• "Wunder" in Potsdamer Seniorenresidenz: Ehepaar nach Corona-Infektion wieder gesund

"Wunder" in Potsdamer Seniorenresidenz : Ehepaar nach Corona-Infektion wieder gesund

Es ist ein Zeichen der Hoffnung: Zwei Bewohner der Potsdamer Seniorenresidenz Heilig Geist Park sind nach einer Corona-Infektion wieder gesund. Weitere Fälle gibt es in dem Haus bisher nicht.

Sandra Calvez
Die Spitze des Heilig-Geist-Turms in Potsdam leuchtet jeden Abend zwischen 21 und 23 Uhr als Licht der Hoffnung.
Die Spitze des Heilig-Geist-Turms in Potsdam leuchtet jeden Abend zwischen 21 und 23 Uhr als Licht der Hoffnung.Foto: promo

Potsdam - Es ist eine Nachricht, die einen Moment aufatmen lässt: Ein Ehepaar, zusammen 183 Jahre alt, ist nach einer Corona-Infektion wieder gesund. Die beiden Bewohner der Seniorenresidenz Heilig Geist Park an der Freundschaftsinsel haben die Infektion mit dem Sars-CoV-2-Virus symptomlos überstanden und sind genesen. „Wir möchten den Menschen durch dieses Wunder in schwierigen Zeiten wieder Hoffnung geben“, sagt Hendrik Bössenrodt, Geschäftsführer der Residenz. 

Seine Einrichtung war die erste Seniorenresidenz in Potsdam, die mit den beiden infizierten Bewohnern am 23. März einen Coronafall zu vermelden hatte. Doch, und darauf ist Bössenrodt durchaus stolz, es sind die beiden einzigen Fälle im Haus geblieben. Weder Mitarbeiter noch weitere Bewohner hätten sich angesteckt. „Glücklicherweise haben unsere Schutzmaßnahmen gegriffen“, so Bössenrodt. Schon früh habe man angeordnet, dass sämtliche Mitarbeiter ständig Mundschutz tragen müssen – nicht nur Pfleger, auch Küchenmitarbeiter oder Reinigungspersonal. Immer mit dem Ziel, die 120 Bewohner zu schützen.  

Paar wurde sofort isoliert 

Als das Paar positiv auf das Virus getestet wurde, seien die beiden umgehend isoliert worden. Vor ihrem Appartement sei eine Türwache aufgestellt worden. Und, wie mittlerweile in allen Potsdamer Pflegeeinrichtungen, es gelte ein restriktives Besuchsverbot. Lediglich zur Sterbebegleitung werden Ausnahmen gemacht. Angehörige können dann mit Schutzkleidung und gemeinsam mit Mitarbeitern das sterbende Familienmitglied im Zimmer besuchen. 

„Für unsere Bewohner ist es schon schwierig, dass sie nun keinen Besuch mehr bekommen“, sagt Bössenrodt. Doch er versuche gemeinsam mit den Mitarbeitern, das so gut wie möglich abzufedern. Durch ein zusätzliches Angebot zur Nachmittagsunterhaltung, durch Videoanrufe auf einem hauseigenen Tablet, durch Kontaktaufnahmen durch die große Glasscheibe des Bewohnerrestaurants im Erdgeschoss. Manche Angehörige kämen auch vorbei und sängen vor dem Fenster, beschreibt der Leiter der Einrichtung. „Wir müssen erfinderisch sein.“  

Informationsschreiben an die Angehörigen

Informiert werden Angehörige einmal wöchentlich durch ein Informationsschreiben. In den Familien sei das Verständnis groß. „Es rührt mich zu Tränen, wenn ich all die Nachrichten lese, die ich nun erhalte“, sagt Bössenrodt, der nach eigenen Angaben in den vergangenen drei Wochen ohne freien Tag jeweils zehn bis zwölf Stunden gearbeitet hat. Rund 50 Mails habe er erhalten, Dankesschreiben, Anerkennung. Am Sonntagnachmittag sei ein Korb mit Schokolade vorbeigebracht worden, oder es würde selbstgenähter Mundschutz gespendet.  

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Als Zeichen der Hoffnung soll nun täglich von 21 bis 23 Uhr die Spitze des Turms der Einrichtung, die auf den Fundamenten der früheren Heilig-Geist-Kirche steht, beleuchtet werden. Kerzengleich soll der Turm erstrahlen, als Symbol dafür, dass auch wieder bessere Zeiten kommen. 

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