass jemand mit der Sammelbüchse rumgeht und die 14 Millionen einsammelt.“ Nach dem Scheitern des Vorhabens, das Hotel Barberini als Hotel wieder aufzubauen, würden die Hotelkapazitäten des „Mercure“ sogar gebraucht.

Potsdams Linksfraktionschef Hans-Jürgen Scharfenberg erklärte auf der Betriebsratsversammlung, es habe keinen Sinn, das Hotel „wegen höherer Ziele“ abzureißen. Scharfenberg kritisierte einen Antrag von CDU und FDP, der auch von der SPD mitgetragen wird, wonach die Stadt erkunden soll, wie es im Lustgarten städtebaulich weitergehen soll. Jakobs verteidigte die „Gedankenspiele“: Die Stadt wolle „in Zeitdimensionen“ denken, habe aber keine Absicht, das Haus in den nächsten Jahren zu kaufen. 

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